Warum siehst du nicht

Warum siehst du nicht

 

Es ist grau, grau um mich, wie in einem Nebel versuche ich

durch die Welt zu gehen und kann nicht mehr richtig sehen,

was ich kann oder

nicht kann

denn etwas hat mich in seinem Bann

aus dem ich nicht heraus kann

da ist eine Hand die mich hält und doch so quält,

weil sie zwar erkennt, doch sich nicht wirklich

zu mir bekennt

Weil sie nicht sieht, was in mir ist

und was „es“ so schmerzlich vermisst.

 

Warum siehst du nicht, was mich zerbricht?

Was sich in meiner Seele breit gemacht hat –

und mich zerfrisst

 

Warum siehst du nicht, dass Deine Worte mich verletzen

die platt gesagt, obwohl ich es gewagt..

meine schlimmsten Dinge mit dir zu teilen

und das nicht begreifen, in welcher Not das Kind in

mir schreit und weint und nur will vereint

sein,

mit Menschen die es liebt und es lieben

und nicht weiter verletzen und bekriegen.

 

Warum siehst du nur das was dir wichtig ist?

Warum hälst du

nur die Hand derer, die Deine „Familie und Freunde“ sind?

Doch

immer wieder sagst du, ich sei es auch

und schweigst dich aus, gehst aus dem Kontakt heraus.

Brauchst eine Pause von mir, denn es nervt dich auch

das Tier in mir.

Wunderst dich das ich mich

immer mehr verkriechen muss in mein selbst geschaffenes

Schneckenhaus

 

Aus dem ich nicht mehr heraus

möchte,

weil die Welt so kalt ist

Dinge die ich tue, sich anfühlt wie Mist

und jedes bemühen,

jeder Stolz

des inneren Kind

weg getragen wird

mit dem Wind

 

 

 

Warum siehst du nicht, dass du es bist,

der mir den Halt gerade geben kann

und mir immer wieder die Hand die halten soll

entziehst.

Mein Bemühen zu sein wie ihr, die so heil in dieser Welt

scheinen,

die nur selten Weinen und Gefühle zeigen.

 

 

Du müsstest nur einmal durch meine Augen sehen, dann würdest du

verstehen,

wie es ist, wenn in dir alles schreit und die Hilfe so weit

und

du siehst, wie du dem anderen immer mehr zur Belastung

wirst und er sich entzieht

Die Panik alleine zu sein, dass schreien

das nicht verstummen

die nie endende Pein

 

und dabei, möchte ich nur verstanden werden, gesehen werden

Anerkennung und Lob

Doch das ist so fern.

Anscheinend gibt dies niemand gern

 

Wenn ich mich öffne, komme ich mir vor wie von einem anderen Stern

weil ich zeige was in mir ist und was ich brauche.

Von Christen kommen dann platte Sprüche

die sie sich zusammenbrauen

in ihrer geistlichen Küche.

„Du bist nicht alleine Jesus ist mit dir“,

„was willst du denn, ER ist doch immer bei dir“.

 

Statt zu helfen und aktiv zu werden,

wird Jesus an diese Stelle gestellt,

der Held

der alles gerade biegen muss,

weil der Mensch keine Zeit mehr hat, das Wort werden zu lassen

zur Tat.

Mit der Zeit kommt auch der Verdruss, weil ja die Heilung schnell gehen

muss

 

ich weiß du bist schon viele Jahre

Treu an meiner Seite

lange Zeit, sehr lange Zeit ist vergangen

wo ich war gefangen,

nicht mein wahres Gesicht zu zeigen

das was in mir ist, sein zu lassen

ich wusste du würdest manche Teile davon auch hassen

So ist es auch.

 

 

Warum siehst du es nicht, wie alles zerbricht

was so zart aufgebaut war

Jetzt wo ich nach Hilfe schreie, gehst du weg

und ich denke nur noch

was hat das alles noch für einen Zweck.

 

Mein Lebenswille die Kraft wird immer blasser,

doch den Schrei hörst du nicht

Es geht um mein Leben

doch immer wieder musst gehen

nach dem Motto wir werden

ja sehen

ob du morgen noch lebst.

 

Warum gehst du nicht ganz?

Warum machen wir den Tanz?

Wo soll das hinführen, zu geschlossenen

Türen?

Die irgendwann von dir oder mir geschlossen werden,

weil wir uns nicht mehr verstehen?

Ich finde dann solltest du gehen,

wenn du beginnst

zu erkennen,

dass du gar nicht mehr willst

die Hand sein,

die mich halten kann,

nicht nur dann und wann

sondern jetzt wo es brennt und

es um mein Leben geht, jetzt brauche ich

dich

nicht wenn du mal Zeit hättest,

dann ist es vielleicht irgendwann zu spät

und wir haben es verpennt

 

Deine Worte an mich waren: „Wir geben nicht auf“

Doch die Taten sprechen andere Worte

ich bin das Monster von dem man sich abgrenzen muss

ständig in sich fühlt den Frust.

Weil ich nicht wie eine erwachsene handeln kann und

funktionieren

reagieren

Masken tragen

müsste um ein Teil eurer Welt zu sein

 

Es geht einfach noch nicht.

 

Bitte habe Geduld mit mir,

zeige, dass es gut ist was ich tue

zeig mir in Ruhe,

dass ich wertvoll bin.

Das sind doch Deine Worte und die von unsrem Herrn

ich möchte es glauben, ja das möchte ich so gern

 

Doch wo gehöre ich hin,

zu dir gehöre ich nicht

Verlassen habe ich alles, was du noch besitzt

für andere ganz normale Dinge

und wieder schreit in mir das Kind

„gib mir das auch, ich möchte das auch“

Das was es nie hatte. Angenommen sein

gehalten und gesehen werden

ist das nicht normal auf Erden?

 

Doch mir wird nur gezeigt,

dass darf nicht sein

„Du kommst da nicht rein“

in meine Welt, die ich mir selbst geschaffen

Wir können uns sehen und reden,

wenn es

kritisch wird,

ist es für dich okay, by the Way

wenn ich „aufgeräumt“ werde.

 

Egal wie schlimm es dann für mich wird

Hauptsache ich störe nicht mehr und

bin weg.

Denn in Wahrheit bin ich nur ein Seelsorgefall,

der die Brotkrumen bekommt, abzuwarten

ob sich das lohnt oder irgendwann kommt der Knall.

 

Alles in mir schreit, geh nicht weg.

Doch es hat keinen Zweck, wenn Mensch

die liebe doch nicht hat

Erzwingen kann man es nicht, dass jemand mit

Dir

will Zeit verbringen, da hilft

nicht ringen

um Aufmerksamkeit.

Es muss Liebe sein, die verbindet

die nicht schwindet

wenn es schwierig wird

 

Würdest du nur sehen

mein Flehen, danach

das du nicht gehst

doch jeder Mensch ist frei zu entscheiden,

denn wegen mir sollst du niemals leiden

Ich hab nur das Beste für dich im Sinn

geh halt

wenn es dich so stört

das ich bin, wie ich bin

 C) all rights reserved, Elke Blessing Januar 2018