18. Mrz, 2019

Sei ehrlich - egal was Andere über dich sagen! Rede NICHT nach Menschenmund

Komme gerade von der Therapie zurück und bin total genervt. Weil ich mich echt fragen muss, ob das Alles noch einen Sinn macht. Sich die Dinge, die nicht rund laufen bewusst zu machen und dann darüber zu reden, reden, reden.....wie es gehen "Könnte". Doch es sollte um die Umsetzung des Ganzen gehen. Warum quält man sich so? Ist Therapie vielleicht auch nur eine Anpassung an die Gesellschaft? So zu werden wie die Menschheit tickt? Egoistisch, Ellbogen raus und den eigenen Bedürfnissen folgen. Arbeiten bis zum Umfallen, dass die Mitmenschen sich das Maul nicht über dich zerreissen können? Angepasst, wie ein dämliches Camäleon? Ich habe darauf keinen Bock, ich will so nicht werden und nicht sein!!! Also vielleicht sollte ich einfach nur noch los lassen und einfach mein Leben leben, Alles was mir auf den Sack geht, weg und wirklich nur noch das tun, was ich denke, nach dem Motto: es tut mir gut und das möchte ich! Ach keine Ahnung. Aber Therapie kann so scheiße sein! Gerade die Verhaltenstherapie, wenn nur gelaber,t aber nix greifbares erlernt wird. Man muss das Alles von sich Selbst heraus wissen und umsetzen. Ich wundere mich nicht, dass so viele Menschen verzweifeln und trotz Therapie auf keinen grünen Zweig kommen. Die Psychiatrien voll sind, von hilflosen Menschen. Ja, bin etwas gefrustet heute! Ich weiß diese Dinge doch in meinem Kopf, aber ich packe es nicht, sie umzusetzen. Irgendwo klemmt es da gewaltig! Doch ich werde dran bleiben, wer weiß....Aufgeben ist ja keine Option. Menno!

Was ganz anderes, das betrifft hauptsächlich euch liebe Mitleser aus meiner Ex-Gemeinde oder Euch, die sich öfter die Frage stellen, wann ich endlich das Thema "Ex-Gemeinde" los lassen würde. Ihr habt anscheinend noch keine Krisen durch oder nichts erlebt, wo euer Herz und Leben daran hing. Bei mir war das leider 13 Jahre der Fall. Ich habe viel Herzblut da rein gegeben und auch einem Menschen mehr vertrauen geschenkt, als je in meinem Leben zuvor. Da muss ich erst mal klar bekommen, dass man mich brutal sitzen hat lassen, auch wenn dieser Mensch es abstreitet und anders darstellt. Da ich nicht "abgebrüht" bin, kann ich Menschen nicht einfach aus meinem Leben verbannen und tun, als ob es diesen nie in meinem Leben gegeben hat. Wenn ich mein Herz an jemanden und etwas hänge, ist das kein Getue, sondern sehr ernst und Treu! Das war der Fall und jeder der sich ein bisschen mit Psyche auskennt oder wie ein Mensch tickt, der empathisch und sensibel ist, der wird begreifen und wissen..das es mit loslassen nicht getan ist.

Dann die Frage, warum ich die Dinge nicht vergessen kann, die mir angetan wurden, denn es gäbe doch auch die guten Dinge, die dort waren.

Ja, die gibt es und die habe ich NOCH NIE unter den Teppich gekehrt. Lieber Leser, das ist DEIN Problem, was DU hast! Du liest nur die negativen Dinge, die ich am bearbeiten bin und die ich eben noch nicht vergessen oder vergeben kann. Das ist eben so, weil ich ein Mensch bin und so ticke. Doch ich arbeite therapeutisch und mit Jesus stark daran, es irgendwann los lassen zu können. Aber diese Vergebung muss in meinem Herzen stattfinden und glaubt mir (ihr aus der Ex-Gemeinde) ich habe um einiges mehr mitbekommen, als so mancher von euch. Daher leide ich auch mehr darunter, nicht nur unter der Trennung und Abschied, sondern auch unter meinem Strukturverlust und Selbstwertraub, der passiert ist. Ihr selbst könnt doch gar nicht in die Vergebung gehen und es wäre so wichtig. Nicht nur bei mir, sondern an Allen - an denen ihr Schuldig geworden seid, auch dort wo ihr Hilfen unterlassen habt. Da geht es gewiss nicht um MICH, denn ich hatte meinen Seelsorger, bei dem Alles blieb!

Wenn ich mich über Gemeinden ab und zu auslasse, geht es nicht nur um meine EX-Gemeinde - in der ich von Anfang meines Glaubens von 2005 -2018 war, sondern ich spreche Missstände in vielen Gemeinden an. Ich spreche für die Leute, die sich nicht wehren können oder aus Angst nicht wollen! Ich habe davor keine Angst, auch wenn Angriffe kommen, oder viel Unverständnis. Mich schreiben viele Leser an, die mir sagen: Das auch sie schwere Verletzungen durch Gemeinden erlebt haben. Sie versucht haben Fuss zu fassen, ein vollwertiges Mitglied zu werden. Doch ein Stigmata oder Schubladendenken es nicht möglich machten. Ich kenne sogar Älteste, die aus Gemeinden geworfen wurden (aus fast nichtigen Gründen, die zu lösen gewesen wären) oder Menschen die lange Treu gedient haben, wurden einfach gehen gelassen. Pastoren, die nicht mehr "angenehm" waren. Wie ist das mit dem hundersten Schaf? Meist ist es doch so, dass Niemand den Verlorenen nach geht! Ich habe es erlebt, das ein Pastor nach dem er seine Dienstzeit in einer Gemeinde beendet hatte, aus Frust durch die Mitglieder, den Beruf an den Nagel gehängt hat und keine Lust mehr darauf hat, in einer Gemeinde zu dienen.

Da bin ich wohl eher wie Paulus, auch er hat die Missstände angesprochen, kein Honig ums Maul geschmiert, damit er angesehen und beliebt war. Oh was werden Menschen, die eine eigene Meinung gegen alle eingefahrenen alten Strukturen in Gemeinden haben, schlecht behandelt oder zum Teil sogar raus gemobbt.

Da soll man sich über "christliche" Gemeinden nicht aufregen dürfen oder mal Tacheles reden. Doch das darf man, gerade für Alle, die auf der Strecke geblieben sind. Die Schuld, ob es wahr ist oder nicht (doch das geht in so manchen Gemeindeköpfen ab), ist doch immer bei dem der die Gemeinde verlassen hat oder verlassen musste. Ob es die Wahrheit ist oder nicht.

Schrecklich finde ich es auch, wenn Gemeinden so sektenhaft alles unter den Teppich kehren. Nicht, aber auch gar nichts darf nach außen dringen!! Das ist ein böses Foul, wenn da mal jemand den Mund aufmacht! Warum eigentlich?? Es geht doch darum, Menschen die Jesus suchen in eine Gemeinde zu führen. Es ist doch besser, eine Gemeinde ist nach außen Transparent und nicht "geheimnisvoll".  Dann hätten die Freikirchen auch weniger den Ruf einer Sekte. Den machen sie sich selbst.

Warum müssen die Menschen, die unfair behandelt wurden in Gemeinden, Missbraucht oder schwer verletzt, immer schweigen? Ich verstehe das nicht. Das sich nicht auf die Seite der Betroffenen gestellt wird, sondern oft Täter gedeckt werden. Das kann es doch nicht sein.

Wie gut, dass Gott am Ende es aufdecken wird und Recht sprechen. Aber es wäre auch gut, wenn ein Mensch, der unfair behandelt wurde, auch schon jetzt Beistand bekäme. Es ist sehr oft der Fall, dass sie sich in der Psychiatrie wieder finden oder sogar die Beziehung zu Jesus schwer auf die Probe gestellt wird. der Mensch alleine mit dem Schmerz, der durch Gemeinde zugefügt wurde, bleiben muss. Verletzungen von Menschen, die eigentlich zum Herrn hin führen sollten.

Die Kranken auffangen und gütig mit ihnen sein, wie es Jesus es uns vorgelebt hat und sogar geboten. Es geht nicht um tolle Events und super Bands...es geht darum den Armen, Kranken, Leidenden in die Mitte zu nehmen und ihn Wertzuschätzen. Die wenigsten Gemeinden tun das! Sie sind zu reich, zu perfekt, zu viel Firma.

Nochmal, ich rede von Gemeinden - die sich angesprochen fühlen sollten (sicher nicht viele, denn die meisten denken ja, dass sie "richtig und gut" sind). Ich weiß, es wird so ein heftiger Ruck durch Gemeinden gehen, dass sie nicht mehr die Augen davor verschließen können, was sie an Fehlern AN MENSCHEN tun!!! Nicht das Geld, die Organisation, der Perfektionismus sollte im Blickpunkt sein, sondern die Menschen - die Hand, die man reichen sollte. Liebe, Verständnis und das Mittragen der Lasten. Ich habe es für mich NICHT erlebt. Nur punktuell in der Seelsorge und bei Menschen, die ich heute noch Freund nenne.

Den Rest hat es weder interessiert wo ich bin, warum ich nicht mehr komme oder was mit mir ist. Das Wenige was raus gesickert ist, wurde verurteilt oder mir klar gesagt: "Damit kann ich nicht umgehen" oder "Die Gemeinde ist zu perfekt an gesunden Menschen, als das sie Kranke unterstützen kann". ...Wie gesagt, es gilt allen Gemeinden darüber nach zu denken, wie sie "Gemeinschaft" lebt, mit JEDEM Menschen, der sie besucht!

Viele können meine Worte gar nicht verstehen, weil sie es nicht erlebt haben. Weil sie keinen Blick dafür haben oder einfach nur Sonntagschristen sind, die sich sonst nicht um Gemeinde und was da los ist, scheren. Aber wenn du das nicht mitbekommst oder nicht betroffen bist, heißt es NICHT, dass es NICHT Unrecht und Verletzungen in der Gemeinde gibt. Wenn jeder mal über den Tellerrand schaut, dem hundertsten Schaf echt nachgeht, würde es sicher ganz anders in Gemeinden ausschauen.

Und dieser verblendete Satz: "Sind halt alles nur Menschen", sollte auch mal durchdacht werden. Denn wenn ich Jesus im Herzen habe, will ich es anders machen und versuche es auch. Speiße niemanden mit billigen Ausreden ab. Wenn es eben menschelt, dann kann man auch in einen Fußballverein gehen. Wobei ich da sofort vermisst wurde, wenn ich mal nicht auftauchte und mir nachgegangen wurde...mal so am Rande.

Wer hat denn den Mut, so offen die Dinge beim Namen zu nennen?? Wieviel echte Paulusse gibt es denn noch? Wieviel Johannes der Täufer??? Schaut euch die Beiden mal an, was die Alles so von sich gelassen haben und wie sie Gemeinden auch mal korrigierten und fast angriffen! Und natürlich Jesus selbst!

Ich ziehe vor allen den Hut, die ihre Stimme erheben - auch gegen Unrecht in Gemeinden. Nicht schweigen, weil sie Mundtot gemacht werden könnten oder Angst davor haben, nicht mehr von den "Mitgliedern" geliebt zu werden oder anerkannt. Das ist egal, Jesus ging es nicht besser. Ein Christ, dem es nur gut geht und NIE erkennt, was in modernen Gemeinden abgehen kann - hat Jesus nicht begriffen und dem wird es am Ende vielleicht gar nicht mehr so gut gehen! Denn wo warst du als ich... (Worte Jesus)

Steht auf - damit in Gemeinden NEUES aufbrechen kann!!!!!!! Das was Jesus gesagt hat !!

Blessings