Interview bei Mutmachleute.de

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PTBS, Borderline, Ego-State-Disorder: Mein Glaube hilft mir, nicht aufzugeben!

Der Schrei ins Leben – vom Dunkel ins Licht.

26. Oktober 2018 Betroffene: Elke Blessing Jahrgang: 1967 Diagnose: PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung, Borderline, Ego-State-Disorder) Therapie: Verhaltenstherapie (DBT)

Ressourcen: Mein Blog, mein Glaube, wenige gute Freunde, Spike (mein Hund), Bücher und Poetrys schreiben

Wie und wann hast du von deiner Störung erfahren?

1993 fiel meinem Neurologen/Psychologen auf, dass ich unter Dissoziationen und anderen „Störungen“ leide; zu diesem Zeitpunkt hatte ich gar keine Ahnung von Psyche und deren Auswirkung. Er schickte mich damals sofort in eine Klinik, da ich ambulant keine Chance hätte, diese Dinge, die in mir schlummerten, aufzuarbeiten.

Warum hast du dich entschieden, nun Gesicht zu zeigen?

Ich bin gläubig und mit einem Blog in der Öffentlichkeit, einem etwas anderen Blog über Borderline und PTBS. Ich habe mich entschieden, in die Öffentlichkeit zu gehen, um Menschen, die Berührungsängste mit uns Betroffenen haben, Aufklärung zu schenken. Ich selbst erlebte und erlebe Stigmata und Schubladendenken, es tut sehr weh, doch durch meine Stärke, die ich auch habe, möchte ich Gesicht zeigen und auch anderen Mut machen, denen es nicht gut geht.

Wie hat dein Umfeld reagiert, als es von deiner Krankheit erfahren hat, und welchen Umgang würdest du dir von deinem Umfeld in Bezug auf deine Störung wünschen?

Ich habe noch nie Gutes von Nichtbetroffenen erfahren, viele haben Berührungsängste und wissen nicht, wie sie mit mir umgehen sollen. Einige suchten gar nicht die Nähe oder die Freundschaft, die erfuhr ich hauptsächlich in christlichen Gemeinden. Doch diese Erfahrung, spornte mich an, dass ich ein Mensch sein möchte, der Nichtbetroffenen die Ängste im Umgang mit psychischen Störungen nimmt.

Welche Dinge haben dir am meisten geholfen, die Krankheit zu akzeptieren?

Es dauerte bei mir echt eine Weile, denn ich wollte doch so gerne so normal ticken, wie die „anderen“, aber wer tickt schon normal und was ist normal? Sehr viele Klinikaufenthalte ließen mich die Krankheit mit der Zeit akzeptieren. Zu verstehen, dass es nur eine Störung in der Persönlichkeit ist, die auch ein Chance auf Heilung hat, oder Mann/Frau gut damit leben kann, hat mir geholfen. Egal, wie man die Krankheit nennt.

Welche Ressourcen nutzt du in Krisensituationen?

Ich habe in der Vergangenheit DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie) gelernt – eine Therapieform in der Borderline- und Traumtherapie. Dabei werden Skills in angespannten Phasen eingesetzt.

Was möchtest du anderen Betroffenen mit auf den Weg geben?

Wir (denn ich gehöre dazu) sind wundervoll, schon alleine deshalb, weil wir ANDERS sind. Es gibt Hoffnung zur Veränderung und darauf, dass es uns besser gehen wird. Nur eines braucht es dazu: „Das Wollen“.

Was möchtest du anderen Angehörigen mit auf den Weg geben? Wie können sie dir (einerseits) und sich selbst (andererseits) am besten helfen?

Bitte seht uns, den Menschen, der wir sind! Nicht die Krankheit. Geht mit uns um wie mit jedem anderen. Mich selbst verunsichert es unwahrscheinlich, wenn man mich mit Samthandschuhen anfasst oder mir Unsicherheit vermittelt. Fragt, was ihr wissen wollt.

Was macht deinen Charakter aus und welche Eigenschaft schätzt du an dir am meisten?

Diese Frage ist gar nicht so einfach, weil ich mich manchmal gar nicht so toll finde, aber Freunde schätzen an mir meine Ehrlichkeit, meine Offenheit und meine Liebe, die ich Menschen entgegenbringen kann. Aber auch meine Kraft, die mich immer wieder aufstehen lässt.

Elke schreibt in ihrem Blog Der Schrei ins Leben: Damit möchte sie Aufklärung leisten, was Diagnosen und Symptome der PTBS und Borderline angeht. Diese Seite ist für Betroffene, Angehörige und Begleiter interessant: “In meinem Blog schreibe ich ungeschminkt über meine Gedanken und Gefühle, die ich mit Euch teilen will.” Borderline (Emotional instabile Persönlichkeitsstörung) DBT Dissoziation Ego-State-Disorder Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Autorenlesung in der ev. Gemeinschaft Wolfratshausen 3. November 2016  

Kürzlich fand in den Räumen der evangelischen Gemeinschaft in Wolfratshausen eine Buchvorstellung des Buches „Der Schrei ins Leben– Vom Dunkel ins Licht“ statt – die Lesung wurde von der Autorin Frau Elke Blessing mit Unterstützung des Wolfratshauser Musikers Romano Cunsolo (Gitarre und Gesang) und des extra aus Baden-Württemberg angereisten B. Free (Piano und Gesang) unterstützt. In diesem Buch schreibt die Autorin über ihr Leben nach erlittenen Traumata in der Kindheit und Jugend. Sie schildert ihren Weg, den sie im Glauben gegangen ist und wie sie neben den klinischen und ambulanten Therapien vor allem durch Seelsorge und ihren Glauben an Jesus Christus von der Borderlineerkrankung und einer posttraumatischen Belastungsstörung frei wurde. Am Freitag war der Raum der evangelischen Gemeinde gut mit vierzig interessierten Zuhören gefüllt. Sie wurden von Fernando De Jesus Machado – einem befreundeten portugiesischen Pastor - und dem Pastor der ev. Gemeinschaft Andreas Müller herzlich begrüsst. Anschliessend lauschten sie der Lesung, die mit sehr viel Gefühl dargebracht wurde. Zwischen den Vorträgen sang die Autorin selber bei den Liedern der eigenen CD („u. a. das authentische und individuell komponierte Lied „Der Schrei ins Leben“) mit. Die Resonanz nach der Lesung war sehr positiv. Es gab anschließend noch Zeit mit der Autorin bei einem sehr liebevoll hergerichteten Buffet persönliche Gespräche zu führen. Insgesamt ein sehr gelungener Abend, es wurde zum Nachdenken angeregt und Hoffnung geschenkt, dass es Heilung von schlimmsten seelischen Verletzungen geben kann. Das Buch ist im Selbstverlag erschienen und kann über die Autorin bezogen werden. www.derschreiinsleben oder: elkeblessing@hotmail.com

https://www.zwergerl-magazin.de/Neuigkeiten/autorenlesung-in-der-ev-gemeinschaft-wolfratshausen/