19. Dez, 2018

Oh Du fröhliche - wie geht es dir mit Weihnachten?

Ja, dich möchte ich gezielt fragen? Wie geht es dir mit Weihnachten? Das Fest der Liebe, der schönbeleuchteten Wohnzimmer. Die Harmonie, die in der Werbung vorgegaukelt wird...ja, wie geht es dir damit?

Ganz ehrlich, ich habe so eine "schöne" Weihnachten noch nie in meinem Leben erlebt. Weder mit meiner Kernfamilie (eher war das fast immer ein Horrortag. Zumindest ab dem Zeitpunkt wo Oma und Opa nicht mehr dabei waren). Als ich dann mit der Therapie anfing, feierte ich öfter in der Klinik. Obwohl es da, trotz der angespannten Stimmung, oft auch ganz nett war.

Die traurigsten Weihnachten erlebte ich in meiner Gemeindezeit, nachdem eine Familie, für die es selbstverständlich ist, Menschen an Weihnachten bei sich zu haben, die alleine sind, nicht mehr in die Gemeinde kamen. Auch dieses Jahr ist ihr Haus an Weihnachten voll. Auch ich bin an einem der Tage bei ihnen eingeladen und habe die Einladung gerne angenommen.

Doch es war schon so viel anders. Letztes Jahr noch. Ich hasste die Vorweihnachtszeit und dann den Heiligabend sehr. Jedes Jahr. Geburtstag und Weihnachten. Horror pur. Wobei, nach dem es letztes Jahr geklärt war, wo ich eingeladen wurde, entspannte es sich in mir. Eine meiner treuen Freundinnen, hatte mich mit Familie zum Essen eingeladen und an Heilig-Abend war ich bei einem lieben Ehepaar zu Gast. Wobei es nur ging, weil der Sohn nicht da war..! Aber es war trotzdem schön.

Ich lese ständig in den Medien oder auf Facebook etc. wie traurig jetzt schon wieder Menschen sind. Viele mit Depression, PTBS oder Borderline. Die Unerwünschten, die man nicht so gerne dabei hat. ..Stimmt das? Ich habe immer so gedacht. Ich habe mich jedes Jahr so ungeliebt gefühlt, so fehl am Platz oder unerwünscht. Es war nicht nur meine Fantasie. Ich habe tatsächlich an manchen Heilig Abend Dinge gehört (von Christen): "Ich würde dich ja gerne mit nach Hause nehmen, geht aber nicht, weil meine Söhne es nicht wollen" oder "Bist du heute Alleine? Das tut mir aber leid", weg waren sie und ich Heilig Abend nach vollbesuchten Gottesdienst traurig nach Hause gegangen.

Sowas tut weh. Schon im Oktober fing mein Psychologe von der Caritas damit an, dass wir uns wieder damit beschäftigen müssen, wie ich Weihnachten gestalten werde. Ich wich aus und meine Krankheiten kamen dazwischen. Es begann sich einzustellen, die Trauer, die Wut...und alle gemeinen Gefühle und darüber redete ich mit Jesus. Auch über den Schmerz von letzem Jahr..was ich zu hören bekam, als es um Weihnachten und sogar Silvester ging.

Plötzlich begann es sich in mir zu verändern. Warum soll ich immer warten, dass Menschen mich einladen? Warum mich so abhängig davon machen? Warum immer wieder meine Gefühle von ihnen abhängig machen? Wenn sie nicht kapieren, was in der Bibel steht. Nicht mein Problem. Jesus wird sie eines Tages fragen: " wo warst du als" ? Da geht es nicht nur um meine Umgebung. Sondern ich spreche alle Christen an, die es besser machen könnten und sollten. Das ist Nächstenliebe und Gastfreundschaft. Die Jesus uns vorlebte!

Dieses Jahr bin ich bei meiner geistlichen Familie eingeladen (das erste Mal) und am ersten Feiertag bei der lieben Familie, die ich oben erwähnte. Am zweiten Feiertag möchte ich, falls ich gesund bin, für Einsame und Menschen die ich kenne und weiß, sie kämpfen um ihr Leben, eine kleine Feier zusammen machen. UND IN ZUKUNFT werde ich versuchen, das JEDES Jahr zu machen. Wer weiß, welche Türen aufgehen werden.

Aber ich möchte keine Trauer mehr an Weihnachten! Weil es auch meistens nie so ist, wie es uns in der Werbung vorgegaukelt wird. Oft ist in den meisten Familien Spannungen.

Also ihr Lieben, ich weiß wie hart es ist, in der Zeit, wo die Depression uns fett angreifen will, über den Schatten der Selbstzweifel und des Selbstmitleides zu springen. Ich werde sicher auch jedes Jahr "Springen" müssen! Aber es geht! Es geht wirklich!!!!!! Wenn du merkst es geht los, beginne PLÄNE zu schmieden.

Lade Menschen ein, denen es wie dir geht. Wenn das nicht geht, helfe irgendwo mit oder gehe als Gast wo hin (Hier eine Ortschaft macht die katholische Kirche ein sehr schönes Fest, jeder darf kommen und kostenlos ein sehr schönes Essen genießen und Weihnachten feiern). Geh ins Tun!! Ja es GEHT!!!!!!!!

Den alten Weg kennen wir - der Neue Weg ist der Weg - heraus aus der Not

Blessings

 

Wann fängt Weihnachten an?
Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt,
wenn der Starke die Kraft des Schwachen liebt,
wenn der Habewas mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute bei dem Stummen verweilt und begreift,
was der Stumme ihm sagen will,
wenn der Leise laut wird und das Laute still,
wenn der Bedeutungsvollle bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige wichtig und groß,
wenn mitten im Dunkel ein winziges Licht Geborgenheit,
helles Licht verspricht, und du zögerst nicht,
sondern du gehst so wie du bist drauf zu,
dann, ja dann fängt Weihnachten an.

(gesehen bei Martina Huth)