Wo ist dein Gott jetzt? - liebe ich ihn, nur wenn es mir gut geht?

Ich bin sicher, dass es wieder Menschen gibt, die mir gerne diese Frage stellen würden oder es auf der Zunge haben. Denn wenn man meinen Blog liest, erkennt man, dass immer wieder etwas bei mir los ist. Immer wieder Dinge, die ein normaler (es gibt eigentlich kein normal) Mensch nicht schaffen würde, diese immer und immer wieder zu tragen. 

Nun, es destabilisiert mich schon immer mal wieder oder ich könnte schreien oder bekomme Impulse in alte Verhaltensmuster zu fallen. Dennoch fühle ich mich getragen und schaffe es im Moment noch dagegen zu steuern.

Ja, ich leide im Moment sehr. Ich habe die schlimmsten Schmerzen in meinem Körper, vergleichbar von der Schmerzintensität wie damals die Neuralgie im Gesicht (beidseitig). Die Diagnose ist zu 95% schon gestellt. Aber es laufen noch sehr viele Untersuchungen und Diagnostik. 

Gestern saß ich bei der Ärztin und heulte Rotz und Wasser. Ich hatte so starke Schmerzen und sie wollte mich mit Novalgin hochdosiert, einfach nach Hause schicken. Man fühlt sich richtig hilflos und machtlos, wenn man schlimme Schmerzen hat und nichts getan wird. 

Die Rheumatologen sind alle bis zum Anschlag ausgebucht und haben zeitnah keine Termine, andere haben einen Aufnahmestopp. Es ist schrecklich, da auszuharren.

Heute morgen hörte ich schon wieder den Satz: "Gott bürdet dir nicht mehr auf, als du tragen kannst." Dies ist ein Satz, der macht mich so richtig wütend! Warum sollte Gott uns überhaupt was aufbürden, damit wir an Grenzen geführt werden?? Das ist einfach dämlich. Ja den Satz gibt es in der Bibel, aber ich lege ihn so nicht aus, wie es viele tun. Der Mensch kann Dinge tragen, die sind unglaublich! Der Mensch kann so an Grenzen gelangen, das lässt mich ab und zu richtig staunen und erschrecken! 

Wir leben in einer gefallenen Welt, wir leben in einer Welt wo es Mord und Todschlag gibt, wo es Krankheit gibt und absolut unvollkommenes!

Die Welt war mal Vollkommen, doch wir Menschen haben sie zu der Welt gemacht, die sie nun ist. NICHT GOTT!

Ab und zu werde ich gefragt: " Warum lässt Gott das Alles zu?", glaube mir die Frage stellt Gott uns auch, nur er fragt: "Warum lässt du es zu? Wenn du es auch anders machen könntest?" Wir haben unsren eigenen Willen, in den Gott nicht eingreift. 

Wie ist das mit Krankheit? -Ich weiß es NICHT-, ich weiß nur, dass ich durch Alles was ich durch mache getragen werde! DAS Gott das ist!  Immer, ER gibt mir die Kraft das Alles zu ertragen, ob psychisch oder physisch!

Woran ich das merke? Nun alleine die Situation, das Annehmen der Krankheit, dass es jetzt eben so ist, wie es ist! Das Gott mir hilft, nicht verrückt an der Situation zu werden, das ER mir hilft, nicht einen Hass auf mich oder auf meinen Körper zu bekommen, wie es früher war. Wenn es aufkeimt und ich in die Richtung zu maschieren beginne, gibt es einen Wächter in mir (Heilige Geist) der mir zeigt, wie ich handeln kann. Ich bin seitdem ich mit Gott unterwegs bin, reflektierter als früher, nicht so schnell Impulsiv! Es kann noch vorkommen, aber oft reagiere ich ganz anders. Wie gestern! Ich weinte vor der Ärztin und zeigte ihr meinen Schmerz. Früher hätte ich ihren Tisch abgefegt oder rum geschrien, event. die Praxis verlassen und eine mächtige Krise geschoben. 

Gott ist da! 

Ja, ich stehe etwas unter Schock, muss verarbeiten, was ich an Diagnose bekommen habe und bin nur auf Sparflamme unterwegs, nicht nur körperlich! 

Ja, ich verstehe Gott manchmal auch nicht und frage ihn was das soll. Ich klage ihn sogar manchmal an, was ER mir doch für ein Scheiß leben seit meiner Geburt zumutet.

Und ich könnte jetzt ausflippen und in alte Muster gehen. Aber was bringen sie mir? Nur noch mehr Schmerz und Leid. Es zeigt sich zwar das Egostate-Disorder wieder mehr und ich denke, in dem Fall ist es auch soweit ok. Ich komme klar! Keiner der "Zerstörer" ist da oder lässt sich immer wieder beruhigen, den guten WEG weiter zu gehen, den Gesunden! Boah was hat mich sowas früher aus der Bahn geworfen. Ständig landete ich in der Psychiatrie, wenn etwas mit Körper war oder ich aus der Bahn geworfen wurde.

Es hat sich so viel verändert. So viel zum Positiven! Ich habe so viele Leute an meiner Seite. Leute aus der neuen Gemeinde melden sich jeden Tag bei mir und es ist eine echte Familie geworden. Auch aus der alten Gemeinde, meldet sich meine liebe Freundin immer wieder und hilft mir auch, wenn es mal brennt. 

Ich verstecke mich nicht mehr und ich nehme meine Dinge wahr, auch wenn Schmerzen mich plagen. Ich habe durch Jesus gelernt, nicht mehr so auszurasten wie früher. ER hat mir gezeigt, was es heißt in SEINER Ruhe zu sein, egal wie die Stürme außen toben! Es gelingt immer besser.

Ich werde immer sensibler als so mancher sein, dass wird NICHT weggehen. Wird auch für den Dienst gebraucht. Ich werde wohl immer angegriffener sein, als andere, weil ich sehr ehrlich nach außen gehe. Meine Schwächen zeige und meine Stärken....eben Mensch bin, statt mit meinen Büchern zu prahlen und wo ich nicht überall gebucht bin und so toll.  Das ist so egal Leuts..aber ihr kennt meine Einstellung ja dazu, falls noch nicht, lies in den Blog rein ;-) ! 

Man muss irgendwie eine total Egal-Einstellung bekommen, was so Angriffe angeht. Der Körper ist vergänglich! Das ich natürlich jetzt sowas haben soll, wie das Morbus Bechterew, erklärt viele Symptome die ich seit Jahren habe (da gehören auch die Darmentzündungen dazu), haut natürlich den Boden erst mal weg.

Dennoch habe ich den Kampfgeist in mir und ich MUSS NICHT MEHR ALLEINE KÄMPFEN! Gott ist DA! Jesus jeden Tag an meiner Seite, ob ich ihn gerade spüre oder nicht. Meist spüre ich ihn nicht, wenn sich alles um mich zu drehen beginnt, dann ist das ja auch natürlich! 

Ich habe meine Freunde und Gemeinde, ich habe meine liebe Sozialarbeiterin, die mich ein bis zweimal die Woche besuchen kommt und ich mit ihr das Alles besprechen kann. Ich habe meine neue Therapeutin, die im Hintergrund ist und bei ihr bald regelmäßige Termine haben kann. Ja wo ist mein Gott? In alledem!!

Klingt als ob doch alles Easy läuft oder? Nun, alles hat zwei Seiten! Es gibt den Christenhero NICHT! Oft bekommt man Ratschläge von Christen, die genau wissen wie was zu laufen hat, genau von denen, die sehr wenig in ihrem Leben durchmachen, oder sich gerade in einer sehr stabilen Phase befinden! Wie gesagt, zwei Seiten:

(und bei mir sind es ja durch die Egostates gerade wieder sehr viele!🙃 )

Die Seite,die sagt alles Easy lass los, lasse Gott für dich streiten und stelle eine Gebetsarmee hinter dich! Das schaffen wir (ich) schon!

Die andere die sagt: "Boah leckt mich", ich will nicht mehr! Ich habe die Angriffe so satt. Die Schmerzen in meinem Körper ständig. Die Ängste vor Operationen oder andere Katastrophen! Die Wut auf: keine Familie haben, wenn es hart auf hart kommt und und und. Ich könnte so weiter machen!

Ja es ist Beides da, nur wem geben wir Raum?? Beide Wege...wird Gott, wenn man eine Beziehung zu ihm hat, mit einem gehen. Weil ER um die beiden Wege und Seiten weiß! 

Es ist nicht einfach! 

Dennoch wenn wir es kapiert haben, dass wir eh vieles gar nicht ändern können, es nehmen müssen, wie es ist...wird es auch in uns ruhiger.

Ich weiß, wenn der größte Schock vorrüber ist, dann werde ich mich wieder mehr auf meinen Herrn ausrichten können. Jetzt beten andere für mich und Jesus fleht vor meinem Vater. Auch da...ist Gott da. Nur SEIN WILLE geschieht! DAS sollte man Leben, wie man es auch sagt im Vater Unser! Wie? Mit der Kraft von Jesus, der uns das annehmen lässt. Es ist eine geistliche Sache, die ich nicht wirklich erklären kann, aber lebt man mit Jesus, ist uns eh klar, sollte es werden, dass wir nur Gast auf Erden sind und das was wir erleiden ein Ende haben wird. Heilt ER nicht in diesem Leben, tut ER es spätestens im Himmel. Da haben wir einen neuen gesunden Körper. Egal ob er hier KRUMM war!

Ich werde alles tun, was ich tun kann, um den Krankheitsprozess so gut wie es geht zu beeinflussen. Ich möchte die Wirbel so gut es geht beweglich halten. Es wird eine harte Veränderung in meinem Leben geben. Vielleicht hatte Jesus mich deshalb so geführt, dass ich nur begrenzt und wenige Lesungen halten werde, weil es bald sehr Zeitintensiv werden wird, mich so lange es geht, im Leben mit meinen Beinen zu halten. Ich möchte so schnell keinen Rollator oder Rollstuhl.

Ich werden den Kampf kämpfen, mit allem was Gott mir nun geschenkt und zur Seite gestellt hat. Ich möchte den Boden wieder finden, der mir gerade weg gerissen wurde. Ich werde vieles weiter machen, so lange es geht: Mein Theater in der Gemeinde, mein Singen (auch da kann die Stimme betroffen werden), mein Inklusionstheater und meine Freundschaften wie gehabt pflegen. Es wird hart, es wird psychisch auch wieder ein Kampf, aber ich gebe NICHT AUF!

Vorallem, werde ich noch einige Bücher schreiben...denn das wird immer gehen! Solange es keine Schübe sind, die einen komplett aus dem Leben reissen. Ich hoffe, dieser Schub der gerade ist, wird bald überstanden sein!

Ich bitte euch um Euer Gebet

Ich bitte euch, die auch leiden...egal ob an psychischen oder körperlichen Dingen, bleibt stark und dabei immer in der Liebe - tobt und weint aber auch da, wo es notwendig ist! Und vorallem lasst ALLES los, was euch das Leben schwer macht, auch Menschen die euch verletzen und es immer wieder tun. Denn solche Dinge sind es, die uns immer mehr leiden lassen. Ich musste es jetzt auch, obwohl ich dachte und wirklich sicher war, mit diesem Menschen ist nun alles  gesprochen und wieder gut. Er hat mich eines Besseren belehrt, aber ich schaffte es jetzt, ihn aus meinem Leben zu entlassen. 

Genießen wir das Gute - damit wir das Kranke/Schlechte tragen können!

Mit unsrem Gott und wenn du ihn noch nicht kennst, versuche es mit ihm!

Dann wirst du erfahren, niemals alleine zu sein, auch wenn alle weg zu sein scheinen!

Blessings