Heilung von psychischen Erkrankungen ohne lozulassen - geht das?

heute ist wieder so ein Tag, an dem ich über ganz viele Themen schreiben könnte, aber ich muss Schritt für Schritt vorgehen. Ich schreibe, alles was ich hier schreibe, immer nach dem ich die Gedanken in meinen Kopf und mein Herz bekomme. Wenn ich versuche aus mir heraus was zu schreiben, gelingt es meistens NICHT!

Heute will ich mal auf ein Thema eingehen, was mich auch persönlich betrifft und sehr beschäftigt, wenn ich mit Menschen rede oder seelsorglich mit ihnen im Kontakt bin. 

Ohne los zu lassen, psychisch gesund werden oder heilen - geht das?

Ich sage dazu selbst NEIN, auch wenn ich schon viel Heilung erfahren habe. Unter anderem von Panikattacken, Depression, Aggression und vielem mehr. Aber Jesus hat NICHT mit dem Finger geschnippt, sondern erwartet, dass ich SEINEN Weg gehe.

In die Gesundheit und jeder, der ein Zeugnis sein soll oder weiter wachsen, den wird ER NICHT in der Sekunde heilen, wenn die Seele mitkommen muss.

Damit meine ich unsre Psyche, das was Jahre gebraucht hat um krank zu werden. Da geht es um Wiederherstellung und die Heilung ist das was am Ende steht. Gott möchte, dass wir uns dem stellen, was Krank ist! Damit wir nicht immer und immer wieder in die Falle müssen! Denn was ich mir falsch antrainiert habe, sollte, damit ich gesund mit meiner Umwelt und mir leben kann, umgelernt werden! Bin ich zu hundert Prozent überzeugt.

Jesus lehrt mich ja gerade die Liebe. Krass, was das an Veränderung an mir passiert! Menschen mit Borderline und Trauma, die viel Verletzungen erlebt haben, fühlen sich meistens stark und mächtig (das ist nicht abwertend gemeint, denn ich war genauso und muss immer mal wieder aufpassen da nicht hinein zu geraten), wenn wir austeilen. Wenn wir das letzte Wort haben und denken, dem Gegenüber habe ich jetzt bescheid gesagt.

Gestern habe ich auch beim Spaziergang Jesus mal gefragt: "Warum fällt uns Menschen das negative Reden, das jemanden anschnauzen leichter, als ihm zu sagen: "Du bist wertvoll" oder sogar die Annahme des lieben Wortes, das man uns sagt?" Ja, es ist unser noch nicht geformter und verletzter Charakter, den es zu verändern gilt! Es ist soooo schwer! 

Als ich noch komplett in meinen Symptomen war, sah ich mehr Feinde als Freunde. Hörte mehr Gemeinheiten mir gegenüber, als liebe Worte. Weil ich sie hören wollte. Weil meine Welt: Schwarz oder Weiß war! Das Bunte fehlte immer, ganze 51 Jahre fehlte das BUNT in meinem Leben. Gut und Böse...wo das Böse überwog.

Jetzt wollte Jesus da rein. Er will nicht mit dem Finger schnippen, wie ER es schon oft bei mir mit körperlichen Beschwerden tat, sondern ER will uns mündig machen und Lebensfähig. Wenn es dann SEIN Wille ist: uns auch zu Zeugen machen, die nach außen gehen. Manchen dürfen auch zur Ruhe kommen und ein neues Leben führen und da wirken, wo sie sind! 

Nun wird es schwierig, wenn man sich entscheidet - endlich Heilung erfahren zu wollen. Der kranke Mensch, egal welche Störung vorliegt, will gesund werden.

Er erkennt, dass es so nicht weiter gehen kann und das Leben auch anders funktionieren könnte.

Würden wir es nicht erkennen, würden wir unser schweres Los als normal sehen und nichts verändern wollen. (Es gibt leider Menschen, die aufgegeben haben und fest glauben, dass es kein Heraus gibt, ich bin sicher JEDER kommt an den Punkt irgendwann, zu entscheiden: Aufgeben oder Gehen).

Jetzt gibt es oft ein Denkfehler und ich habe es auch unter dem Blog mit dem Dornenbusch beschrieben! Manche denken, sie wollen geheilt werden, aber nur nix im Umfeld, Arbeit oder sozialem Netz verändern. Weil es Angst macht oder trotz des Leides bequem ist. Manchmal sind da aber genau die wunden Punkte. Das was uns verletzt und die psychische Krankheit am Leben erhält und es immer schlimmer werden lässt! 

WIR MÜSSEN LOSLASSEN, das was uns KRANK macht.

Viele die im Glauben stehen, machen auch da Denkfehler. Jesus hat mich da zu heilen! ER hat es doch zugesagt, es zu tun etc. etc. ! Neben dem, dass es dann auch noch solche Christen gibt, die einem falschen Glauben, zu wenig Glauben etc. unterstellen. Lieblosigkeit hoch zehn!! 

Was möchte Jesus tun? Er möchte uns "therapieren und erziehen", nicht alleine. Meistens NICHT. ER stellt uns dann Profis an die Seite, die NICHT immer christlich sein müssen, denn Jesus wirkt durch den, der ER für richtig sieht!

Ich arbeitete fast 25 Jahre mit kleinen Unterbrechungen, mit einem ungläubigen Therapeuten, der zu hundert Prozent von Jesus eingesetzt wurde. Gerade, dass dieser Mensch so lange an meiner Seite war, ist nicht von dieser Welt!

Jesus möchte, das wir mündige Menschen werden, die erkennen, was in unsrer Störung falsch läuft und wir es verändern müssen! Und es KANN JEDER!

Leicht, NEIN das ist es nicht! Es ist einmal Hölle und Achterbahnfahrt gratis! Dennoch steht am Ende, wenn man durch ist:  die Freiheit, das LEBEN!

Jetzt erzähle ich euch mein Zeugnis, wie ich es in diesem Jahr 2019 im Mai erlebt habe. Es gibt einen vergangenen Blog, wo ich es schon erzählt habe, aber nicht ganz so detailiert! 

Viele von Euch dachten oder denken, ich bin sowas Besonderes für Jesus.

WIR SIND ALLE BESONDERS FÜR JESUS!!!

Ich bin halt jemand, die "ja" zu dem Schritt aufs Wasser gesagt hat!

Mein Zeugnis wo es in die Heilung ging (ich glaube man kann das sogar mit der Geschichte von Hiob vergleichen): 

Ich war durch viele schlimme, unmeschliche Umstände in einem ganz schlimmen Zustand. Es war einfach die Summe der ganzen Jahre, in denen ich schlimmes erlebt habe (Traumata, Therapien, Mobbing, Vertrauensbruch etc. etc.), wo es dann schließlich im Mai 2018 zu einem ganz schlimmen Zusammenbruch kam. (Ich berichte auf den vorangegangenen Blogeinträgen)

Ich war wütend auf Gott und schwer verletzt, warum ER diese schlimmen Dinge und Zustände zu ließ. Ich war in Selbstverletzung und schlimmster Depression gefangen! Jeden Tag haderte ich und glaubte Jesus NICHT das ER mich liebt! Alles was ER mir an Vision gegeben hatte, war für mich zerstört! Mitte Mai wollte ich mir das Leben nehmen. (Auch das liest man in den ersten Blogeinträgen).

Nach dem ich wieder aus der Psychiatrie entlassen war und ich jede Woche mit einem Psychologen einen Antisuizidvertrag machen musste, stabilisierte ich mich wenigstens in der Sache. Aber durch die Suizidsache, hatte ich neben dem Mobber etc. noch das Führerscheinamt an der Backe, die mir den Führerschein nehmen wollten und ich ein Jahr schwere Konsequenzen zu tragen hatte. Kein Mensch konnte mir das abnehmen.

Jesus wollte auch, das ich lebe und mir nicht die Kugel gebe und mich verabschiede von dieser Welt. Dafür habe ich auch viel zu lange gekämpft in diesem Leben!

Doch ich wurde durch die ganze Sache sehr schwach, vorallem körperlich.

Mein Darm entzündete sich wieder so heftig, dass er eiterte. Ich wurde intravenös mit den stärksten Antibiotika versorgt! Es ging nicht anders, denn ich habe schon 30cm Darm verloren und schlimme Verwachsungen im Bauch, so das eine OP vermieden werden musste. Das Antibiotika und Gebete schlugen an! Eine Woche später hatte ich durch das Antibiotika, was meine Darmflora zerstört hatte, einen Krankenhauskeim eingefangen und bin daran tatsächlich fast gestorben. Wäre Jesus nicht gewesen und ich nicht gleich ins Krankenhaus.

So krank fühlte ich mich noch nie im Leben. Monatelang kämpfte ich gegen diese Clostridien, wie sich der Keim nennt. Körperlich und psychisch ein komplettes Frack. Ich konnte nur noch vom Sofa auf Toilette, danach war ich fertig. Nur noch eine Freundin hatte Zugang zu mir, alles andere wurde abgeschmettert. Ein Psychologe der Caritas ließ mich nicht aus und irgendwann schaffte ich es in eine Tagesstätte für psych. erkrankte Menschen, damit ich wenigstens was zum Essen bekam und vorallem gesund!

Die Clostridien waren besiegt, der Mobber von Gott hinweg getan, der Schmerz des Verlassen worden sein in größter Not, machte sich weiter im Körper bemerkbar. Ich war froh, dass der Keim jetzt besiegt war.

Es dauerte ganze zwei Tage, da begann ein höllenschmerz in meinem rechten Ohr, der sich in den nächsten Tagen im Gesicht und über dem Kopf ausbreitete. Der schlimmste Schmerz, den es gibt "Trigeminusneuralgie" überfiel mich.

Ich kenne ihn, bei großem Stress macht sich der bemerkbar, aber meist nach zwei Tagen ist es vorbei. Doch dieser Schmerz, war nicht mal mit dem stärksten Schmerzmittel was ich da hatte, zu beruhigen. Nicht eine Stunde hatte ich Ruhe. Jede Sekunde schoss dieser blitzartige Schmerz in mein Gesicht und in den Kopf, dass ich hell aufschreien musste, weil es so schlimm weh tat.

Das ging ungefähr eine Woche. Ich weinte viel und war so wütend auf Gott, dass ER mich in diesem Leben so leiden ließ. Ich versuchte aber alles aus mir selbst heraus oder machte Vorwürfe, die dann wieder in eine seelische Ohnmacht ging. Nun kam der Schmerz auch in die andere Seite meines Kopfes! Es war unglaublich! 

Ich sehe mich heute noch auf meinem Sofa liegen. Nichts ging mehr! Seele kaputt und mein Körper zeigte meinen inneren Schmerz in dieser Dimension!

Hiob..ich denke es war sehr ähnlich! Ich denke der Teufel hatte seine wahre Freude an meiner Qual und er war es, der es mir antun durfte. Ich denke echt, dass es eine Art Prüfung war, ob es wahr ist, was ich anderen Betroffenen erzähle und was ich zu Jesus sagte: "Das ich niemals von ihm gehen würde".

Es sah in dieser Situation so anders aus. Mir gingen die frommen Sprüche der Leute auf den Keks. Die selbsternannten Lehrer, die da draußen sind und alles besser wissen, wie Gott funktioniert und wie schlimm wir Sünder doch sind!

Ich hasste die Christen mittlerweile, weil ich genau durch sie verletzt worden war und in diese Situation gekommen. Das war mein Denken. Es war wahr, es war so, aber von Vergeben und es hinnehmen, keine Spur! 

Da lag ich, jede Sekunde dieser Höllenschmerz, gerade von den anderen beiden schweren Krankheiten geheilt....und schrie und weinte!

Plötzlich kam Jesus mir sehr Nahe, ER zeigte sich ganz deutlich und fing an meine Gedanken zu verändern! Ich schrie ihn an, dass er genauso böse sei, wie alle Menschen in meinem Leben, die mir böses getan hatten! Er ummantelte mich weiter mit seiner Liebe! Ich tobte weiter! Er gab mir den "Befehl" raus aus Facebook, raus aus dem Kontakt mit anderen Menschen, die mich nur mit Bibelsprüchen und klugen Sprüchen bombartierten, aber nicht da waren!

Das war der letzte kleine Kontakt nach draußen, aber wenn Jesus das wollte, so wollte ich es trotz allem Schmerz im Gehorsam tun. Irgendwie ist der rote Faden zwischen mir und ihm, immer da, so das ich in der Not sogar ihm vertraute!

Jetzt war alles weg! Keinen Kontakt mehr nach draußen. Der Schmerz wurde noch mal intensiver und Novalgin, war wie ein Bonbon lutschen. Dann brach es aus mir heraus und es war mein Ernst!!!!

"Herr, ich verstehe dich nicht. Ich denke du hasst mich, du kannst mich gar nicht lieben, was du mir antust! Ich halte das NICHT mehr aus!! Warum tust du das, was willst du von mir?" Ich weinte und schrie immer lauter! Innerlich wie äußerlich! Es ummantelte mich trotzdem SEINE Liebe. Ich kann es nicht erklären, dass muss man erfahren! "Herr, wenn du willst, dass ich so lebe...ich werde es tun. Mit all diesem Schmerz! Ich werde dich, auch wenn du mich so schlägst und das es jetzt gewesen sein soll, was mich im Leben erwartet..dich trotzdem immer bezeugen, was du davor alles für mich getan hast und wie sehr ich dich LIEBE!"

Jesus sprach an dem Abend noch sehr lange mit mir!

Ich für mich war sicher, mein Leben war vorbei, fast verflucht sollte ich weiter leben!

Am nächsten Morgen wurde ich wach....es war, als ob ein Elefant von meinem Körper gehoben wurde und es ganz viel Licht um mich wurde.

Der Nervenschmerz war weg und alles um mich herum war ganz leicht! Ich kann das bis heute nicht erklären.. wie und was genau passierte.

Jesus gab mir die Anweisung bei der Caritas anzurufen und nach einem Ehrenamt zu fragen. Ich konnte das nicht glauben, was ich da hörte, denn ich war noch am glauben, dass ich keine Kraft habe und jetzt sollte ich, die nur noch wenige Schritte gehen konnte und kaum Kraft zum Aufstehen hatte, jemandem anderen Beistehen?

Dennoch war ich gehorsam, denn es sollte ja von Jesus geführt werden.

Ich ließ Leute für mich beten und ich bekam ein Ehrenamt in einem Kloster und seit dem bin ich jeden Tag mehr im Licht und tauche immer mehr in die Liebe ein!

Doch es hat was gekostet. Ich habe ALLES verlassen müssen, was mich zerstört hat. Abhängigkeiten los lassen und vertrauen, dass es Besseres gibt.

Ich gab das Alles her und arbeitete noch weiter an der Veränderung und dem Schmerz, denn das ist notwendig gewesen, aber alles im Gehorsam und bekam nach 51 Jahre endlich ein Leben geschenkt. Ich lebe jetzt gerne und ich kann lachen. Ich kann lieben und viele Dinge, die ich mir NICHT mehr oder nie zugetraut habe, gelingen jetzt.

Ich gehe aufrecht! Die Depression ist zu hundert Prozent geheilt! Aber es hier noch mehr auszuführen, würde den Rahmen sprengen!

Auch du kannst das ALLES!

Wenn ich es geschafft habe, so kaputt wie ich vor dieser schlimmen Zeit schon war und dann diese mega Krise. Das hätte ich nicht überlebt, wenn ich es nicht gewollt hätte und ich es Jesus nicht am Ende alles in SEINE Hand gegeben hätte.

Bitte versuche es. Lass das los, was dich kaputt macht. Weine, schreie und auch zu Jesus, denn ER hält es aus und manches braucht ER auch, um wirken zu können. Lass los, denn in dem was dich kaputt macht, dein Umfeld etc. musst du Befreiung erfahren, damit ein Leben gelingen kann. Weine nicht darüber, dass sich nichts verändert, SEI DU DIE VERÄNDERUNG, sag JA und nimm dein Bett und GEHE!!

Blessings