10. Jan, 2019

mal eine Selbstanalyse -was ist gerade los

ich habe ja vor ein paar Tagen geschrieben, dass ich wieder mehr über "mich" schreiben möchte und weniger über irgendwelchen Christen oder Gemeinden, die es einfach nicht gerafft haben. Auch nicht mehr so viel über den Ex-Seelsorger (nur wenn ich merke, dass der Schmerz wieder groß wird und ich mich irgendwie entlasten muss), auch von dem toten Stalker, nix mehr!

Ja, es soll wieder mehr um mich und meine Geschichte gehen. Klar ist da weiter Jesus immer dabei und ich werde auch da Zeugnis sein. Aber es ist auch dran, wieder mehr für Euch zu schreiben, die sich Fragen stellen über Borderline, Egostate-Disorder etc. . Ich werde auch wieder mehr Infos darüber posten.

Ihr wisst ja das leidige Thema, seit Wochen Krank. Heute morgen habe ich mir mal so meine Gedanken gemacht. Auch das ich mich nicht mehr damit beschäftigt habe, was brauche ich, welcher Anteil ist gerade da und wer bin ich eigentlich. Ich habe es mir heute morgen mal gut angeschaut und bemerke, dass ich seit dem Cut mit der Gemeinde und dem Verlust von Menschen, Proberaum und abspalten von Traurigkeit, mich fast nur in zwei Erwachsenen-States befinde. Jetzt könnte man denken, das ist gut, aber ist es nicht. Denn diese States die gerade da sind, sind dafür verantwortlich, dass ich überlebe! Das heißt, sie kümmern sich um die Dinge, die laufen müssen. Zumindestens einigermaßen. Ich tue seit den Re-traumatisierungen was Klinik angeht, auch wenn ich das gut überstanden und "erwachsen" gehändelt habe, nichts anderes, als mir Menschen vom Hals halten. Außer die ich schon kenne, die dürfen noch in meine Nähe, ansonsten möchte ich gar keinen Besuch oder irgendwie noch nach draußen. Vielleicht ist auch ein kleiner State mit dabei, der aber wirklich sehr im Hintergrund und ruhig gehalten wird. Merken tue ich es daran, dass ich das gleiche Gefühl habe, wie damals als ich als Kind immer alleine stundenlang in meinem Zimmer saß oder in einem Baum. Es war ruhig und stressfrei. So ungefähr ist es jetzt auch. Bis auf die blöden Krankheiten, die ständig da sind. Genau diese hat ein erwachsener State, um ein Ventil für die Verlassenheitsängste und die Verletzungen der letzten Monate zu haben. Dieser kontrolliert den Alltag mit den Krankheiten. Dieser Anteil hat immer schlimme Erkrankungen und ich denke, es wird dazu genutzt, nicht den Fuß vor die Tür zu setzen. Aber dieser Anteil ist sehr im Kopf und wenig im Gefühl. Will einfach seine Ruhe und hasst Menschen! Ein weiterer State ist oben, der nicht mehr essen will und ich dagegen steuern muss, nicht in eine Essstörung zu geraten. Ich habe durch die Krankheiten 11 Kilo abgenommen und natürlich will der State noch viel mehr runter haben. Also die zwei Erwachsenen (denke so 18 und 25) streiten. Der Eine sagt: "Du musst essen in der Krankheit, um zu kräften zu kommen" und der andere, will das Essen boykotieren und schreibt alles auf, was ich esse. Daher merke ich, das doch mehr States da sind. Ich habe echt gedacht, huch habe ich keine States mehr, so ruhig war es die letzten Wochen, fast Monate. Außer ab und zu bei der Caritas, wenn Freizeit war, da merkte ich die kleineren States, zwar nur leicht, denn die sind dort meist aktiv. Die Älteren würden da niemals hin gehen.

Warum die erwachsenen States da sein müssen, die mein Überleben sichern, weil jeder irgendwie weg ist oder Menschen einfach so schlimm sind. Die Beiden sind echte Bodyguards! Eigentlich hätte ich seit letztem Jahr schon die ESD-Therapie machen sollen, doch durch die Verluste und das nicht mit meinem jetzigen Therapeuten arbeiten können, ist alles auf "Überleben" aber nicht "Leben" programmiert. Ich lache schon seit langem nicht mehr, daher spüre ich auch, dass die kleinen States nicht da sein dürfen. Ich darf nicht mehr schwach sein, sonst würde alles wieder hoch kommen, was ich jetzt so gut verdrängt habe. Ab und zu will die Trauer mächtig werden, wird aber sofort unterdrückt.

Aber so kann es auch nicht weiter gehen. Ich muss die States wieder besser zusammen bekommen und nicht nur irgendwie überleben. Es ist halt so schwer, zu wissen, dass man für jemanden der immer was anderes behauptet hat, jemand ist für den er sich schämt oder einfach fast alles gelogen war, was an Beziehung aufgebaut wurde. Wie eine Welt, die zum Schein aufgebaut wurde und das ging zu lange.

Da ich jetzt eine Frau an meiner Seite habe, von der Caritas, die mich zwei mal die Woche besuchen kommt, zieht sich der Psychologe von der Caritas zurück. Ich habe auch ihn jetzt näher an mich ran gelassen und merke, wie es mir zusetzt und ständig etwas in mir sagt: "Jetzt geht der auch weg"! Vom Therapeuten auf den ich mich mittlerweile  Null verlassen kann, habe ich ja schon erzählt.

Alles nicht so einfach!

Nur ist eines gut, ich habe Jesus, alle können mich verlassen, doch er wird dies NIEMALS tun. Ich bin gespannt wie es weiter geht. Ob ich noch mit den States arbeiten kann und wieder lachen und Freude haben kann. Denn ich spüre eigentlich gar nichts mehr.....Lebend - Tod irgendwie.

Kennt ihr das?

Blessings