In der Welt habt ihr Angst - doch wir können sie überwinden

Heute erreichten mich ein paar von Euch und sie teilten mir mit, dass sie Ängste haben und fragten mich, ob ich das nicht kennen würde?

Ich habe bis jetzt mit Jesus geredet und spüre, dass ich dazu was schreiben soll.

Das Thema Angst ist auch in meiner Biografie und später in meiner "Störung" oder "Krankheit" egal wie man das nennen möchte, ein großes Thema gewesen. Unter den Diagnosen steht unter anderem: generalisierte Angststörung.

Meine Angst zieht sich von jüngster Kindheit, bis vor Kurzem. Denn auch in dem Bereich ist viel Heilung passiert.

Natürlich gibt es Angst auch bei mir noch, die vollkommen verständlich ist. Auffallen und krankhaft wird sie erst, wenn sie unser Leben bestimmt, lähmt oder keinen klaren Gedanken mehr fassen lässt.

Gerade gestern erlebte ich es wieder, dennoch auch, wie heil ich geworden bin.

Ich erzähle euch mal von meiner Angst - von früher - und wie es sich gewandelt hat:

In der Zeit, in der ich noch am Anfang meiner Therapie war, war es mir nicht möglich einen Arzt in einem weißen Kittel zu sehen oder mich überhaupt untersuchen zu lassen.

Ich war panisch und oft bin ich auch davon gelaufen oder ließ nichts zu. Ich sprang sogar einmal von einem OP-Tisch herunter, weil ich mich nicht operieren lassen wollte, vor Panik. Jedes Medikament was mir jemand über Vene geben wollte, war eine Tortour, für mich und für die Ärzte. Panik pur vor Allem, wenn was an meinem Körper passieren sollte.

Die letzten Monate hat sich so viel verändert in der Sache, fällt jedem auf! Vorallem den Leuten in der Klinik hier vor Ort, die mich schon kennen, von meinen vielen Aufenthalten in den letzten paar Jahren. Weil ich ständig Psychosomatisch mit den heftigsten Krankheiten reagierte, die sogar fast mein Leben kosteten.

Ich spürte von Mal zu Mal mehr Heilung von der Angst und im Umgang mit den Menschen, die mir eigentlich nur helfen wollten.

Es waren viele Gebete und Gespräche, die ich mit Jesus in meiner Angst führte, nötig. Ich gab ihm Alles und ich begann zu vertrauen, dass mir niemand was böses möchte, sondern nur helfen und ich vertrauen kann, dass es in deren Sinn ist - ihr Bestes zu tun. Plötzlich ließ ich es zu, das Medikamente durch meine Venen liefen und ich machte die "schlimmsten" Untersuchungen mit.

Wie das ging? Weil ich LOSGELASSEN habe! Ich geglaubt habe, dass nichts passiert. Und wenn was passieren sollte, dann würde ich in Gottes Hand fallen und es wäre nur schön dort, wo ich dann bin. Das machte mich ganz ruhig. 

Dennoch kommt immer mal wieder Angst bei mir auf. Wie vor zwei Tagen, als eine Zyste in meinem Bauch geplatzt ist und ich erst mal abgewartet habe, wie es sich entwickelt. Angst, ja - aber ich habe sie ausgehalten und mir selbst gut zugeredet. Gestern bekam ich tatsächlich Fieber und musste ins Krankenhaus. Mir wurde auch was mitgeteilt, was ich jetzt auch aushalten muss, ob es nicht was gefährliches ist oder nicht! Angst, ja - denn die ist normal! Mich von der Angst lähmen und bestimmen lassen - NEIN!

Denn was haben wir in der Hand? Nichts!

Mache ich mich heute und die nächsten Tage verrückt, freue ich mich nicht mehr und meine Gedanken bestimmen, ob ich mich gut fühlen darf oder nicht. Nein, ich will im Hier und Jetzt leben. Und wenn das Hier und Jetzt gerade was Gutes für mich hat, will ich es in vollen Umfang genießen können, ohne die Angst!

Früher, hatte ich die schlimmsten Panikattacken, ich erinnere mich an eine, nach einer Therapie EMDR (eine Form der Traumatherapie, für mich total ungeeignet), welche gemacht wurde. Es ging schief, ich war geschlagene fünf Tage in einer ständigen Panik und Dissoziation, um die Angst überhaupt auszuhalten.

Ein schlimmer, schlimmer Zustand! Und da Medikamente wie Tavor und Co. bei mir Paradox wirken, konnte ich nicht mal etwas nehmen, was mich runter gefahren hätte!

In meinem ganzen Leben bin ich durch Jede Angst und Panik ohne Medikamente durch!

Aber ich hatte meinen Glauben und Jesus an der Seite - meine Medizin. Geholfen hat auch das nicht immer, was auch voll okay und menschlich ist! Doch ich klammerte mich immer wieder daran!

Ich begann auch damit, meine Angst zu begrüßen, wenn eine Panikattacke los ging. Ich fing irgendwann an, ganz laut zu sagen: "Herzlich willkommen, du Panik... magst einen Kaffee trinken?" Ich versuchte es auch etwas ins Lächerliche zu ziehen. Es war ja auch eine komische Situation, irgendwie trotz aller schlimmen psychischen Zustände. Aber dieses laut mit der Angst reden, entschärfte einiges. 

Ich ging auch in die Angst hinein.

Ich erinnere mich an einen Zustand, der auch über Wochen ging, ich war in einer Dauerangst, hatte kaum Zeit mich davon zu erholen oder mal durch zu atmen.

Ich saß im Wohnzimmer in einer Ecke und wollte gar nichts mehr machen, nein, ich konnte nicht. Ich war von Angst und Panik gelähmt. Ich hätte es nicht mal benennen können, wovor ich Angst hatte. Ich hatte einfach Angst, Angst, Angst.

Doch ich machte mich dann irgendwann auf und versuchte entgegengesetzt zu reagieren und zu handeln. Ihr kennt es sicher, wenn man Angst hat, das man wenig an Geräuschen und Menschansammlungen, sprich Trubel haben kann.

Ich war mit dem Zustand ganz alleine, in der Zeit wurde ich auch nicht therapeutisch begleitet. Ich und Jesus,( ich war ganz am Anfang meines Glaubens), machten uns auf - es anders zu versuchen.

Ich ging irgendwann aus der Ecke heraus, zitterte am ganzen Körper, weil ich nicht aus der (Pseudo) Sicherheit heraus wollte. Es begann damit, dass ich mich nur ins Auto setzte, ohne weg zu fahren. Da dies auch kaum möglich war, war dies schon eine Hürde, die kaum vorstellbar ist.

Menschen mit Angst und Panik, wissen genau was ich meine und wie es sich anfühlt. Jeden Tag machte ich mit Jesus diese Übung. Für jeden Versuch lobte ich mich selbst. Irgendwann weitete ich das aus und ging mit Jesus spazieren und Er begann mir schöne Dinge zu zeigen, ich schreibe davon auch im nächsten Buch. So schaffte ich immer ein bisschen mehr. Die Panik und Panikattacken wurden immer weniger. 

Ich musste mich besinnen, was ich gerne machte - zum Beispiel liebte ich den Zirkus. Jesus ging mit mir in den Zirkus und ich begann langsam wieder zu genießen! 

So ging es dann Jahr ein und Jahr aus, immer mehr geübt und vertraut, dass mich die Angst nicht umbringt.

Vorallem muss man sich auch mal klar machen, wieviel von der Angst ist nur in unserem Kopf. Habt ihr mal die Erfahrung gemacht, dass die Angst euch die Nachtruhe raubt, der Kopf überhaupt nicht mehr aufhört sich in Gedanken zu drehen und verwirren? Immer und immer wieder, wird das Szenario durch gespielt und am Ende atmet man auf, weil alles so ganz anders gekommen ist, als man sich verrückt gemacht hat?

Doch was bringt es...? Man pumpt sich mit Angstadrenalin voll, um es dann schwer wieder aus dem Körper zu bekommen. So viele Nerven und Gedanken für oft NICHTS! 

Beginnt mal mit der Angst zu reden, hört sich doof an, aber es hilft echt! Lasst Jesus in die Angst rein, versucht es mal. Zu verlieren habt ihr nichts, nur zu gewinnen. Viel Lebensqualität.

Wie ich Eingangs erwähnte, zog sich Angst durch mein Leben - doch es ist vorbei.

Ich bin nicht SUPERELKE, die besonders schlau oder von Gott mehr geliebt ist. Ich bin wie du und du und du!!!!! Jedem will Gott die Angst nehmen! 

Schrei die Angst heraus - gib sie ab. Was auch gut ist, geh in Aktion, wenn sie dich lähmen will! Vertraue!!! Vertraue auch vorallem dir selbst, dass du Gut bist und Dinge schaffen kannst, wie Jede/r andere auch!!!!!!

Ich bete gerne für dich, gerade in der Sache. Es ist was schlimmes, Angst zu haben!

Blessings