Gefühlsdrama durch Egostates entlarven - eigenes aktuelles Beispiel

Seit ich mich mit/an meinen Egostates arbeite, wird mir immer mehr bewusst, wie ich ticke und wie ich in der Vergangenheit bei manchen Begebenheiten getickt habe. Das Analysieren hilft mir, mich damit auseinander zu setzen und zu merken, wer oder was, war da gerade am Lenkrad.

Zur Zeit ist es wieder aktuell, dass viele Dinge und Situationen auf mich einströmen. Ihr wisst ja, mein Leben die Popcorntüte.

Mein Seelsorger ist drei Wochen im Urlaub. Früher war ich es von Therapien und Therapeuten gewohnt, dass immer Plan B greifbar ist. Das heißt, Notfallplan oder Menschen statt dessen greifbar sein sollten. War auch erst so gedacht, aber der ICH-State (den nenne ich mal so, der erwachsene Anteil) möchte es nicht mehr. Ich möchte für mich in der Zeit selbst verantwortlich sein und immer mehr erleben, dass ich solche Zeiten überleben kann. Ja, super Einstellung. Cool

Es ist machbar, so langsam entlarve ich, wer gerade da ist.

Und doch, jetzt passiert es. Bevor Andreas in den Urlaub ging, versuchte der Bodyguard, alles zu finden, was den Seelsorger schlecht aussehen lassen wird. Damit der Trennungschmerz aushaltbar ist. Der wieder vom inneren Kind kommt, das überhaupt nicht mit Verlassen werden klar kommen kann. Obwohl das Kind immer verlassen war. Doch jemanden, der "Da" ist, wird schwer wieder los gelassen.

Aboslutes Gefühlschaos. Zuerst war die Angst, dass ich die drei Wochen nicht schaffen werde, wenn ich keinen Ansprechpartner habe. Die Kinder und Jugendlichen sehen immer, dass sie alleine sind. Das alles alleine gerichtet werden muss. Nichts und niemand hilft. Und doch der kindliche Glauben, dass da jemand ist, der hilft, den man nicht sehen kann. Das war, was mich als Kind und Jugendliche überleben hat lassen. (Jesus der sich da schon gezeigt hat, ohne das ich wusste, dass ER es ist).

Ich habe ja jetzt die aktuelle Situation. Auf meinem Blogeintrag vorhin sprach ich von "geh nicht immer in die Vergangenheit". Ich bin sicher, dass es nicht immer mit Absicht passiert. Aber passieren kann. So doof war ein Anteil gestern auch. So richtig geschnallt habe ich es, als ich aus dem Gefühlschaos des Jugendlichen raus kam. Okay ich erzähle es euch mutig, dass ihr verstehen könnt:

Andreas ging weg mit der Ankündigung, dass alle mobilen Geräte drei Wochen aus sein werden. Fiese Sache! Denn ich habe jeden Tag  Kontaktmöglichkeit, wenn er da ist. Also stürzt die Sicherheit (für das Kleinkind und Jugendlichen) von 100% auf 0. Ganz blöd! Denn in der Re-traumatisierung im Okotober 16 ist genau das auch passiert, mit Menschen denen ich zu vetrauen begann. So also sind Beide auf dem Tablett, vielleicht auch noch ein Kind zwischen 8-12 was total emotional vernachlässigt wurde. Der Schmerz, Traurigkeit und Angst wurde schlimm. Daher kommt der Bodyguard und Mein Kernich nach oben, um das auszuhalten. Veränderung, denn früher habe ich die Gefühle abgespalten oder in der Selbstverletzung ausgedrückt. Doch seit ich die States entlarve und zu händeln versuche wird es immer besser. (Vor allem, ich mache keine Egostatetherapie in dem Sinne, sondern ich werde im Glauben und geistlich richtig geführt, auch Andreas), das ist ein Wunder, was ein fettes Zeugnis ist. Und kaum erklärbar, dass es Jesus ist, der diese Dinge erkennen lässt. Aber weiter in meiner Geschichte die da ist.

Gestern geschah es dann und das ist unfair und hat mich total bescheuert reagieren lassen und der Schmerz und Misstrauen davon, ist immer noch da und muss ständig korrigiert werden.

Der Bodyguard hat mich gestern in das Jahr 2009 zurück gebeamt, (leider gibt es da noch ganz viele Emails, die das alles unterstrichen) um mir zu zeigen, dass ich keinem in meiner Umgebung trauen kann. Der Pastor ist schlecht, die Gemeinde ist schlecht. Ganz schlecht die Ältesten. (Fette Lüge mein Kernich weiß das, ABER...Bodyguard hält das für die Wahrheit und ist lauter als mein Kernich. Er dominiert immer noch alles).

2009 was war da: Ich war in dem Jahr zweimal (durch Fluchttendenz, die Gott sei DANK in der Form nicht mehr da ist) Obdachlos. Einfach alles aufgegeben. Wohnung und sogar Möbel. Einfach alles. Das tat ich früher um Frei zu sein, was immer ich auch darunter verstand. Ich war Obdachlos, aber es interessierte die Gemeinde nicht. Deshalb wurden sie für den BG (Bodyguard) zu Menschen, denen ich nie vertrauen könnte. Im März 09 kam es zu einer Krise in der Gemeinde, an der ich nicht Schuld war, sondern mir nicht geglaubt wurde und ich verleumdet wurde (jetzt ist die Wahrheit da, aber keiner von den anderen ging in die Vergebung). Dadurch kam es zu gewissen Sanktionen, die der Bodyguard bis heute nicht versteht (da er selbst Jugendlicher ist). Der Stress dadurch wurde so schlimm, dass der Seelsorger damals die Arbeit mit mir hin schmiss. Paar Monate später kam eine schwere Re-Traumatisierung in Amerika (seit dem habe ich keinen Kontakt zu meiner Familie). Dort schrie ich per Email, so lange es noch ging, vor dem Nervenzusammenbruch, nach meinen Geschwistern in Deutschland. Eine Mail ist dabei, da schreibe ich nur "Hilfe". Die Reaktion meiner Gemeinde und damaligen Seelsorger...keine. Ich solle aushalten. Eine Freundin die nichtgläubig ist, holte mich mit der Kreditkarte ihres Chefs nach Deutschland. Ich wäre in Amerika gestorben. Als ich in Deutschland war, redete ich mit keinem mehr über die Sache. Obwohl meine Familie, bis ich alles gelöscht hatte, mich noch bedrohte. Meine Flucht sollte in die Bibelschule gehen. Ich machte einen Probetag und es war der Hammer, wollte da bleiben und alles schien, dass sie mich gerne nehmen. Doch der Leiter der Schule, wollte mich auf Grund meiner "Vergangenheit" nicht. Obdachlos zum zweiten. Wieder alleine Kämpfen. Im September 2009 kam es dann zu einem vereiterten Dickdarm, dort war der ganze Stress und die Traumata von Amerika, das Verdrängen "gespeichert". Ich musste operiert werden und 30cm Darm wurden mir dabei entfernt. Andreas den ich damals wieder gebraucht hätte, war im Urlaub (merkt ihr was?).  Als er dann wieder da war, war ich schon operiert. In meinem Buch schreibe ich von der Zeit auch. Er kam einmal und besuchte mich. Als Pastor der Gemeinde.

Damit war es nicht erledigt, zwei Wochen später bekam ich in beide Beine eine Trombose. Ich lag eine Woche im Krankenhaus, bis auf eine Schwester der Gemeinde, kam NIEMAND mich besuchen. Es war die Hölle. Das gab ich in der Gemeinde zu verstehen und ich wurde wegen "Rebellion" von vielen in die Schublade gesteckt. Meinen Schmerz verstand niemand.

Ich versuchte als letzte Chance in eine christliche WG zu flüchten, doch da kam ich nie an, es war furchtbar. Dann kam meine Taufe, die ein damaliger Ältester (der nicht mehr in der Gemeinde ist) furchtbar boykotierte, weil er meinte die Babytaufe reicht. Es war ganz schlimm, wie er mich leiden ließ. Vor zwei Jahren....hat er sich selbst noch einmal taufen lassen. 

Danach, Ende 2009 ....nahm der Seelsorger wieder die Arbeit mit mir auf. Aber wann, wie, warum ...ist immer noch nicht klar. Verdrängt.

Aber das war 2009 in Kurzform. Jesus sagte mir gestern, dass dies der Punkt ist, wo es zum Vertrauensbruch zwischen mir und der Gemeinde kam. Und genau das ist der Zeitraum, genau dieses Jahr, wo mir der BG erzählen will: "der Seelsorger ist nicht für dich, du bist sein Job, es geht nie um dich".

So und jetzt... gestern glaubte ich der Lüge, wegen all dieser Geschichten in nur einem Jahr. Weil die Verletzungen immer noch irgendwie im Raum stehen. Die muss ich ans Kreuz bringen, Andreas und der Gemeinde ganz klar die Vergebung aussprechen, dass Jesus da rein kann. Denn diese Lüge wird auch benutzt. Gestern habe ich dem Seelsorger eine Mail geschrieben, in der ich ihm sagte: Ich kann ihm gar nicht vertrauen! Heute tut es mir voll leid, dass ich es geschrieben habe, bzw. der Anteil in mir.

Merkt ihr die Lüge. Der Seelsorger ist nicht mehr der in der Arbeit mit mir, der er vor Jahren war. Denn auch er ist gewachsen und weiß jetzt meine Geschichte und was mit mir ist. Vorher tappte er nur im Dunkeln und verstand den durchgeknallten Borderliner nicht... Auch das mit den States wusste er nicht. Das Arbeiten ist ein ganz anderes. Aber wenn so ein Anteil übernimmt und das Ichstate dominiert, dann ist die Lüge real. Das 2009 nicht optimal gelaufen ist, ist erkennbar. Aber es ist VERGANGENHEIT und da muss ich lernen diesem State es zu verbieten, mir immer beweisen zu wollen, dass die Gemeinde und und und alle schlecht sind. Weil es mal so war. Ich habe mich verändert, tue es immer noch, denn ich arbeite an mir. Andreas hat sich total verändert. Das muss ich ins Gefühl lassen. Das ist was alle mit Egostatedisorder tun müssen. Die Dinge entlarven und sie lebbar machen.

Naja, die Mail ist draußen, aber ich weiß, dass der Seelsorger kapiert, wer oder was geschrieben hat. Denn mit diesem Egostate (BG) hat er echt viel zu tun, dieser State hasst Andreas. Aber bald wird er in den Hintergrund müssen. Da bleiben darf er, weil er kämpft...wenn ich selbst nicht mehr kann.

Ja ist schwierig zu verstehen, aber es ist wichtig, dass Menschen kapieren...wie Mensch ticken kann, bevor das Urteil kommt.

Und nochmal, Egostates hat jeder gesunde Mensch auch, nur sie kontrollieren sie besser.

Fragt gerne was unklar ist oder Du wissen willst.