9. Jan, 2019

Die Krise als Chance - oder zum Verzweifeln

Geschlagene acht Wochen ist meine Gesundheit wieder am Boden. Psychisch schleudert es mich langsam auch etwas. Doch ich schaue auf die schon überstandenen Krisen der letzten Jahre und noch auf diese im Januar und Mai letzten Jahres. Diese waren sehr viel tiefer und emotionaler als jetzt und doch geht es mir schlecht, aber es ist mehr Gelassenheit da und kein Hass oder Wut die zur SV führt. Jetzt dachte ich schon die letzten Tage, nach der letzten Antibiotikatherapie wegen der Clostridien, dass die Sache überstanden sein könnte, doch wenige Tage später erfasste mich eine heftige Erkältung. Komischerweise immer wenn ich einen Schritt unter Menschen gewagt habe. Mein Immunsystem ist so geschrottet, sobald jemand in meiner Nähe bisschen Schnupfen hat, zack habe ich den. Seit Weihnachten bin ich eigentlich menschlich gesehen total Isoliert. Außer R. kommt mich noch besuchen und die Frau von der Caritas. Meine süße geistliche Tochter versorgte mich gestern mit einem Einkauf. Mein ganzes Geld diesen Monat geht nur für Medis drauf.

Hätte ich dieses Ventil des Schreibens nicht, ich hätte null Kontakt mit Menschen. Früher hat mich das Alleine sein tierisch genervt und innerlich sehr aufgewühlt. Nur leider kann man sich ans Allein sein gewöhnen, so habe ich das Gefühl. Seit gut zehn Wochen habe ich keine Gemeinde mehr von innen gesehen, obwohl es doch eigentlich ganz gut lief. Ich verstehe manche Dinge einfach nicht! Oft gibt es auch keine Erklärungen für die Dinge, wie sie laufen.

Ich habe ja die beiden Baustellen noch zu bearbeiten, auch wenn der Stalker tod ist, aber es beschäftigt mich noch ziemlich, weil die Verletzungen so tief gingen. Viele Frage sind aufgewühlt worden.

Ich frage mich, was ist mit diesen Menschen, denen ich vergeben habe, die mit diesem Mann die Hetze über mich betrieben haben? Erkennen sie es, dass sie der Lüge geglaubt haben und kehren um, von ihrer Hetze und Verleumdung? Ich spüre ab und zu, wie ich gerne diese Menschen, die ich sehr wohl kenne, weil sie in Facebook auf meiner Freundesliste waren, bis sie sich diesem Guru zuwanden, gerne ansprechen würde.

Aber ich darf nicht. Jesus verbietet es mir. ER sagt, das Thema ist jetzt dran "los zu lassen". Die Menschen sind feige. Auch viele die unter diesem Mann gelitten haben - schweigen sich aus, aus Angst vor seinen Anhängern!

Ja, die Lügen und das Unrecht wurden offenbar, aber Viele sind verblendet und können/wollen gar nichts erkennen. Ja, ich muss los lassen und ich werde es schaffen! Aber ich kann den Kopf erhoben tragen, nicht wie so mancher Heuchler, der mit ihm auch schwere Themen hatte und nun in der Öffentlichkeit einen auf ..."der Arme ist tod" machen. Der Tod gehört zu unsrem Leben und Gott ist ein gerechter Gott. Der Andere ist im Knast, der hunderte von Menschen geistlich verführt hat. Nochmal Gott ist ein gerechter Gott und lässt sich nicht spotten. Seid wachsam. Mehr aber dazu jetzt nicht.

-Krisen- jeder kennt sie, jeder hat sie. Mal mehr, mal weniger!

Wisst ihr eigentlich, dass so eine Krise, auch wenn sie sehr hart ist, auch pure Gnade und Liebe von Gott sein kann. Das klingt ganz schön provokant. Denn eine Krise ist begleitet von Schmerz, Trauer, Hass, Wut und Verzweiflung. Doch jeder der aus einer Krise kam und zurück blickt, wird erkennen..wie man durch die Krise kam, sie überlebt hat. Gott zeigt uns meist in der Krise, was noch in unsrem Herzen ist. Bitterkeit, Unversöhntheit, Hass, Trauer...alles wovon der Mensch frei werden soll, um Leben zu können.

- Krisen - ich kenne sie - ich bin, glaube ich, in einem Dauerzustand Krise. So kommt es mir ab und zu vor. Aber das stimmt nicht! Ich habe Ja zum Dienst für Jesus gesagt und entsprechend muss ich durch die Täler gehen, nicht alleine schon deshalb, weil jemand der die Krisen nicht kennt, gar nicht über diese mit betroffenen Reden kann. Man muss sie selbst erlebt haben, um tatsächlich dienen zu können in dem Bereich. Das finde ich auch bei Seelsorger, die sich Menschen in Krisen annehmen und es nicht nur um tröstende Worte oder Begleitung geht. Gott lässt uns in Krisen, um zu reifen und geschult zu werden, die Berufung zu leben, für andere da zu sein. Aber Gott selbst schafft niemals KRISEN!

-Krisen- zeigen uns was Demut ist. Sie lehren uns auch mal ruhig zu werden und starke Emotionen los zu lassen. Ich habe in den schlimmsten Krisen, schlimmste Reaktionen gezeigt: Selbstverletzung (die seit Mai 18 vorbei sind und hoffentlich bleiben), Aggression, Wut, Suizidgedanken und auch Rachegedanken!  Diese Dinge sind Alle schädlich und schaden nur uns selbst und kaum den Menschen, die uns vielleicht in die Krise brachten. Es werden all diese unguten Dinge gezeigt, die sich noch in unsrem Herzen befinden. Ich kann ohne diese Krisen gar nicht erkennen, wer ich wirklich bin. Mit so einem Herzen, was unversöhnt ist oder nicht frei....möchte ich NICHT in die Öffentlichkeit gehen und den Menschen erzählen, wie es GEHT. So wie es in Vergangenheit so viele taten oder tun.

-Krisen- IN jeder Krise entscheiden wir uns für oder gegen das Leben. In jeder Krisen entscheiden wir, ob wir aufgeben oder den Weg weiter gehen und weiter Hoffnung in uns tragen, das es besser werden kann.

-Krisen- wenn ich sie durch gestanden habe und ich wieder Frieden bekommen habe, hilft es mir, nicht hart gegen Menschen zu werden. Wie ihr ja die letzten Jahre mitbekommen habt, wurde mir sehr übel mitgespielt - doch ich kann diese Menschen nicht hassen. Ich denke ohne Jesus in den Krisen..meine Hassliste wäre voll. Doch wem schadet es, nicht den Menschen die man da verabscheut, sondern nur einem selbst!

-Krisen- Ich habe die Erfahrung gemacht, meine eigenen Krisen (sogar wenn ich mittendrin bin), dienen den Menschen, die gerade ähnliches durchmachen. Genau das ist der Dienst. Auch wenn selbst Christen dafür gar kein Gefühl oder ein Auge haben, dass es genau das ist, was meinen Dienst ausmacht. Wie oft höre ich von anderen Geschwistern: "Elke gehe doch raus und mache Lesungen und Vorträge". Das wird noch kommen, dass ist ein Plan des Herrn für mich, aber jetzt geht es darum den Menschen zu zeigen, wie ich es schaffe in den Krisen - die Hoffnung nicht zu verlieren oder Bitter zu werden. IN der Krise bin ich wahrhaft und glaubhaft. Außerdem vielen die in der Öffentlichkeit sind, in christlichen Kreisen ein Dorn im Auge, weil ich nie ein Blatt vor den Mund nehme oder nicht Bauchpinsle. Vorallem bin ich denen nicht geheilt genug! Ebenfalls, kommen sie mit meinen Erlebnissen (auch geistlich nicht klar, obwohl ich null Charismatikerin bin)

Ich rede so leicht darüber, nein Leute ist es aber nicht! Ich bin weiter sehr angegriffen und auch immer mal wieder nahe am Verzweifeln. Doch immer wieder überkommt mich dann wieder eine Ruhe, die ich gar nicht kannte oder auch nicht erklären kann, weil nicht von dieser Welt.

Es ist auch anstrengend!

Weil ich oft an meine Gefühle komme, die immer noch so sehr tief verletzt in mir sind. Nicht mal die grausame Kindheit oder Jugend. Es geht um die letzten Jahre, wo ich mich traute, mehr Menschen an mich ran zu lassen. Die meisten verletzten mich bitter. Diese Gefühle haben kein echtes Ventil, weil ich auch die aktuellen Gegenüber nicht mehr habe, die sich mit mir diesen Gefühlen stellen. 

Ich wüsste zu gerne, was mein Gegenüber denkt und fühlt. Außer: "Wir beide hatten ein schweres Jahr". Dadurch, dass ich das Gegenüber nicht mehr fühlen oder sehen kann, kann ich nicht einschätzen, wie es wirklich ist. Ich sehe oft nur das Feindbild. Das was mir angetan wurde und was das Gegenüber tut. Nämlich weiter leben wie bisher auch, wo ich ALLES aufgeben musste. Wirklich alles und in der Krise noch die Scherben versuche zusammen zu bekommen. Ich sage ja, ohne Jesus wäre das nicht machbar. Da meine Seele schreit und ich nur den Köper als Ventil habe (natürlich gebe ich es immer wieder Jesus), muss ich jetzt wieder durch diese Krankheiten, die mich echt ans Bett oder alleine sein zwingen. Ihr seht es ist nicht leicht. Aber ich bin es gewohnt für mich auch zu kämpfen, nicht alleine.

Glaubt mir, wenn man das durchlebt, helfen Menschen kaum noch. Nicht weil sie nicht wollen, sie können einfach nicht. Selbst Therapeuten kommen an ihre Grenzen oder sind einfach nur dumme Menschlein! Wie meiner gerade. Ich bin voll krank und er zieht seine "Elke darf nicht mehr Abhängig werden" Therapie voll durch. Seit ich den ersten Krankheitsschub hatte, dieser schon schlimm war, wart dieser Mann gesehen. Nicht eine Krisenintervention hat der mit mir durch geführt. Daher habe ich auch bis zu einem Gespräch was stattfinden soll, keine Kontakt mehr mit ihm. Profis können auch solche Ärsche sein. Menschen eben!

Immer noch muss ich schauen wer mir gut tut, wer mir mehr schadet, wenn ich Kontakt habe. Die meisten sind ja schon weg und haben in meinem Leben keinen Platz mehr. Ich klammere nicht mehr, denn wenn ich klammern muss, dann nur an Jesus, aber Menschen no Way!

Fakt: Die Krisen werden nicht weniger (ich glaube, das ist bei mir eben der Popcorneffekt), aber sie werden immer weniger dramatisch. Klar kann es auch wieder mal anders kommen. Ich habe jetzt schon mächtig respekt vor einem Gespräch was noch vor mir liegt und es aber unbedingt sein muss, denn dann erst kann ich innerlich entscheiden, wo es hin gehen kann. Es kann sehr schleudern.

Aber zum Beispiel die Krankenhausaufenthalte, die früher sehr wohl noch tiefer in Krisen führten. Ich bin da nur noch gechillt, kein Arzt muss mehr seinen Kittel ausziehen, weil ich Panik haben könnte. Ich akzeptiere Infusionen ohne zu hinterfragen oder Terror zu machen, weil ich Angst vor Kontrollverlust habe, was in meinen Körper kommt. Es ist mittlerweile alles soweit okay. Keine Panikattacke seit ganz ganz langem. Aber da weiß ich, das ist ein Wunder, was an mir getan wurde.

Was ich jetzt nur noch schaffen und verändern muss: Ich habe ja erwähnt, dass ich es mittlerweile genieße keinen Menschen mehr um mich herum zu haben. Alleine zu sein. Nicht einsam, dass ist es diesmal nicht. Ich bin echt nicht einsam. Aber meine Psyche zeigt mir, dass es nix schöneres gibt, als Türe zu und nur noch eins oder zwei Menschen an mich ran lassen. So als ob ich halt einfach die Welt draußen lasse und mir langsam meine eigene kleine Welt schaffe.

Wie früher als Kind. Ich war stundenlang nur in meinem Zimmer und mit mir und Jesus alleine. Nur eine einzige Freundin durfte mich mal besuchen oder ich ging mal zu ihr. Also da muss ich mich wieder heraus winden und heraus trauen. Ich bin eh eher introvertiert, auch wenn ihr das nicht glauben wollt. Es stimmt aber ! Ich habe durch die Hypersensibilität einen ganz großen Rückzugsbedarf, fast schon autistische Züge das Ganze.

Aber wer weiß, vielleicht ist es auch nur Zeit der Zurüstung, für das was kommen soll und darf. Ich hoffe halt nur, dass ich Frieden nach dem Gespräch mit dem mir mal wichtige Person habe....es ist nicht leicht. Es war mehr, als bei allen anderen, egal ob Familie oder Therapeut - mit dem es auch sehr eng war und ...(er mir jetzt eher auf den Keks geht) {#smileys123.tonqueout}

Falls ihr gerade in der Krise seid, werdet ruhig, versucht nichts zu erzwingen. Versucht ruhig zu werden und eben mal alles laufen lassen,. Ohne Vorwürfe - ohne Selbstanklage. Ich weiß, hab es selbst durch und immer und immer wieder...es sieht aus, als ob es niemals besser wird. Alles ist dunkel um uns, aber es geht ins Licht...ich habe es erlebt, erlebe es diesmal sicher auch wieder ...und das KANNST DU AUCH! VERTRAUE!

Nimm die Skills an die Hand, bedenke, was du gelernt hast und versuche es mit Jesus! Der hält alles aus, wo Menschen schon lange uns aufgeben. ER macht Worte und hält sie, Mensch vergisst oft Worte die er gesprochen hat.

Blessings