Warum gehen wir durch den Dornenbusch? - wagen wir den Dornenwald zu verlassen?

Meine neue Seite ist noch nicht lange online und es tut sich einiges. Ich bin wirklich erstaunt, wieviel Leute tatsächlich wieder on Board sind und die Texte gelesen haben. Ich habe von Euch einige Reaktionen auf meinen Text: "Hilft mir Gott" bekommen. Ich danke euch sehr von Herzen, dass ihr mir da Feedback gegeben habt, denn das zeigt mir, es ist richtig weiter zu machen! 

Ich habe so viele Gedanken im Kopf, soviel was mich beschäftigt und was ich euch gerne noch alles so mitteilen möchte. Eigentlich wollte ich heute über "Dankbarkeit" schreiben, aber das muss etwas warten, weil ich mit dem Hilft Gott noch beschäftigt bin. 

Aber wie ich in dem Text schon sagte: "Ja, er hilft jedem! Wir müssen ihn lassen! Was Veränderung bedeutet: gehorsam in die vielen Ängste, die uns begegnen werden, gehen!" Es ist auch in der Beziehung mit Gott oft ein NEHMEN und GEBEN.

Doch natürlich, es gibt noch Wunder und es gibt auch noch die Spontanheilung. Klar, auch das habe ich erlebt. Meist bei körperlichen Leiden. Wie eine Heilung der Leukämie, die ich mit 18 Jahre hatte und eine Darmperforation 2016! 

Doch wenn es um seelische Dinge geht und darum, dass wir Dinge verändern müssen, sogar aus dem Leid lernen, wird Gott es uns NICHT einfach so weg nehmen. Oft werden auch die Dinge, die wir zusammen mit Jesus lernen und durch die wir durch gegangen sind, gebraucht, um ein Zeugnis zu sein und vorallem Menschen in Leid und Not zu helfen. Wege aufzuzeigen, die sie im Dunkel gerade nicht sehen können. Denn in der tiefen Not ist es sehr dunkel.

Bei mir war es auch so, das Ratschläge, fromme Worte oder Floskeln mich noch mehr runter zogen und mir wie Ohrfeigen vorkamen. Jedes Wort was an einen ran geredet wird, fühlt sich wie ein Hammerschlag an. In der Zeit, wo es uns so schlecht geht und alles verloren geht, geht es nur darum zur Ruhe zu kommen.

Meist müssen wir raus aus dem Alltag oder dem, was mich gefangen hält. Gewohntes verlassen, um gesund zu werden.

Warum sind wir Menschen manchmal so, dass wir den Dornenbusch der Veränderung vorziehen? Kennen wir das nicht, dass wir selbst am Boden und dem Verlust aller Kraft,  noch versuchen in dem gewohnten Trott zu bleiben. Der uns vielleicht schwer verletzt oder immer weiter die Kraft rauben wird. Bis nur ein Ausweg bleibt, sich von diesem Leben zu verabschieden, um endlich Ruhe zu haben?

Ich will jetzt nicht sagen, das es DUMM ist, aber es fühlt sich dumm an! Wir gehen lieber durch den Dornenbusch und holen uns immer wieder neue Striemen, Narben und Blutungen, die schmerzen, statt mal den Mut zu haben, endlich den neuen Weg einzuschlagen. Statt dessen Jammern wir über unser Elend was Niemals enden will.

Aber es ENDET! Doch wir sind gefragt. Jeden Schritt, den wir in die richtige Richtung gehen, wird Gott belohnen und uns die Kraft dafür schenken. Was wir geben müssen, ist unser Vertrauen. In uns, die Menschen die uns begleiten und Jesus - der uns die meiste Zeit tragen wird! 

Ich war seit meinem 13. Lebensjahr einer Frau verfallen, die mich missbrauchte und ich in diese Hölle geriet, weil ich geliebt werden wollte. In meinen Büchern schreibe ich davon. Dieser Missbrauch hielt 17 Jahre an, ich konnte mich nicht lösen. Ich kannte Gott, lebte aber nicht wirklich mit ihm und ich flehte die ganzen Jahre ihn an : "Bitte befreie mich aus dieser Abhängigkeit, oder ich bringe mich mit 30 Jahren um". Es war mir vollkommen ernst! Es gab für mich damals sowas wie die vorlaufende Gnade. Ich wurde 30 und glaubte nicht mehr daran, dass er mich aus der Hölle befreit! Die Tabletten lagen auf meinem Nachttisch und ich wollte es beenden. Doch in mir hörte ich eine Stimme: "Ich werde dir heraus helfen, doch du musst den Weg gehen, der dich in die Freiheit führt! Du musst alles hier beenden und gehen! Doch es wird sehr weh tun!" 

Nur wohin? 

Ich wäre in der Nacht gestorben, wenn mir Gott diese Gnade nicht erwiesen hätte. Nur es kostete sehr viel. Ich VERLOR ALLES!!! Heimat, Familie, Geld die komplette Existenz und ließ mich in eine Klinik einweisen (wo schon mein jetziger Therapeut mit mir arbeitete) und war dort ein ganzes Jahr, um die Ablösung zu schaffen. Diese Frau war auch ein ganz schlimmer Narzisst. Gott hatte ich bald wieder vergessen. Es gab Rückschläge, aber ich blieb auf dem Weg. Ich weiß Jesus hat da schon geführt (wie mein Leben vorher auch schon). Doch dieser Weg war schmerzhaft, auch Dinge und Menschen die ich liebte, musste ich zurück lassen. Ganz alleine in einer ganz anderen Welt, durch den Dornenwald und auf eine Wiese, die mich weiter (ab und zu weitere Dornenbüsche) in ein neues Leben und ganz zu Jesus führen sollten. Denn es war SEIN Plan, nicht meiner! Ich war nur gehorsam.

In Bayern, nach der Klinik arbeitete ich weiter an meiner Heilung und ich fing ganz neu an. Irgendwann fand ich eine kleine Wohnung, ich zog dort ein: Mit Matratze, einer Gabel, Löffel und einen Topf. Ohne Geld, ich hatte nichts. Was ich hatte, wie mein Auto damals, machte ich zu Geld. Aber, wäre ich nicht "gegangen" ich wäre heute Tod.

Das was ich hier geschafft habe, dass schaffst du auch!! Jeder kann das schaffen und jeden möchte Jesus dabei begleiten.

Wisst ihr, Zeugnisse sind was wunderbares! Doch kommt es mir echt langsam so vor, als ob in den christlichen Medien ein Zeugnishype entstanden ist. Ich sage jetzt was ganz provokantes: Von 100 Zeugnissen, nehme ich es nicht mehr als 10 ab, was sie erzählen. Einiges mag dran sein, aber wenn man mal genau zuhört und beobachtet, wie dann plötzlich aus einem Zeugnis eine Tournee und X Bücher werden, lässt es mich richtig skeptisch werden. Die Leute kommen aus dem Nichts oder sind von irgendwelchen anderen gepuscht worden. Sowas wurde mir fast zum Verhängnis, aber davon schreibe ich irgendwann mal. 

Was ich hier auf meiner Seite mache, ist...euch mit rein nehmen, wie ich Heilung erfahren habe und welche Hürden ich noch nehmen muss, denn auch ich bin noch nicht am Ziel. Ihr werdet alle Hoch und Tiefs mitbekommem, alle Zweifel auch an unsrem Gott, denn auch ich bin kein Superchrist! Wenn ich es nur für Einen hier mache, dann haben Jesus und ich schon erfüllt, was zu erfüllen ist!

Diese kleine Geschichte aus meiner Biografie war nur ein kleiner Ausschnitt, ich werde euch noch mehr erzählen, im Laufe der Zeit. Auch der zweite Teil der Biografie wird gerade geschrieben und da erzähle ich ALLES was an Traumata passiert ist. Von Anfang an bis zum heutigen Tag meiner Therapie. 

Ich hoffe ich darf DIR sehr sehr viel Mut machen Dein Leben zu leben! Ich hoffe, Helfer lernen auch ein bisschen aus meiner Geschichte und können etwas abspüren, wie Existenziell es für den Hilfesuchenden ist, die Hand gereicht zu bekommen. 

Gehen wir es an!

Blessings