17. Okt, 2018

Du entscheidest wo die Spirale hin geht - nach oben oder nach unten

fühlst du dich von der Überschrift provoziert? Manchmal geht es mir so, wenn mir mein Therapeut klar macht, dass ich entscheide, ob es mit den traurigen/depressiven Gefühlen und Gedanken nach unten geht. Aber es ist wirklich so. Bei mir ist es so, dass ich unheimlich viel Kraft brauche, um manchmal meinen Tag zu bestreiten. Ganz oft habe ich den Impuls einfach im Bett oder auf dem Sofa liegen bleiben zu wollen. Die Welt da draußen, gefälligst auch draußen lassen zu wollen. Nur noch ich und mein Hund. Würde ich dem nachgeben, diesem Gefühl, nix mehr tun zu wollen, dann würde es nach unten gehen.

Der Psychologe von der Caritas sagte mir bei unsrem Gespräch am Dienstag, dass er es bewundern würde, wie ich es schaffe, trotz aller Schwere und Kraft die es mich kostet, weiter an den Dingen zu bleiben, die es an Termine gibt oder wie hier den Blog weiter zu pflegen. Mittags zur Caritas Tagesstätte zu gehen, um dort zu essen. Klingt alles banal, aber es ist ein Kraftakt. Weil einfach meine Denke nicht mehr so richtig stimmt. Ich bin nicht suizidal oder sehne mich nach dem Tod, das war nur im Mai so schwer und schlimm, weil ich bedroht wurde und mein Seelsorger von jetzt auf nachher nicht mehr greifbar war. Es war alles in mir in Panik. Wenn ihr schon lange mitlest wisst ihr ja darum und wenn ihr neugierig seit, um was es geht, einfach frühere Blogs lesen.

Es ist wichtig, sehr wichtig und das ist viel mehr Kraftaufwand, im Flow zu bleiben. Termine die anstehen wahr zu nehmen und auch schöne Dinge sich zu erlauben. Das fällt einem Menschen, der Depressiv ist oder dazu neigt, sehr sehr schwer! Aber es ist die halbe Miete, um die Spirale nach oben zu bekommen. Ich plane jetzt ein paar Dinge, die ich tun möchte. Ich spüre da Jesus wirken so stark. Ich hätte keine Chance einen Workshop oder Kurs für Poetryslams zu machen. Es war so ein Wunsch es zu tun, naja am meisten als es mir besser ging. Ich wurde ja nicht gefördert oder angefeuert von meiner Umgebung dies zu tun (Wäre wohl eine starke Konkurenz gewesen / Insider), daher wurde mein Selbstvertrauen, Dinge zu können, einfach ganz klein. Ich denke so Workshops sind auch nicht billig. Doch wie gesagt, will Jesus dir was schenken und weiß, da hat man Freude daran - ist nix unmöglich für ihn! Aufjedenfall werde ich im November einen ganzen Tag lernen, wie ich die Poetrys auf der Bühne vortragen kann. Im Dezember gibt es noch ein Tag es zu lernen und Abends darf ich, wenn ich denn den Mut habe (und ich werde ihn haben) Texte von mir vortragen können. Der Workshop kostet mich NICHTS, er ist kostenlos. Das Thema: Psychische Gesundheit. Wow, ich bin so happy about it! Und ja, ich schaue dem entgegen und freue mich. Ich weiß aber auch, wenn es soweit ist, ist es für mich ein Kraftakt, da hin zu gehen - dort Mutig mitzumachen und es vor allem durch zu halten. Weil es eben so ist. Der Psych. von der Caritas meinte, ich müsse es mir erlauben, dass es so ist. Vorallem auch, wenn ich merke, dass ich Ruhe brauche und nicht mehr so belastbar bin, wie ich es war...die Ruhepause zu gönnen, ohne mich innerlich zu beschimpfen, was ich nicht mehr schaffe. Naja, ich werde auch älter Liebe.

Mein Gedankengänge auch etwas komplizierter und manchmal echt verdreht. Naja und wenn man auch noch so viel Therapie macht wie ich, dann kann man ganz schön viel neu erkennen und auch wiederrum geschleudert werden. Leben kann so kompliziert und doch einfach sein. Kompliziert mache ich es mir meist selbst.

Kennt ihr das?? Sogar die Liebe kann da zur Bedrohung werden.

Okay ich gebe mal etwas preis, was noch eine sehr zarte Pflanze ist, doch es ist ein hin und her. Viele von Euch mit einer PTBS, Borderline oder Depression wird sich sicher wieder erkennen:

Ich habe Jemanden kennen gelernt, der mich sehr mag und es mir auch recht schnell gesagt hat. Er ist Christ und es könnte ganz gut passen. Nur wenn mein Hirn nicht alles blockieren würde und diese Sache mehr als Bedrohung sehe, als dass ich es genießen kann. Sogar die Egostates haben da ständig ein Wörtchen mit zu reden. Da mein Vertrauen so missbraucht wurde und gemein wieder zerstört wurde, ist auch dies ein riesen Thema. Was wenn ich mich auf ihn einlasse, so richtig?  Was wenn er mich verletzt? Was wenn er mir weh tut? Wie soll ich das mit der Nähe hinbekommen, nach dem ich so verletzt wurde? Wie kann ich jemanden erneut so viel Vertrauen schenken? Und und und und ..tausend saublöde Gedanken. Neben dem, wie sage ich es ihm, dass er ganz behutsam mit mir an die ganze Sache ran gehen muss. Am liebsten würde ich den Kontakt abbrechen, dass wäre doch so einfach. Blöd nur, dass auch andere Gefühle das sind. Tja noch ein Thema zum Arbeiten. Aber kennt ihr das? Ja und dann mein Selbstwert, ich frage mich sogar...äh, was findet der denn an mir gut? Ich bin doch viel zu fett, ich bin nicht hübsch, ich bin chaotisch.....bla bla bla. Und ich habe Angst, sehr viel Angst....und doch will ich die Spirale nach oben.

Also weiter noch einiges zu tun und zu bearbeiten. Naja das Timinig für so eine Liebesgeschichte, ist wirklich nicht der Richtige, aber gibt es für so etwas überhaupt der richtige Zeitpunkt? Nope denke nicht. Also kann ich es nur mit Jesus teilen und mit ihm angehen, (auch mit den Theras und Seelsorger, mit dem ich morgen das Arbeiten beginne (geistlich) ---ich bin ja gut abgesichert mit Leuten, die mit mir reden, wow), ich dachte immer, ich würde für immer alleine bleiben. Ihr seht 1001 Gedanken. Grrr, statt einfach zu genießen und zu sagen: "Schauen wir mal was das wird" und bringe Ruhe rein. Naja, vielleicht ändert es sich ja, ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Was ich auch merke, es macht mir so wenig noch Spaß. Das Singen, geht kaum. Ich schreibe gerade nichts. Dafür ziehen mich die Sozpäds oft raus, aus meinem Versteck. Mit ihnen mache ich dann Ausflüge oder tobe mich mal Kreativ aus. Gestern habe ich es sogar wieder geschafft für fast zwanzig Leute zu kochen. Aber danach war ich platt, darf aber sein, habe ich ja jetzt gelernt!

Gut ihr Lieben, das war mal ein Brainstorming von mir.

Fazit: Geht in die Aktivität, auch wenn euer Körper und Geist nach Verstecken und Ruhe schreit. Gebt dem nach, dann wenn ihr auch was gemacht habt, was die Spirale nach oben bewegt. Manchmal ist es auch nur ein Spaziergang oder mal die Wohnung saugen, was es schon in die richtige Richtung treibt. Gebt nicht auf. Wie mein Caritas-Psych. sagt: "Diese Entscheidung, sich heraus zu bewegen aus der Spirale ist so anstrengend und hart, aber es wird am Ende die richtige Entscheidung gewesen sein". Vielen helfen auch Medikamente, um die Depression zu verkürzen. Ich nehme keine Medikamente, ich kämpfe mich eben mit Jesus und mit meinen Helfern aus den Dingen heraus. Aber Beides ist gut. Helfen Medikamente, das Leid zu reduzieren oder zu stoppen, dann nehmt dieses Werkzeug! Lasst euch keinen Scheiß, von niemanden einreden. Damit meine ich vorallem Christen, die andren einreden....es braucht keine Medikamente, es reicht nur beten. Ich denke Gott weiß, warum er so manche Krücke, wie auch Medikamente zugelassen hat...!

Blessings