8. Dez, 2018

Ich würde alles hinschmeißen - würde ich Jesus nicht kennen

ja, würde ich ...alles hin schmeißen! Hätte ich Jesus nicht ständig in meinem Leben erlebt, mehr als Durchschnitt vielleicht, ich würde mich echt von dieser Welt schon verabschiedet haben. Jetzt war ich bis zum 26.11 Im Krankenhaus mit einer vereiterten Divertikulitis. Wollte da schon Blog und Zeugnis sein hin schmeißen. Was ja dämlich wäre, weil es dem Feind in die Hände spielt. Sieger ist immer noch Jesus Und bis ans Ende und darüber hinaus! Die Werte waren topp, ich konnte mein nächstes Zeugnis geben. Arschloch Feind...wieder was dagegen gesetzt...schlechte Werte, die Abends wieder fast alle in der Norm waren. Das nächste Zeugnis. ... Dann mein sich einsetzen für uns Betroffene in Gemeinden etc. ! Nächster Angriff: heftig Fieber, Durchfall und heftige Krankheitsymptome. Das witzige an der Sache, dass Christen sogar zu mir sagen, ich soll nicht alles vergeistlichen. Aber das es ein geistlicher Kampf ist, ist doch offensichtlich! Ich bin noch relativ ruhig in dem Ganzen als PTBS-Betroffene. Bis dato. Seit Mittwoch bin ich wieder im Krankenhaus und es wurde kaum was gemacht. Heute die Diagnose, ich habe durch die heftige Antibiotikatherapie, die daheim noch weiter lief, Clostridien. Das sind Bakterien die sich unter dem Antibiotika drastisch vermehrt haben und sehr gefährlich werden können. Bei mir ist es seit zwei Wochen ca. das ich leichte Durchfälle hatte und die immer schlimmer wurden. Zehn Klogänge in einer Stunde, wo alles wie ein Wasserfall heraus kommt, waren bis heute Nacht ein Symptom. Neben hohem Fieber. Jetzt kommt nicht mehr so viel raus und mein Darm entspannt etwas. Hoffe es ist nicht die Ruhe vorm Sturm. Die Frau die mit mir isoliert im Zimmer ist, ja "isoliert" nur noch mit Schutzanzug kommen die hier rein, wurde gestern wegen diesem Dreck operiert. Weil dieser Keim die Dickdarmwand auflösen kann. Im Extremfall. 

So langsam ist es bei mir vorbei mit ruhig bleiben und nicht ausrasten. Ein Trigger nach dem Anderen. Es ist Samstag, ich erreiche den Psychologen von der Caritas nicht und meine Bezugsperson ist auch erst Montag wieder da. Keinen bei dem ich mich auskotzen kann. Das sind dann die Tage wo ich mir echt so schwer tue, wirklich dem Ex-Seelsorger zu vergeben...! Der sich schön aus dem Staub gemacht hat, weil mein Leben eben so ist wie es ist. Anstrengend und scheiße. Wer hat da Bock es wirklich mit zu tragen. Nichtprofis die wenigsten. (Aber ich arbeite dran, es anders zu sehen! Ich weiß es war gut, dass wir cut machten, wegen der zu starken Nähe)

Gestern...und das ist der Hammer, aber ich erzähle es euch, rief mich eine Betroffene an. Ich fast vierzig Fieber, richtig elend ging es mir. Ich sagte es ihr auch, doch es erreichte sie nicht. Sie war vollkommen durch. Doch manchmal können wir Betroffene in Ausnahmesituationen heftig reagieren. Wie bei dieser Frau, die ihre PTBS nie in ihrem Leben behandeln hat lassen. Alles gedeckelt und verdrängt. Heute ist sie, vermute mal, so siebzig und es kommt, wie so oft bei einer PTBS "geschossen" , alle Dreckserinnerungen überfluten diese Menschen, die verdrängt haben. 

Aber zurück zur Geschichte, was ich erzählen wollte. Ich hatte trotz heftiger Symptome ein Ohr für sie, zuerst. Aber sie stieg voll aus und sang Gebete ins Telefon und dann heulte und schrie sie. Danach erzählte sie plötzlich, sie muss einen Film gefahren haben, die schlimmsten Geschichten aus ihrer Kindheit und das sie sich nur noch mit Alkohol über Wasser hält. Da lag der Hörer dann irgendwann auf der Seite und ich konnte nur vernehmen, wann sie eine kleine Pause machte, um neu anzufangen. Dann meinte sie Jesus hätte ihr eine harte Prüfung auferlegt und ihre Gemeinde wisse so viel nicht. Weil sie es nicht zeigen kann! Wieder mein Thema....lasst doch diese Menschen nicht neben runter fallen.

Ich konnte sie nicht beruhigen und sie sprach auf nichts an. Wichtig wäre, dieser Frau, die auch ihren Mann vor kurzem verloren hat, Möglichkeiten zu zeigen, die ihr die Trauer und ihre Traumatas bewältigen helfen. Das dies keine Laien können, das ist mir klar. Jede Gemeinde hat diese stummen Menschen, die nur keinem zur Last fallen wollen. Aber manchmal frage ich mich, was soll das mit der Seelsorgerei, wenn die wenigsten Gemeinden Schulungen dazu machen. Seelsorger sich nicht Supervisor nehmen etc. ! Wichtig wäre auch, sofort schwierigere Fälle in professionelle Hände zu begleiten, nicht erst rum docktern! Mit Jesus zusammen, dem Menschen zeigen was es an professionellen Hilfen gibt. Alles andere ist fahrlässig. Ich wünschte ich könnte gerade der Frau helfen, aber ich liege hier isoliert und in dem Augenblick wo ich das schreibe, ist die Frau die mit isoliert war und der Keim bei ihr großen Schaden angerichtet hat, runter auf Intensivstation.

Was für ein krasser Scheiß, den ich seit ich auf der Welt bin, erleben muss! Wer würde das überleben können? Das geht nur mit Jesus, wenn ohne, dann mit Dauerbuchung Psychiatrie. Ja mein Glaube ist meine Stärke auch wenn sogar Mitgeschwister blind dafür sind, was eigentlich meine Berufung und Mission ist. Ach Leute, wie gerne würde ich euch auch ein fertiges Wunder präsentieren, aber leider läufts anders...als man denkt. Auf dem Weg zum Ziel mit Jesus, auf dieser Welt, die für einige der Vorhof zur Hölle ist. 

Wie es bei mir weiter geht, ich weiß es nicht. Ziehe ich mich doch zurück, oder mache ich weiter....ich weiß nichts. Aber Jesus wird den Weg weisen. 

Und ich hoffe, dass ich die Tage nicht doch noch einen heftigen Ausraster bekomme und erneut mein Kreuz tragen kann, was mir schon wieder auferlegt ist.

blessings