Ein besinnliches Weihnachtsfest - ich blicke auf ein Jahr voller Wunder zurück

hier sitze ich nun und lasse vor meinem geistigen Auge mein Jahr Revue passieren!

Was für ein verrücktes, heilsames und intensives Jahr 2019. Jesus hat mich in diesem Jahr in eine Freiheit geführt, an die ich niemals geglaubt habe! Es ist NICHT alles in Ordnung oder ohne Herausforderungen, die sind wie bei jedem da. Doch der Umgang damit, ist viel erwachsener geworden! Ich las gestern eine Aussage von einer Schauspielerin, wo ich echt voll zustimmen kann, dass es bei mir auch so sein wird und es ist OKAY und vollkommen Wurscht ob Mitmenschen sich daran stoßen oder NICHT!

"Ich werde wohl nie eine erwachsene Dame sein, am Ende werden sie sagen:" Sie war immer ein Mädchen und wurde dann irgendwann alt, das dazwischen gab es nicht!"

Denen es so geht, die können das Leben wohl auch viel besser genießen, als die Menschen, die erwachsen werden mussten und in ihrer kleinen Welt...aber kann ich denen auch lassen, ich bin halt kein Teil davon!

Huch ich schweife ab!

Letztes Jahr lag ich an Weihnachten mit einer ganz schlimmen Divertikulitis im Bett und musste hochdosiert Antibiotika nehmen. Kurz davor gab es tagelang im Krankenhaus Infusionen. Mein Darm machte schlapp und es folgte ein Krankenhauskeim, der mich richtig Schachmatt setzte. Dann bis Mai wurde ich von schlimmen Dingen gequält und von schlimmsten Nervenschmerzen im Gesicht. Ich war schwerst Depressiv, wegen den Dingen, die Monate voraus gingen und glaubte Jesus nicht mehr, dass ER mich noch lieben konnte.

Mein Zeug´nis, was dann geschah im Mai, könnt ihr hier auf dem Blog nachlesen! ER stellte mich innerhalb einer Woche komplett auf die Beine. Ich begann sogar ein Ehrenamt in einem Kloster. Ich wurde aus der tiefsten Verzweiflung heraus, sowas von ins Licht katapultiert.

Meine Wut auf Mitchristen und Gemeinden/Kirchen war riesig! Ich machte mir richtig Luft und Jesus hatte ich gesagt, dass es für mich keine Gemeinschaft mehr geben wird und ich nur noch mit ihm ALLEINE leben wollte! Ich war so fertig mit Allem und verletzt!

Jesus jedoch hatte ganz andere Pläne und ließ mich aber erst mal voll ausspinnen, bis ER mich wieder erreichen konnte, gerade mit dem Thema sich auf Christen und Gemeinschaft mit ihnen einzulassen. Irgendwann wurde es so laut, dass ich es nicht mehr überhören konnte und ER forderte mich auf, mir nach einem Jahr Pause eine neue Gemeinde zu suchen und vorallem mich wieder auf Geschwister, egal wie quer ihr denken ist, einzulassen. Das war ein Kampf sag ich euch, dennoch machte ich mich auf den Weg!

Jesus hatte alles schon bereitet. Es war so herzlich in der neuen Gemeinde mir gegenüber, keiner sah mich mit "die ist psychisch krank - Schublade" an und sie nahmen mich echt herzlich auf. Ich brauchte dennoch eine Weile, bis ich dem Braten traute. Aber Jesus arbeitete und arbeitete! Ich wurde schon nach zwei Wochen gefragt, ob ich im Gottesdienst im Lobpreis mitsingen wollte und war gleich in einem Musikteam aufgenommen. Mir war nicht klar, was mir geschah! Aber es fühlte sich gut an, endlich wurde ich nach 13 Jahren von Christen gesehen und durfte beginnen meine Gaben ohne Angst zu leben. Mensch, was hatte ich eine Angst, die letzten Jahren, nicht gut genug zu sein....weil es mir lang genug eingetrichtert wurde und sich eine dumme Geschichte aus meiner Kindheit wiederholte, durch Christen. Aber vorbei und vergeben. Aber es ist noch die Erinnerung da und die wird auch bleiben und ich werde darüber reden, weil es auch Geschwister aufrütteln soll, die schnell mit so Vorurteilen sind und Menschen gerne in Schubladen stecken oder durch ihre Art entmutigen. Das ist Fatal und das sollte jeder ändern, der so drauf ist! Daher, ich schweige nicht, denn der Schmerz ist übergroß, wenn man immer wieder gezeigt bekommt, man darf nicht dabei sein. Bei mir ging es ja soweit, dass man mir es ins Gesicht sagte, dass man mich nicht dabei haben wollte, weil ich "unberechenbar" sei. Dabei hatte ich vorher NICHTS getan, was diese dumme Aussage berechtigt hätte. Aber es ist eben so einfach jemanden in die Schublade zu stecken, wenn der Mensch eine psychische Erkrankung hat! Wie soll man sich da wehren?

In der neuen Gemeinde, wo Jesus mit mir hin ging, war das bis zum heutigen Tag NICHT zu hören, nicht zu spüren oder sonst was. Ich darf so viele Fehler machen, wie eben passieren und noch keiner kam auf mich zu und sagte: "Wir können dich nicht brauchen, weil du es NICHT kannst". Jesus lässt mich meine Gabe ausleben und darin wachsen. Heute spiele ich wieder eine größere Rolle in einem Theaterstück im Weihnachtsgottesdienst! Ich musste dafür viel Text üben und Jesus befähigte mich dazu. 

Ich arbeite noch immer im Kloster und habe die Kraft dazu regelmäßig dort zu sein. Früher habe ich es mal paar wenige Monate geschafft und musste aufhören, weil mir die Arbeit und die Menschen zu viel wurden. Es kommt noch vor, aber auch da gehe ich dann ganz anders mit um! Und bekomme von Jesus die Kraft weiter zu machen, weil ER mir zeigt, wie groß meine Liebe für die zu betreuende Nonne geworden ist und sie mich braucht, wie ich sie. 

Mein zweites Buch habe ich zu Ende geschrieben und es war nach zwei Jahren harte Arbeit, die ganzen Traumata und Therapiearbeit zusammen zu schreiben und stabil zu bleiben. Ich blieb stabil und es war einfach eine Reflektion der Dinge die an mir passiert waren. Erstaunlich. Klar darf ich, wie JEDER, nicht in die kleinen Details rein. Aber was sollte auch der Sinn sein? Unsre Psyche ist eben mal so. Aber es gab so viel Heilung. Ich verletze mich seit zirka Juni letztes Jahr nicht mehr und kann es mir auch gar nicht mehr vorstellen! Ich kenne Panikattacken nicht mehr und Flashbacks habe ich keine! Die Depression ist weg! Klar bin ich oft melancholisch oder mal tiefer Traurig als andere, dass ist auch meine Hypersensibilität - aber es unterscheidet sich total von einer Depression! 

Ich begann wieder mit meinem alten Therapeuten zu arbeiten, der mich echt geschlagene 26 Jahre mich kennt! Er hat mich auch mit Jesus zusammen wieder etwas zusammen geflickt. Jetzt im Oktober wurde er so schwer krank, dass er mit Sicherheit NICHT mehr zurück kommt. Wir waren mitten in der Arbeit. Der Feind pennt halt auch nicht! Ich reagierte wieder mit dem Darm, aber psychisch blieb ich weitgehend stabil. Doch ab und zu kam so ein kleiner Egostate, der eigentlich verschwand, als die Enttäuschung und Verlassenwerden von einer wichtigen Person geschah. Es war aber gut, dass er sich wieder zeigte, denn es ist wichtig diesen Teil wieder zu heilen! Es kam immer wieder etwas Verlassenheitsangst hoch, nach dem Motto: JEDER VERLÄSST MICH!

Auch hier arbeitete Jesus das ganze Jahr. Ich habe eine Sozialpädagogin, die mich noch jede Woche daheim besucht und das werde ich auch weiter behalten. Sie hört mir viel zu und hilft mir ganz viel in praktischen Dingen. Sie und die Caritas, von der sie auch kommt, haben mir dieses Jahr auch das Leben gerettet, kann man echt sagen. Was die für mich taten, nicht zu bezahlen!

Es gab auch eine Spende von der einer Zeitung, welche die Caritas organisiert hatte, dass ich endlich meine Wohnung renovieren konnte! Ein neues Wohngefühl.

Im Oktober schickte mich Jesus wieder "Lesungen" zu machen. Es war soweit und es war für die erste Lesung besser besucht als 2016! 

Sicher gibt es noch viel mehr, was sich nur in dem Jahr bei mir getan hat!

Weihnachten, ja dieses jährliche Thema! Doch heuer, ganz anders. Ich bin eingeladen und das mit Willkommenen Herzen. Die Jahre davor gab es auch Einladungen, aber selten. In den ganzen Jahren vielleicht 5 zu Heiligabend. Aber dann war es auch schön und herzlich. Im nachhinein, ein Danke diesen Menschen. Gott wird es euch so vergelten. Aber es gab auch Ablehnung und mir ins Gesicht sagen, dass sie mich nicht dabei haben wollten, sogar letztes Jahr noch..Vergeben...aber nicht vergessen!

Dieses Weihnachten geht es mir auch Gefühlsmäßig so gut! Auch wenn ab und zu Wehmut aufkommen möchte. Weil ich eigentlich eine große Familie hätte und es nicht möglich ist, nur einen von ihnen zu sehen! Keine Weihnachten in der Familie, kein heim fahren! Dennoch, meine geistliche Familie ist DA! Und ich werde die drei Tage sehr genießen. 

Ich weiß Du vielleicht, der das gerade liest, weiß heute Abend nicht, wo du hingehst. Du wirst vielleicht traurig zu Hause sein und den Gedanken und Gefühlen Raum geben, die es mit dir macht. Auaaa, ich kenne es so gut! So so gut! Und wenn ich daran denke, dass es jetzt draußen Leuten so geht --- dann macht mich das sehr traurig! Ich werde sicher auch Tränen mit euch weinen. Denn Jesus hat mir genau deshalb auch den Schmerz gezeigt. Er weint auch mit Euch!

Doch, es liegt auch ein bisschen an uns selbst, was wir tun. Machen wir uns Abhängig von den anderen, von ihrer Gunst und Barmherzigkeit? Machen wir uns von unsren Gefühlen abhängig und lassen uns runter ziehen?? Bei mir war das immer so, ich stürzte mich so in diese Depressionsspirale, dass ich gar kein Blick und Kraft mehr hatte, es anders für mich zu organisieren. Ich wünschte mir immer Leute einzuladen und eben selbst mein Weihnachten in die Hand zu nehmen, aber mein Selbstmitleid machte es unmöglich und am Ende saß ich dann alleine an Heilig-Abend.

Vielleicht hast du, wenn du diese Weihnachten dann wieder hinter dich gebracht hast, Lust es nächstes Jahr doch anderes zu machen und diesen Gedanken in dir wachsen zu lassen?? Ich lege dir auch ans Herz VERLASSE diese Leute, die dich nicht an so einem Tag sehen und dich mit offenen Armen in ihrem Haus empfangen. Ich habe sie nach 13 Jahren jetzt verlassen und die mir wohlgesonnen waren, mit denen habe ich Kontakt und der ist gut.

Lasse es NICHT zu, dass Menschen dich so fertig machen können. Lieben sie dich, hast du einen Platz am Tisch, tun sie es nicht...werden sie deine Anwesenheit nicht haben wollen. DAS ist leider Realität, aber mit denen müssen wir auch nicht durch das Restjahr, geschweige NEUE Jahr gehen.

Vorschlag, wenn du jemand bist, der aus der Mitleidspirale raus will, lass uns doch nächstes Jahr was auf die Beine stellen und Jesus einladen!!! Vielleicht für Einsame, Obdachlose, Alte etc. etc. ein Weihnachtsfest ausrichten??? Lass den Gedanken mal wachsen in dir, denn das ist Weihnachten!

Wir sind es Wert, vorallem NICHT ANGEWIESEN zu sein, dass sich jemand erbarmt! Jesus sieht das Herz, believe me!

Okay, ihr Lieben. Jetzt muss ich noch mal in meinen Text für heute Mittag rein, damit ich nicht zu viele Hänger im Stück habe. 

Ich wünsche Euch ein gesegnetes Fest und ich denke ganz fest an Euch, vorallem an die, denen es gerade nicht gut geht. Aber glaubt mir....wir entscheiden letztendlich, wie es uns heute geht!!!

Falls jemand eine schlimme Krise hat, bitte geht gut mit euch um. Man kann auch für einen Tag in eine Klinik gehen und sich auffangen lassen. Nehmt das auch an, wenn es nicht anders geht.

Ich liebe euch! Mein Herz gehört Euch

Seid fest gesegnet

Frohe Weihnachten und many Blessings!