Mit der eigenen Geschichte nach draußen gehen -mein neues Buch

 

In den letzten Tagen wurde ich ab und zu gefragt, ob ich das schaffe, mit meiner Geschichte nach draußen zu gehen. Ich kann nach dem ich öfter geprüft habe, ob es tatsächlich dran ist, "Ja" dazu sagen. 

Natürlich ist es nicht leicht! Es ist sehr viel in mir heil geworden und mein zweites Buch konnte ich ohne irgendwelche Symptome zu Ende schreiben. Was letztes Jahr noch nicht der Fall und völlig undenkbar war. Es gab noch heftige Krisen, die jetzt komplett vorbei sind. Heilung einfach geschehen ist!

Ich nicht nur das Licht sehe, sondern im Licht bin! 

Warum sage ich dennoch, dass es nicht leicht ist?

Nun, Jesus mutet mir zu, dass ich mit meiner Geschichte offen umgehe und sie erzähle.

Ich bin es normalerweise auch wie andere Opfer gewohnt, die Familie zu schützen, wie es eben Menschen mit traumatischen Erfahrungen immer tun. Das ist auch was ich oft höre, wenn Betroffene mich fragen, woher ich den Mut nehme, mein "Familiengeheimnis" zu brechen. 

Ich habe seit 2009 keinen Kontakt mehr zur Familie, weil sie es so wollen und ich auch durch Therapeuten dazu angehalten bin, keinen Kontakt mehr zu suchen. Da es in der Vergangenheit keine gute Begegnungen gab, sondern sogar eine massive Re-traumatisierung. In meiner jetzigen Lesung werde ich auch genau aus diesem Kapitel vorlesen.

In meinem neuen Buch geht es tatsächlich um das was mir in der Familie passiert ist und auch über Geschehnisse außerhalb der Familie. Es ist ein Teil meiner Lebensgeschichte.

Darüber zu schreiben, trug auch zur Heilung und Vergebung bei! Warum sollte ich darüber schweigen? Weil man das in der Gesellschaft so macht? Sich immer in einem guten Licht präsentieren muss, obwohl bei manchem die Seele schwarz wie die Nacht ist?

Ich tue es auch, weil ich eine Stimme sein möchte, für diese Menschen und vorallem auch Kinder, die nicht mehr schreien können. Die zu schwach sind, alleine aufzustehen und aus dem Trauma heraus zu kommen. 

Wisst ihr, dass heute Tag der Suizidprävention ist? Wenn nicht, merkt ihr, wie laut wir Betroffenen noch werden müssen, das psychische Erkrankungen und Suizid kein Tabuthema sein darf?? 

Auch oft eine Frage die mir gestellt wird: "Ob ich meine Familie hasse oder ob ich einen Groll gegen sie hege". NEIN, tue ich nicht! Ich habe jedem Einzelnen von ihnen vergeben. Meinen Geschwistern und meinen Eltern! Allen anderen Tätern an mir! Ich konnte es und es hat mich frei gemacht. Ich denke nicht, dass meine Familie mir je vergeben kann, weil ich so offen nach außen gegangen bin.

Dennoch wünsche ich mir, dass sie das Licht auch sehen werden und sogar Jesus finden, als den der ER wirklich ist. Frieden machen in sich selbst und mit den Anderen. 

Manchmal denke ich, sie konnten damals so zu mir sein, dann sollen sie auch dazu stehen, das sie damit konfroniert werden könnten.

Da ich Alle beteiligten in meinem neuen Buch unkenntlich gemacht habe, Namen verändert etc. wird auch keiner, wenn sie sich nicht von sich aus zu erkennen geben, erkannt werden. Auch meinen Nachnamen schreibe ich etwas anders als der Rest der Familie. Wobei ich wirklich Blessing heiße, dass ist KEIN PSYEUDONYM oder Künstlername, wie oft angenommen wird.

Wer die Beteiligten erkennen wird, sind sicher meine Verwandten, die selbst zum Teil ein richtig beschissenes Leben hatten und selbst therapeutische Hilfen brauchten. Vorallem werden sie auch damit konfrontiert, was so alles in unsrer Familie nicht gestimmt hat und wie sie geblendet wurden!

Das zweite Buch baut etwas auf dem ersten Buch von mir auf. Es beschreibt unter anderem mehr die von mir erlebten Traumata (detailliert) und meine gesamte Therapie und über 20 Klinikaufenthalte. Der erste Aufenthalt dauerte damals fast ein ganzes Jahr!

Im zweiten Teil des "Schrei ins Leben" schreibe ich auch weniger von meinen geistlichen Erfahrungen, von denen ich viel im ersten Teil schrieb. Es lohnt sich aufjedenfall den ersten Teil zu lesen, da in diesem Buch auch Traumata angesprochen werden, die ich  nicht wieder im zweiten Buch wiederholt habe. Doch jedes meiner Bücher ist NUR zu Ehren meines Herrn Jesus geschrieben und das findet auch im zweiten Buch Erwähnung.

Am 07. Oktober habe ich meine erste Lesung. 2016 hatte ich meine ersten zwei Gehversuche, bis ein Zusammenbruch kam. Daher schickt mich jetzt Jesus komplett hergestellt wieder raus.

Was ich sehr lange geprüft habe, ob es tatsächlich so ist.  Ja ist es.

Ich kann nur staunen wieviel Türen aufgehen und ich kaum etwas tue, nur Gehorsam jeden Schritt, den ER mir zeigt! 

Zur Zeit bin ich auch etwas traurig, mein Therapeut, den ich 25 Jahre kenne und wir mindestens 20 davon gearbeitet haben, ist schwer erkrankt und ich habe etwas Angst um ihn. Ich hoffe, dass Gott ihn wieder herstellt und er weiter machen kann. Ich bin eigentlich immer noch bei ihm und schaue mir einige Verhaltensweisen von mir an, die mir nicht gut tun könnten. Gerade vor den Lesungen hätte ich noch so viel mit ihm zu bereden! Damit ich einfach gerüstet bin, für die Menschen da draußen. 

Nun, ich denke auch das dient wieder dazu, noch mehr Erwachsen zu werden und wirklich in eigener Verantwortung meinen Weg zu gehen. Nicht leicht, schon wieder jemanden so los zu lassen, mit dem ich echt zusammen durch die Hölle gegangen bin und er alles von mir weiß.

Ich war so ein emotionales Baby, als dieser Mensch mich kennen lernte. So kaputt und unreif. Ihm habe ich sehr viel zu verdanken. Ich werde sturm für ihn beten und vertrauen, dass Gott es genau richtig macht und ich werde es so nehmen, wie es kommen soll.

Doch ich will echt vertrauen!

Noch mal kurz zur Familie: Ich liebe sie, auch wenn sie mich verdammen und verfluchten! Ich liebe sie, auch wenn sie mich verstoßen haben und mit mir nichts mehr zu  tun haben wollen. Ich liebe sie, auch wenn sie mich verletzt haben und ich lange Jahre mit den Geschehnissen klar kommen und leben musste und auch muss. Ich liebe sie, WEIL GOTT SIE LIEBT!  Und ich bete auch weiter für sie, dass sie lernen, ohne Hass zu leben! Mit ganzer Liebe habe ich ihnen Vergeben und auch den anderen Tätern. Denn das ist was Jesus mir geschenkt hat, nur so kann man FREI leben!

Vorallem, was du Tätern (auch die ich hatte) antun kannst: die beste Rache ist immer - Wenn du ihnen zeigst, dass es dir wirklich und wahrhaft gut geht! Und das können WIR!!!!

Ich hoffe ich sehe so Einige von euch auf den Lesungen, gerne könnt ihr mich auch im kleinen Rahmen mal einladen. Vielleicht zu einer Wohnzimmerlesung?

Blessings