28. Nov, 2018

Ein wichtiger Text - den ich voll und ganz unterstüzte

ich bin noch nicht ganz fit und habe auch irgendwie gerade wenig Kopf viel zu schreiben, daher kam mir folgender Text genau richtig Er spricht mir auch aus der Seele und ich Danke Lotta Maria sehr, dass ich diesen Text verwenden darf. Sicher finden sich da viele von Euch darin wieder!

Von Lotta Maria Engel, Quelle: Trauma (Leben statt Überleben):

Ich wünschte mein Leben wäre "Normal" verlaufen", wenn dann etwas Einschneidendes passiert und man muss wieder in sein altes Leben zurück finden, dann hat man einen Anreiz, weil man weiß, was man verloren hat und wo man WIEDER hin will. Man weiß, wie sich ein gesundes Leben anfühlt und hat gar keine Zweifel daran, dass es richtig ist da wieder hin zu kommen.

Man definiert sich zu sehr darüber, dass man krank ist und gleichtzeitig kotzt es einen an, dass es so ist. Ich bin krank. Kranksein ist das , was mich ausmacht. So fühlt es sich an.

Wer bin ich ohne Symptome? wer bin ich, wenn ich mich liebenswert fühle?

Wenn wir uns in fachliche Hände begeben, steht am Anfang die Entscheidung: "Will ich gesund werden oder weiter krank sein?" Natürlich will ich gesund werden, denken dann viele. Man denkt, das wird ganz easy. Schlimmer kann es ja nicht mehr werden. Doch Gesund werden wird zur Herausforderung, die einen in seiner Motivation zweifeln lassen kann! Oft wird mit jedem Schritt Richtung "Gesund werden" deutlich, dass es ein Zurück nicht mehr gibt und das Weitergehen treibt einen weiter mehr an die Grenze seiner Kräfte.

Natürlich ist auch Erleichterung und Verbesserung dabei, aber das wiegt noch zu wenig, um dies stärker zu spüren, als den Stress, den dieser Weg mit sich bringt. Das Gesundwerden ist verdammt schwer, weil man sein ganzes Leben auf den Kopf stellt, auseinander nimmt und sich wie ein Puzzle, komplett neu zusammengesetzt wird.

Man gibt sein altes ICH auf, zieht sich einmal emotional aus und wird komplett neu eingekleidet - komplett anders als vorher.

Die Symptome verlieren mit dem Bewusstsein dafür ihre Wirkung und das wird oft als Kontrollverlust erlebt, macht Angst und man verliert kurzzeitig an Stabilität. Die Sicherheit, die einem die Symtome gegeben hat, der Rückhalt in der Not, der immer da war und gegriffen hat wenn gar nichts mehr ging, dies alles verschwindet mit einem Mal.

Und dann fühlt man sich bodenlos, wie im freien Fall, der nicht enden will. Die Anspannung ist oft ziemlich hoch, weil die alten Mechanismen nicht mehr einsetzbar sind. Das kann positiv sein, weil man gezwungen ist NEUES zu probieren und damit weiter gesund werden.

Es macht auch richtig Stress und Unruhe. In dem Moment steht man genau da, dass Altes nicht mehr greift und Neues noch nicht greift. Man bekommt extrem Angst davor Neues zu probieren, weil alle Ängste in einem, sich in den Türrahmen stellen und mit aller Kraft die Tür und den Weg versperren, nur um dass man nicht weiter geht, weil es viel zu gefährlich wäre sich da raus zu trauen. Wie eine Spinne, die ein Spinnennetz in der Türe gespannt hat und jeder Versuch durch zu kommen im Netz hängen bleibt und dann von ihr vernichtet wird. So fühlt sich diese Angst an. Sie ist stark und noch viel größer als man selbst. Die Sicherheit die einem die Symptome gegeben hat, die Geborgenheit/Beruhigung die man darin finden konnte, das alles schwindet nach und nach.

Wenn wir Trauma aufarbeiten, dürfen wir nicht aus den Augen verlieren nebenbei Neues aufzubauen. Denn wenn für den Schmerz, den wir loslassen keine korrigierenden Erfahrungen nachkommen, keine positiven Gefühle ihren Platz finden, dann stehen wir da: IM NICHTS zwischen, haltlos und verloren.

Sei mutig und trau dich, alle Schritte der Heilung zu gehen, auch wenn es einen oft in die Knie zwingt

                      Nur mit Mut neue Erfahrungen zuzulassen, kann die Wunde heilen!