16. Dez, 2018

Wenn wir meinen am Ende zu sein - fängt Jesus erst an

Eine Whats app am Morgen: Elke ich wollte dich gestern im Krankenhaus besuchen, aber du warst nicht mehr da. Schön das es dir wieder gut geht!

Gehts mir GUT? Nein tut es nicht. Ich bin immer noch krank und kämpfe gegen die Erkrankung an und bin mit Blutwerten nach Hause, die mich noch ein bisschen isolieren werden. Das Bakterium ist nicht mehr toxisch, heißt, ich selbst stecke niemanden mehr an und mein Darm wird nicht mehr "zersetzt" muss aber jetzt sehr aufpassen vor Neuinfektionen bei mir selbst. Weil meine weißen Blutkörperchen zu niedrig sind. Meiner Psyche geht es nicht sonderlich gut. Ich habe keine Depression, aber eine kleine Re-traumatisierung gab es, obwohl Jesus und ich es sehr gut gemeistert haben. Gerade die 4 Tage in der Isolation. Es gab in meiner Kindheit was ähnlich, aber mit einer brutalen emotionalen Misshandlung zu tun hatte. Mein inneres Kind musste ich die vier Tage immer wieder in Sicherheit wiegen. Jesus wog mich im Gesamten in Sicherheit und ich konnte somit, die kleinen Egostates immer wieder beruhigen, wenn eine Panik oder Wut/Trauer los gehen wollte. Hilflosigkeit kam kaum auf diesmal, Verlassenheitsangst zum Teil, somit auch die Wut auf die Schwätzer (ich lasse dich niemals alleine oder gehe nicht weg). Aber egal, thats life! Ich muss damit klar kommen! Nein lieber Whats app Schreiber, der du auch ein Mensch bist mit dem ich Privat zu tun habe, es geht MIR NICHT GUT. Aber ich werde getragen.

Ja, es war schlimm. Weil ich ja schon vierzehn Tage vorher in der Klinik gegen diese blöde Darmvereiterung gekämpft habe. Ich merke aber, trotzallem, dass ich auch gerade ein Meister in Verdrängung bin. Ich telefoniere nicht, damit ich mich nicht ständig mit der Krankheit auseinandersetzen muss. Ich muss noch was aussharren, dann wird das auch wieder.

Ob wir nun körperlich oder seelisch krank sind, es ist wichtig auch in der Not immer wieder den Blickwinkel zu verändern. Nicht nur auf diese Krankheit zu starren und was sie mit mir macht. Denn damit geben wir dieser Sache einen Wert, eine Wichtigkeit unser Leben und Dasein zu dominieren. Das heißt NICHT, nicht Achtsam auch in der Situation mit den Symptomen zu sein. Es geht da nicht um Abspalten. Es geht darum, etwas dagegen zu setzen. Ich selbst kann ja die Kraft Jesus in mir dagegen setzen. Die Hoffnung, das es besser werden wird und kann. Mit dem Wissen, dass es vielleicht für mich immer den Stachel im Fleisch geben wird. Aber wenn ich dagegen ankämpfe, wird es ein Kampf bis zum Ende meines Leben. Das will ich nicht! Es gibt auch gute Momente. Wenn man drin hängt in dem Leid, wie ich seit Oktober 16, es sich anfühlt das ein Popcorn nach dem Anderen aufpoppt. Menschen in der größten Not dich verlassen, sieht man kein Land. Nicht von sich aus, daher gilt es immer wieder sich Hilfen zu holen. Jede Hand die sich dir entgegenstreckt, zu nehmen und nicht abzuschlagen, weil es sich zu pobelig oder unsicher anfühlt. Nimm die Hand, die dir gereicht wird. Stolz und Trotz ist da Fehl am Platz. Lass es sein, denn auch das kostet eine Menge Kraft.

Ich habe jetzt auch die Hilfe von einer Frau von der Caritas, die zwei Mal die Woche zu mir kommt und mir hilft in dieser ganzen Scheiße weiter stabil zu bleiben. Früher war es undenkbar, jemanden wie sie an mich ran zu lassen. Geblendet von Stolz und Trotz! Ich wollte auch nie mit einer Frau arbeiten. Doch...wenn Jesus die Finger drin hat, dann stimmt es, wie es kommt! Ich mochte die Frau vom ersten Augenblick, sie ist einfach echt ein toller Mensch und holt mich da ab, wo ich es brauche. Was wichtig ist, sie ist völlig unkompliziert. Auch mit Spike, obwohl er schon ihre Füße attackiert hat Erröten.

Sie mag Hunde, von daher...passt.

Im Krankenhaus hing ich mit fast 40 Fieber ab. Ich glaube, das war das heftigste Krankheitsgefühl was ich je hatte. Ich konnte mich an einem Tag nicht mal von einer Seite auf die andere Seite drehen, so schlapp fühlte ich mich. Wahnsinn! Doch in all dem, wie Infusionslösung trinken und zum Teil schreckliche, zickige Krankenschwestern, war ich sehr eng in Kontakt mit Jesus. Ich kann nur staunen. Was ER mir wieder mitgegeben hat, geredet und mit mir über ihn hat reden lassen. Doch auch meine Beziehung zu ihm wurde noch enger - geht das eigentlich Lächeln, ohja das geht. Lasst euch drauf ein und überraschen.

Nach wie vor weiß ich nicht wie es weiter geht, wo geht es hin. Verfolge ich die Öffentlichkeit weiter oder ziehe ich mich bis auf den Blog zurück. Ich warte auf das was Jesus mir sagt. Wichtig ist jetzt erst mal, Gesund werden. Vorallem so, dass ich auch wieder Kräfte habe, nach vorne zu gehen.

Viele kennen mich ja, ich kann Ungerechtigkeiten nicht stehen lassen, ich kann laue Gemeinden nicht einfach so in ihr Unglück rennen lassen. Ich kann es nicht mit ansehen, wie Menschen stigmatisiert und ausgeschlossen werden (wie ich es selbst erlebte). Da aber den Mund aufzumachen, kostet Kraft und viel, sehr viel Weisheit. Denn manche sind so verbohrt in ihrem "War doch schon immer so". Doch ich bin nur Werkzeug und Anstoß... nicht leicht, aber irgendwie mit Jesus dann doch wieder.

Was will ich euch heute eigentlich sagen?

Lasst euch von keiner Stimme einreden, dass durch das Leid was du gerade durch leidest dein Leben zu Ende ist oder es nie besser werden wird. Ach Leuts, ich glaube der Stimme auch oft. Doch ich verbiete diese auch, sobald sie mich zu quälen beginnt. Denn sie lügt! Schwierigkeiten lösen sich nicht in Nichts auf, sondern und ich bin sicher, das ist auch was Jesus will: DAS wir den Blick nicht ständig auf das Leid fokusieren. Die Kleinigkeiten, wie eine schöne Blume, ein liebes Worte etc. nicht aus den Augen verlieren. Das was uns Kraft und Hoffnung geben kann. Schau ins Licht, nicht ins Dunkel. Lass Jesus tun und wir tun, (auch ich) was wir tun können. Manchmal ist es : Ruhig sein und nur die Situation ohne dagegen kämpfen anzunehmen.

Gesegneten Sonntag euch. Ich bin jetzt schon wieder müde...ab aufs Sofa

Blessings