21. Okt, 2018

Folge ich meinen Gefühlen oder folge ich Jesus

Ihr glaubt überhaupt nicht, wie voll mein Kopf und Herz ist. Chaos hoch zehn und in dem Chaos, Gottes Ordnung. Komisch, ist aber so.

Wo fange ich an??

Ich habe jetzt meine Gemeinde gefunden, ich möchte aber nicht erwähnen wer und wo es ist. Aber ich fühle mich wohl und habe jetzt schon eine Supergemeinschaft mit ein paar Menschen gefunden, die ich in den letzten 13 Jahren nicht gefunden habe. Ich lache, bete und habe ernsthafte Gespräche mit diesen Menschen. Ich bin echt platt, weil es Gott ist, der darin wirkt und mir die Türen geöffnet hat.

Vergessen kann ich meine alte Gemeinde noch immer nicht. Ich hatte auch einiges Gutes dort erfahren, aber auch sehr schmerzhaftes und gemeines. Ich bin jetzt das dritte Mal in der für mich neuen Gemeinde und heute wurde ich sogar gefragt, ob ich nicht mit Musik machen möchte. Mich hat es fast umgehauen. Nach der kurzen Zeit..darf ich einfach dabei sein, mit Allem was ich mitbringe.

Was in der Gemeinde auch ist, da sind sie: Die "Gestrandeten", die "Außenseiter", kaum jemand der es raus hängen lässt, das er so toll das Leben im Griff hat und Kranke, egal in welcher Richtung. Keiner zeigt, dass sie nichts da zu suchen haben oder die Gemeinde damit überfordert wird. Diese Aussage wird meiner alten "Gemeinschaft" noch sehr anhaften, denn wieder war jemand in Agatharied (Psychiatrie), wo sie nicht wissen, wie mit dem Menschen umgehen. Hätten sie es mal genutzt, das da jemand ist, der hätte helfen können und Richtung geben, wie man mit uns Beladenen umgeht. Aber Frage: steht es nicht auch in der Bibel?? Egal, sie müssen vor Gott irgendwann stehen mit ihrer Überzeugung, alles richtig zu machen und ihren Reichtum nur in Gemeinde zu stecken.

Ja, ich bin noch echt sauer, das merke ich. Noch immer nicht ausgestanden. Aber dreizehn Jahre, die sich als heftige NEUtraumatisierung heraus stellen, sind nicht einfach los zu lassen. Ihr wisst, dass ich Poetrys schreibe. Heute erfahre ich von Jemanden, dass der Pastor meiner Exgemeinde erwähnte, bei einer Veranstaltung (natürlich kommt ein Musiker) es auch Poetryslam geben würde (Ich hoffe sie korrigieren es, denn Slam bedeutet "Wettbewerb"), es wird jemand ein POETRY vortragen. Ich habe ein paar Mal damals meinen Seelsorger gefragt, ob ich Predigtbezogen oder mal so, im Gottesdienst einen Poetry vortragen könnte. Es kam entweder ein Nein oder ein Vielleicht. Aber dazu kam es nie und jetzt.....Ach ist das alles heftig und so billig.

Vorallem es tut weh, dass ein Mensch, den man so sehr mochte, zu so einem Arschloch geworden ist. Ich hoffe und bete echt zu Jesus, dass ich mein Denken da wieder korrigieren darf. Denn, ich will A. nicht weiter hassen oder ihn so sehen. Aber er hat sich an NICHTS was ausgemacht war gehalten. Echt mies und es macht mein Vorhaben, ihm zu vergeben, schwer. Das ist Eines der vielen Dinge in meinem Kopf. Es tut halt jetzt noch mehr weh, denn ich schaue es mir echt mit zwei Profis an und mit dem Seelsorger hatte ich ja ein langes Gespräch am Freitag. Egal, irgendwann wird es wieder verheilt sein.

Ich denke, die neue Gemeinde (ich wollte ja nie wieder Gemeinde leben), hat mir Jesus jetzt gezeigt und vielleicht geschenkt....denn es ist echt ganz anders, obwohl Einige die ich schon kenne, meine Geschichte auch kennen. Aber keiner macht es zum Thema. Ich habe heute gemerkt wie Jesus immer noch an mir arbeitet. Ihr denkt sicher: "Boah was für eine geistliche Überschrift, was hat es denn damit wieder auf sich"?? Ich kanns erklären. Ich sagte Eingangs ja schon, dass dort einige Leute sind, die schwer beladen dort hin kommen. Ich kenne davon Zwei näher, den Einen von der Caritas, wo ich Mittags essen gehe und hin gehen kann, wenn mir die Decke auf den Kopf fällt oder ich mich sogar bei Profis entlasten möchte, um nicht in eine Krise zu rauschen. Die andere Person kenne ich von früher und einen Dritten, den ich auf der Lesung kennen gelernt habe. Alle drei schwer psychisch krank.

Immer wieder kommen diese Drei auch auf mich zu und reden mit mir. Den ich von der Caritas kenne, der sagt alles sehr unverblümt und redet mit JEDEM über seine Alkoholsucht und seine Psychose. Er besucht die Gemeinde erst seit zwei Wochen. Die Anderen sind schon lange dabei.  Meine Ex-Gemeinde hätte die niemals händeln können, wenn die mich, die schon Mega-Heilungen erfahren hat und sich stark reflektiert (zu stark oft, ich bin echt geschädigt von Zusammenreissen müssen), als Überforderung ansehen. Ich bin nie mit meinen Krisen in der Gemeinde hausieren gegangen, wenn sie was wussten, dann über Andy, der für mich zum Gebet aufgerufen hat. Ansonsten blieb es immer in der Seelsorge. Ich denke mein die "Wahrheit" sagen und manchmal große Verschlossenheit gegenüber den Mitgliedern, hat sie überfordert. Ist auch egal, bin abgeschweift. Aber so geht es die letzte Zeit...weil der Kopf und Gefühle so voll sind. Positiv wie Negativ.

Wie gesagt, Jesus sorgt auch immer wieder dafür, dass ich gute Dinge erlebe. Denn es muss unbedingt Heilung passieren!! Was ich erzählen wollte, ich fühle mich immer wieder sehr zerrissen, weil ich viel Heilung erfahren habe und auch noch viele Defizite habe, was mir Jesus nun in drei Wochen wieder klar gemacht hat. Mir wurde das heute auch zu viel, als diese drei Menschen auf mich zu kamen und begannen über Psyche und anderes zu reden. Da ich auch eine Hypersensibilität habe, war es bald vorbei mit Mauer hochziehen oder nichts an sich ran lassen. Ich war freundlich zu ihnen und schenkte ihnen auch meine Liebe, so weit es ging und ich versuchte auch ihre Fragen zu beantworten oder auf ihre Dinge einzugehen. Doch ich erwischte mich plötzlich, ich merkte auch wie der Heilige Geist es mir zeigte: Das ich plötzlich echt genervt war und mir der den ich aus der Caritas kenne etwas peinlich wurde. Ich dachte für mich, "Ich hoffe das keiner denkt ich hätte ihn mitgebracht in die Gemeinde", weil wir fast zeitgleich gekommen waren. Schon legte der Heilige Geist den Finger in meine Wunde. Denn ich möchte doch immer, dass Gemeinden genau diese Menschen aufnehmen, für sie da sind und wir mit Problemen (ich will mich nicht raus nehmen) ein Zuhause finden dürfen. Er zeigte mir die Grenzen auf, die man schnell haben kann. Gut ich werde den Gedanken weiter denken und schauen, wie ich das Alles händeln kann. Ich muss nur aufpassen, dass ich da nicht in eine Rolle komme, wo sie mich dann ständig anreden und erwarten, dass ich für ihre Probleme, mir ständig Zeit nehmen kann. Nähe und Distanz, das will Jesus, dass ich es gerade lerne.

Das Nächste was ich kurz ansprechen möchte, wo ich echt keine Heilung erfahren habe und ich merke, wow mein Vertrauen in Menschen ist so kaputt gemacht worden, manchmal denke ich, ich bin Jahre zurück geworfen, durch die Scheiße die ich erleben musste vor wenigen Monaten.  MEINE frische Liebe:

NEIN, ich kann es einfach noch nicht. Der Mann, den ich kennen lernte hat sich total in mich verliebt und hat es mich gestern bei unsrem zweiten Date wissen lassen. Nach dem er auch noch sagte: "I love you", er spricht nur englisch...bekam ich weiche Knie. NEIN, nicht aus Verliebtheit. Das war mir to much. Ich muss es echt noch für mich klar bekommen, was genau passiert ist.

Jetzt kommt etwas, was für PTBS so typisch ist. Wir kamen uns auch näher, vorallem aber Umarumgen. Er kam mir irgendwie zu nah. Ich dachte, ich hätte seine Hände überall, naja als ob er vier statt zwei Hände hätte. Ich rastete fast aus und trotzdem ließ ich es zu. Schon weit über meine Grenzen gegangen.  Da merke ich, scheißdrecks PTBS....ich habe es immer noch nicht gelernt, Grenzen zu stecken, NEIN zu sagen oder klar zu sein. Die Quittung kam sofort. Als ich zu Hause war, bekam ich solche Schmerzen im Unterleib! "körperliche Dissoziation" nennt man das auch. So ein Scheiß!!!!!!! Ich musste heute schon zwei Schmerztabletten nehmen, damit ich mit dem Schmerz klar komme. Und was psychisch sich zeigen will, heftig. Ich verdränge es ganz gut, aber um so mehr kommt der Unterleibssschmerz. das macht es nicht gerade leicht.

Ich denke, es ist noch nicht die Zeit, sich auf einen Beziehung einzulassen, da ich im Moment mit meinem Thera und zwei anderen Helfer, die Scheiße aufarbeite, die in den letzten Jahren so tolle Christen an mir getan haben. Das hatte mir noch gefehlt, zu all den alten Wunden meiner Kindheit und Jugend. Ich kann auch bald die Frage, warum ich das so lange ausgehalten und mit mir habe machen lassen, in der Gemeinde, nicht mehr hören oder beantworten. Ja, warum macht das Mensch??? Grrrrr.

Ich denke, ich besinne mich jetzt erst mal auf NEUE GEMEINDE, mich auf neue Menschen einzulassen. Neu Vertrauen lernen und vorsichtig sein, zu erkennen wenn wer es NICHT gut mit mir meint, sondern nur seine Eitelkeit an mir stillen will. Oder wie 2016 seinen Narzissmus.  Neu lernen meine Gaben wieder zu aktivieren und mich von so Niederlagen, die Menschen in ihrem Ego provozieren, nicht entmutigen zu lassen. Ihr merkt sicher, dass ich das heute auch sehr wütend schreibe. Es schleudert mich halt ein bisschen, das ich körperlich noch so panisch reagiere und Zuneigung nicht genießen kann. Aber alles hat SEINE Zeit! Darauf werde ich mich verlassen.

Lange Rede kurzer Sinn....ich habe es mit meinem Fastfreund jetzt erst mal auf Eis gelegt, wenn er Interesse hat, wartet er. Wenn nicht, war er sowieso nicht der Richtige. Ich bin nicht auf der Suche nach einer Partnerschaft, es ist okay, so wie es ist.

Da ich genug an meinen Baustellen zu arbeiten habe und es einfach keinen Raum für mehr hat, ist es besser erst weiter in SEINER Ruhe zu bleiben. Es kommt alles, wie es kommt und wenn man gut, auch geistlich reflektieren kann, dann weiß ich auch, dass Jesus gerade viel aufdeckt und Heilung rein bringen möchte. Es braucht Zeit, auch wenn ich immer wieder von Leuten aus der Ex-Gemeinde höre: "Lass doch einfach den A. los, Staub von den Füßen", sie haben es nicht kapiert..aber das wissen wir ja. Ist eben zu hoch, wie es Jemanden ergehen kann, der so Schlimmes erlebt...Vertrauensbruch von der engsten Person, ist seelischer Mord, den viele NICHT überlebt hätten. Ich kämpfe und werde SIEGEN und VERGEBEN, irgendwann.

Blessings