7. Nov, 2018

Weg zum inneren Frieden - nur durch Handreichung und Vergebung

Mal wieder sitze ich vor diesem leeren Display (digitalen leeren Blatt) und überlege, wie soll ich anfangen, das was gerade los ist in Worte zu packen. Diese Gefühle, die in mir sind zu transportieren.

Meist gelingt es mir auch ganz gut. Besser beim Schreiben, als beim Reden. Im Reden bin ich gerade gar nicht so gut. Das spüre ich sehr in der Therapie, da bin ich viel zu viel im Kopf, der viel verstehen möchte.

Dieser Blog hilft mir sehr zu reflektieren, dient als Ventil und ich weiß, dass viele sich darin wieder finden. Heute schrieb mir eine Frau: "Elke, ich habe im Blog gelesen und dachte, ich hätte dies alles geschrieben". Genau darum geht es, somit wissen wir, wir Betroffene sind mit solchen  "Gefühlen"  nicht alleine. Wir haben oft Menschen um uns, wenn auch nur virtuell, die genau wissen - wie es uns geht. Das tut gut. Auch mir! Mir geht es nicht immer schlecht oder immer Gut, das merkt ihr ja. Im Moment wechselt eine Stimmung die Andere ab, zum Teil im Stundentakt.

Wenn ich hier schreibe, wie gesagt ist es oft ein Ventil, wenn es mir nicht gut geht oder ich verletzt bin. Somit wütend oder megatraurig. Meist Momentaufnahmen. Da ich an einer BPS leide, kann es am nächsten Tag schon wieder anders sein. Was so richtig typisch für Menschen mit BPS ist, wir können jetzt richtig zornig sein und mit der Person mit der man ein Problem hat, die nächste Stunde einen Kaffee trinken gehen und alles vergessen was vorgefallen ist. Damit habe ich schon manchen Menschen genervt. Obwohl es genau das ist, was Jesus uns auch lehrt.

Genauso kann es aber auch sein, dass wir alles toll finden und dann plötzlich Wut und Abwertung kommt, die auch länger dauern kann. Ich kann das schon recht gut regulieren oder mit Skills angehen, doch nicht immer. Und Christsein, macht es ja nicht leichter...als ich noch nicht mit Jesus unterwegs war, reflektierte ich wenig, weder die Liebe oder den Hass. Heute tue ich das, auch wenn ich meiner Wut noch freien Lauf lassen kann, der um 100% sich nicht mehr entläd wie früher. Weil ich jetzt auch Werte habe, die ich beachte und schätze.

Okay, worauf will ich hinaus?  Nunja, Dinge auch zu korrigieren, wo man überreagiert hat. Entschuldigungen aussprechen, wenn man jemanden falsch behandelt hat. Denn unsre Störung gibt uns nicht die Erlaubnis, wie eine Axt im Walde herum zu laufen, nope kein Freibrief. Ich bin richtig zahm geworden. Echt jetzt!

In meinem neuen Buch werde ich darüber schreiben, wie sich bei mir früher "Wut" und "Panik" entladen hat. Ihr werdet nie glauben, dass es die gleiche Person ist. Elke damals und Elke heute, Welten!

Die letzten Wochen war ich wieder sehr in der Wut und Verlust-Trauer drin und machte gerade gewisse Personen dafür verantwortlich. Ich will jetzt nicht her gehen und alles zurück nehmen, NEIN, denn ich kann dazu stehen was ich gechrieben habe und wie ich es gefühlt habe! Das war und ist für mich die Wahrheit. Nur ich bedenke bei  so Rundumschlägen nicht, wie sich die Person fühlt, die es liest oder gemeint ist. Was mir beim Schreiben, ja auch erst mal egal ist. Das gebe ich zu. Weil ich durch die vorhandenen Gefühlen, der Emotion seinen Lauf lassen will. Ich habe ja einen guten Psychologen der Caritas an meiner Seite, der mich ganz sanft darauf hinwies, was das mit dem "Betroffenen" machen würde. Mhmmmm, okay. Doof, musste ich schon einsehen.

Ich kenne das schlimme Gefühl ja von meinem Cyber-Mobber, wie ich mich gefühlt habe, wenn über mich geschrieben wurde. Bei dem waren es sogar alles Lügen, nur um einen Rufmord zu begehen. Es ging mir Saudreckig. Seit ich nix mehr zugespielt bekomme und den Dreck auf seiner Seite etc. nicht mehr lese, ist Ruhe! Mir geht es in der Beziehung sehr gut! Wenn ich über meinen Ex-Seelsorger schreibe, dann ist es meist echt das entladen meiner Emotionen, diesen Schmerz los werden wollen, auch wenn es um Gemeinde geht. Es ist egal ob Wunden geschlagen wurden oder was passiert ist. Ich muss versuchen meine Gefühle da runter zu regulieren und versuchen, das was auch positiv war wieder in den Vordergrund zu holen. Hier und JETZT!!! Die Liebe einzelner Menschen aus der Gemeide wieder aufleben zu lassen. Die gab es auch!

Eines möchte ich Klarstellen und ich weiß es kam so rüber und in meiner Wut stelle ich das auch so dar: Mein Ex-Seelsorger ist KEIN TÄTER! Ich bin KEIN TÄTER! Beide sind irgendwie Opfer und das gilt es jetzt einfach in Ordnung zu bringen und versuchen wieder normal aufeinander zugehen können. Es heißt NICHT es ist alles in Ordnung, noch gar nichts ist in Ordnung. Aber der Weg dahin ist das Ziel, das ist was wichtig ist.

Es gab eine Handreichung, von beiden Seiten. Von mir und von ihm...und ich finde das sehr aufbauend und freue mich darüber. Sehr sogar.

Nun aber zu dem was ich heute mitteilen möchte:

AB heute gibt es keine Blogs mehr, in denen ich über mich und über den Seelsorger schreibe. Auch um ihn zu schützen, selbst wenn ich denke...ich müsste mich jetzt hier über ihn und meine schlechten Gefühle auskotzen. Es ist nicht fair! Er hat wie ich, ihr und alle Menschen da draußen...zwei Gesichter. Gut und auch Böse. Jeder Mensch hat das. Ich schreibe oft, die dreizehn Jahre war alles falsch etc. Ja vieles ist falsch gelaufen, echt scheiße. Wie gesagt, was ich schrieb war so gemeint. ABER es ist NICHT alles falsch gelaufen. Ich muss da echt in die Vergebung: Durch A. habe ich auch viel gelernt. Auf Menschen besser zu zu gehen und und und. Da gibt es einiges an Pro und Contra, wie in jeder Beziehung auch. In meinem ersten Buch schreibe ich davon, wie er mir sehr zur Seite stand.

In der Gemeinde lief fiel schief und ja es gibt viel, wo ich NEIN dazu sage, nicht dazu stehen kann. Ein zurück wird es auch nicht mehr geben. Es sei denn Jesus würde mich da wieder rein stellen. Aber schaut nicht danach aus, doch mal vorbei schauen oder ein Workshop etc. besuchen, könnte ich mir vorstellen. Aber es war auch da doch einiges, wo ich zb. materielle Hilfen erhalten habe. Es war wie es war. Ich möchte diese Wut nicht auf die Menschen haben. Es ist nicht meine Verantwortung sie zu korrigieren. Das ist der Job von Jesus selbst. Ich habe vor ein paar Wochen geschrieben, dass ich vergeben möchte...ich muss es heute erneuern. JA ICH WILL VERGEBEN!

Also ab heute keine Berichte mehr von alten Gemeinde und/oder Andy. Denn es ist NICHT fair. Ich möchte wieder das andere Gesicht von Andy kennen lernen, was es auch gibt. Das ist nur möglich, wenn ich aufhöre....ich möchte absichtlich niemanden verletzen. Erst recht nicht eine Person, die eine Wichtigkeit in meinem Leben hatte und ich weiterhin um eine gute Beziehung bemüht bin, egal wie sie irgendwann definiert wird.

Es gibt nächste Zeit viel zu berichten. Z.b. kommt der Poetryslam am 1.Dezember, wo ich das erste Mal damit öffentlich auf der Bühne stehe, vielleicht kann der Ein oder Andere von euch mit dabei sein. Ich werde noch die Adresse etc. separat durch geben. (Ich hoffe so sehr, dass ich mich die nächsten Wochen gut stabilisiere und den Mut aufbringen kann, es mir zu zu trauen).   Ich wurde von der Caritas-Tagesstätte angefragt, ob ich nicht einen Poetry auf der Weihnachtsfeier am 3. Dezember, vortragen möchte. Klar will ich. Alleine schon wegen "dem Üben" mit den Poetrys auf der Bühne zu stehen. Denn ich würde gerne, wenn ich echt Talent dazu habe, nächstes Jahr mal paar Poerty-Slams mitmachen, wer weiß Cool, vielleicht noch ein künstleriches Standbein.

Das Buch nimmt auch Gestalt an, das macht mir auch Mut. Vorallem, dass es mir gelingt dran zu bleiben und zu skillen, wenn es bisschen schwierig wird. Doch ich habe das Alles jetzt schon so oft angeschaut, dass ich gut mit klar komme!

Ich freue mich schon auf den Winter, denn da kann ich am Besten schreiben. In meinem Kopf ist auch schon wieder ein Bilderbuch am enstehen, habe glaube ich, schon mal erwähnt...doch erst mal muss ich das Buch zu ende bringen. Es soll im März in den Verlag!

Blessings