Brauchen wir Christen Gemeinschaft? - Ich glaube JA

Ich wurde jetzt schon paar Mal gefragt, ob ich mich diesem Thema mal annehmen könnte, da es viele Meinungen zu diesem Thema gibt. Auch hier kann ich nur meine Sicht schreiben und das erzählen, wie ich es erlebt habe und erlebe.

Was für mich richtig ist, muss für dich nicht die Wahrheit sein. Doch ich habe es erlebt, dass es die Wahrheit - irgendwie für uns Alle sein könnte.

Ihr, die mich schon sehr lange begleiten und auf dem alten Blog, auch schon dabei waren, kennen mich und die "Gemeinschaftssituation" sicher noch sehr gut.

Nachdem ich so viele schlimme Dinge mit Gemeindeleben, selbsternannten Pastor und Loslassen von Seelsorge etc. erlebt habe, war es für mich klar, ich will NIE WIEDER mit Gemeinde etwas zu tun haben wollen. Es ging am Ende sogar so weit, dass ich mich NIE wieder Christ nennen wollte, weil ich erfahren musste, in der Christenheit gibt es auch nichts, was es nicht gibt.

Ich war echt "Christseintraumatisiert", klingt jetzt vielleicht etwas lustig ausgedrückt, aber es fühlte sich so an. Es tat nur noch weh. Ich wurde von einem angeblichen Pastor und sein Gefolge gute zwei Jahre auf das Schlimmste gestalked und gemobbt. In meiner Gemeinde kam ich in dreizehn Jahren nicht an und man gab mir auch nicht das Gefühl, ein wichtiges Glied dort zu sein, sondern jemand der Andere überfordert.

Ich selbst tat auch nicht viel, um mich zu integrieren. Weil es zu viele Verletzungen gab und ich nicht verstanden wurde. Ich war eher draußen, als ein Teil der Gemeinschaft. Einladungen gab es in den ganzen Jahren so gut wie keine. Nur von einer Familie, die aber die Gemeinde irgendwann verließ. Somit brach auch das "gesellige Leben" in Gemeinde weg. Ich hängte mich an den Seelsorger, was fatale Folgen hatte und ich auch da schwere Schmerzen am Ende erleiden musste.

Ich hatte viele Gespräche mit Jesus, dass ich nie wieder zu einer Gemeinde gehören wollte, ich hatte viele Gespräche mit Menschen, denen es ähnlich ergangen ist und mir zustimmten. Für sie gilt auch, Nie wieder Gemeinde!

Doch was ist passiert? Es ist großes passiert und für mich auch fast nicht zu begreifen. Es dauerte tatsächlich ein ganzes Jahr, in dem Jesus mir Zeit gab, zu schimpfen - zu toben und Gemeinden wie die Pest zu meiden, sogar zu hassen.

Er ließ mir die Überzeugung, es geht nur Elke und Jesus!

Ging ja auch erst mal ganz gut, doch konnte mich nach einiger Zeit der Trauer und wirken meines Gottes, mich langsam wieder auf Menschen einlassen. Aber wirklich ganz langsam. Er arbeitete (stellte mir sie zur Seite) mit Menschen zusammen, die einen christlichen Hintergrund haben (Caritas), aber mich nicht mit frommen Gerede zumüllten! Sondern mich langsam wieder zu mir finden ließen.Ich musste jeglichen Kontakt zu Netzwerken plötzlich lassen und musste meine alte Seite löschen, um in Ruhe gelassen zu werden.

Gott kümmerte sich um den Täter und sein Gefolge und der Heilung von der Trennung meiner Bezugsperson. Es dauerte wie gesagt schon lange, bis ich wieder eine Gemeinde anschaute. In dem Jahr 2018 war ich in genau zwei Gemeinden, um sie mir anzusehen und zu spüren..ob ich den Schritt wieder wagen sollte. Doch es war nicht so, es zog mich nicht wieder dort hin. Jesus selbst sagte mir, dass ich NICHT zur Gemeindehopperin werden sollte.

Ich war in der alten Gemeinde 13 Jahre treu und diese Treue sollte wieder in einer Gemeinde erfolgen. Dann folgte wieder reden mit Jesus, ihm klar zu machen, ich kann das Alleine. Ich brauche keine Menschen, denn sie verletzen nur und sie machten mir Angst. Er wusste dies, dennoch immer wieder das Ziehen in eine Gemeinde zu gehen und ich sollte mich einlassen. Irgendwann beschloss ich, in die Baptistengemeinde zu gehen und einfach mal reinspüren, ob es was sein könnte.

Ich kannte diese Gemeinde schon seit 2009, als Jesus mir den Auftrag gab mich taufen zu lassen. Dort wurde ich getauft, (in meinem Buch könnt ihr die Geschichte nachlesen, spannend). Um das Gemeindethema herum ging es auch immer noch um die Heilung meiner seelischen und körperlichen Schmerzen. Ich merkte wie es immer mehr Licht um mich wurde. Ich ging zwei Mal in die Gemeinde und hatte wunderbare Begegnungen. Doch trauen konnte ich dem Ganzen noch nicht und war auf Habachtstellung, wann die erste Verletzung kommen würde.

Es war nicht so, eher dass ich von da an jeden Sonntag in die Gemeinde ging, es gab trotzdem so einige Kämpfe in mir und außen. Doch Jesus machte Türen auf, die ein Teil meiner Verletzungen auch wieder heilen sollten.

Zum Beispiel, nach dem zweiten Mal in der Gemeinde sein, wurde ich gefragt, ob ich nicht in einem der Lobpreisteams mitsingen wollte. Ich staunte nicht schlecht, ein Thema wo ich in der alten Gemeinde nur noch verletzt wurde. Mein Selbstvertrauen war echt im Eimer, ich hatte keines mehr und wartete auch erst mal mit dem Antworten, bis ich wusste "Ja, Jesus möchte das ich es tue“. Ich stand dann nach zwei Wochen vorne und sang. Ich betete für die ganze Gemeinde und wurde gefragt, ob ich nicht einen Bibeltext lesen wollte. Es war echt kaum zu glauben, dass was mir jahrelang eine Gemeinde verwehrt hat, fragte mich eine andere, ob ich es machen wollte. Nach zwei Wochen!

Doch nach dem Gottesdienst wurde ich erneut angegriffen und wurde sehr krank. Ich bekam Nervenschmerzen im Gesicht und Kopf, es war kein Singen oder lesen mehr möglich und es dauerte drei Wochen bis der Schmerz weg war oder so, dass ich mich auch wieder unter Menschen traute. In den drei Wochen passierte trotz allem sehr viel. Ich wollte aufgeben und dachte: Okay, jetzt ist es genau so passiert wie in der alten Gemeinde auch, ich bin da und bringe vollen Einsatz und jetzt komme ich plötzlich wochenlang nicht. Ich hörte genau das, was immer zu mir gesagt wurde: "Elke, auf dich ist kein Verlass, deine Krankheit lässt nicht zu, dass wir dir einen Dienst geben...“!

Dieser dreckigen Lüge begann ich wieder zu glauben. Doch Jesus aktivierte seine Helferlein wieder, in Form meines Therapeuten und Sozialpädagogin, die mich überzeugten, es trotz allem noch mal zu versuchen. An einem Morgen bin ich mit Jesus dann wieder in die Gemeinde gegangen und es war wieder sehr schön!

Mittlerweile bin ich jeden Sonntag in der Gemeinde, es ist letzten Sonntag passiert, dass ich mich nicht aufraffen konnte und den Gottesdienst verpasst habe. Dennoch merkte ich, dass ich gerne noch meine Geschwister sehen wollte und Gemeinschaft haben. Ein riesen Wunder, was ich so noch nie erlebt habe!

In der neuen Gemeinde gehöre ich dazu, ich bin NICHT anders, ich bin NICHT die Komische und werde wegen meiner Geschichte nicht ausgegrenzt!

Geglaubt, dass es so was gibt, habe ich nicht mehr. Aber ich habe mich getraut, ich habe Jesus geglaubt, dass ich andere Erfahrungen machen kann, wenn ich mich einlasse.

Die neue Gemeinde ist in einem vollen Aufbruch. Es sind alle Schichten der Gesellschaft dort und JEDER darf sein. Sie strukturieren sich neu und wollen für ANDERE da sein und etwas starten, wozu sie berufen sind. Kein neuer Wein in alte Schläuche! Klar gibt es hier und da auch Dinge oder Menschen wo man mal denkt... grrrrr! Aber auch da merke ich die Heilung, die passiert ist. Ich kann sie stehen lassen, wie sie sind. Solange eben niemand Schaden nimmt. Denn jeder ist ANDERS und JEDER ist okay!

Wir müssen eben mal einen Schritt zurück gehen und den Anderen mit Liebe betrachten. Versucht das mal, jedes Mal wenn ich den Impuls bekomme, Nee der geht gar nicht, versuche ich ihn im Licht zu sehen und plötzlich kommt diese Liebe, die mir Jesus vor ein paar Wochen geschenkt hat. Ich kannte die Form von Liebe nicht und ich hätte sie niemals alleine "draufarbeiten" können. Ich denke, wenn man versucht von sich aus zu Lieben, dann wirkt man sehr heuchlerisch.

Ich mied auch Hauskreise wie die Pest. Jetzt lasse ich mich gerade wieder neu auf Einen ein und merke, ich darf sein!

Warum ich letztendlich denke, das Gemeinschaft wichtig ist? Weil ich endlich einen Platz gefunden habe, wo ich mich echt Zuhause fühle, geborgen und gewollt. Das ist ein ganz wichtiger Baustein in meinem Leben, ich musste die Erfahrung machen, die ich gemacht habe. Es geht auch darum zu schätzen, was man in Jesus Familie auch geschenkt bekommt, ganz ohne Erwartungen! Es ist eine Stütze für viele praktische Dinge im Leben und man kann geistlich zusammen wachsen.

Wenn ich jetzt Alleine geblieben wäre, weiter zurück gezogen, hätte ich keine Chance mehr auf Wachstum gehabt oder auf das Abenteuer gemeinsam Gottes Armee zu sein! Gemeinsam den Weg gehen, den Ruf hören für Andere da zu sein.

Ich liebe es mittlerweile, ein mega Wunder! Ich würde dir raten, die/der schwer verletzt ist von Gemeinde (und es sind viele, zu viele) hört darauf was Jesus zu euch sagt! Hört ob es doch nicht einen Platz für euch gibt. Sucht nicht in X Gemeinden nach dem was passen könnte. Denn es passt NIE zu hundert Prozent. Überall sind Menschen in Gemeinden und überall gibt es mal gute Dinge und mal schlechte.

Jesus kennt die Gemeinde in der Du ein Teil sein sollst.

Wenn es immer wieder nicht klappt in Gemeinden, dann schreibe es nicht nur den Gemeinden zu. Dann wird es Zeit auch mal zu schauen, wie muss ich mich verändern. Was ist mein Part, dass ich nicht ankommen kann. Das ist wichtig! Es gibt immer zwei Seiten.

Ich machte sicher auch sehr viele Fehler in der alten Gemeinde und konnte es nicht reflektieren, da das Werkzeug fehlte. Aber ich bin wie gesagt daran gewachsen. Trotz allem Schmerz, der mich fast das Leben kostete, wurde ich frei, ich liebe und lebe Gemeinde. Sogar meine Alte, auch wenn mich noch viele Dinge stören, doch es ist nicht mehr mein Platz. Ich habe neu gestartet, bin da wo Jesus mich haben möchte und da möchte ich SEIN, wie ich bin und mit dem was ich mitbringe.

Ich muss/darf Menschen aushalten, wo es mal kriselt, aber sie mich auch. Das schafft man, mit dem der an unsrer Seite ist - Jesus - . Lasse dich wieder auf das Abenteuer Gemeinde ein!

ER HAT DICH AN DER HAND.

Blessings