20. Aug, 2018

Mit Vorurteilen aufräumen - gerade unter uns Christen

Was mich oft traurig macht, dass viele Menschen zum Beispiel über "Borderline" lesen oder davon hören und sofort eine Vorgefertigte Meinung darüber parat haben. Vielleicht auch nur nachplappern, was sie einmal gehört haben.

Als es mir vor ein paar Wochen noch so schlecht ging und ich mich in einer Megakrise befand, fragte mich auch ein Mann aus meiner Ex-Gemeinde, ob Borderline nicht die Erkrankung sei, wo die Menschen andere verletzen müssten oder sich selbt verletzen. Ich war echt erst mal baff. Ich kenne die Vorurteile, aber das war mal wieder so ein richtiger Messerstoß.

Ja Borderlinekrisen können sich sehr heftig äußern, aber sie sind bei JEDEM anders. ähnlich und doch anders.

Habt ihr gewusst, das zum Beispiel das DBT (Verhaltenstherapeutische Methode zur Stressregulation bei Borderline Patienten) von Marsha Linehan geschaffen wurde und sie selbst die Borderlinestörung hat. Sie hat sehr viele Lehrbücher geschrieben, schult ausgebildete Therapeuten weiter, macht selbst Therapiearbeit und hält Lesungen und Vorträge. Kein Mensch würde denken, dass sie dafür zu "gestört" ist! Das Gleiche gilt bei PTBS! Meistens findet man unter der Störung leitenden Menschen, hochintelligente Menschen. Ich will nicht angeben, aber auch bei mir wurde ein IQ von 125 gemessen. Jeder Mensch kann Krisen haben.

Der Mensch mit Borderline oder PTBS kann eben nicht so gut mit Stresssituationen umgehen. Aber es ist unfair uns zu unterstellen, dass wir komplett gestört sind.

Klar gibt es die Diagnose mehr oder weniger ausgeprägt und je nach Charakter lebt es der Ein-oder Andere, mehr oder weniger aus. Übertreibt es vielleicht auch mal mit seinem Freischein "Borderline".

Ich darf das so sagen, weil schon erlebt und oft gehört, auch selbst zur rechten Zeit getan. Nach dem Motto: "Ich bin Borderliner, ich darf das".

Ich für mich habe es meist so gehalten, dass ich sagte: "Ich habe Borderline oder PTBS, aber bin es nicht!" Der kleine Schritt in die richtige Richtung. Denn eine Diagnose ist kein "Titel" oder "Identität" !!! Geschweige denn ein Alibi!

Ich frage mich auch, wieviel von den Vorab-Verurteiler wissen, dass sehr viele Menschen, die sie vielleicht verehrt haben, auch eine Borderlinestörung hatten? Sogar Christen, die als Vorbild unterwegs sind. ( Eine davon Joyce Mayer)

Marylin Monroe, Diana (die Prinzessin der Herzen), und noch viele Künstler, von denen wir es nicht denken würden, oder manche gar nicht denken wollen!!!!

Wann hören endlich diese Vorurteile auf?? Ich denke, diese Vorurteile machen es auch sehr schwer nach draußen zu gehen und über die Dinge zu reden. Denn viele haben Kontaktängste und mit der "KRANKHEIT", was ja gar keine Krankheit ist.

Ich werde versuchen ab Januar wieder raus zu gehen mit Lesungen und diesmal auch mit Vorträgen. Im Moment arbeite ich hart daran. Ich hoffe, dass Jesus die richtigen Türen öffnet!

Es wird Zeit, dass der Schrei ins Leben noch viel lauter wird. Gerade jetzt in der Zeit, wo wieder dieser Skandal (Missbrauch durch Geistliche) in Amerika weite Kreise zieht!! Das darf nicht einfach hingenommen werden. Auch da geht es um hunderte von Betroffene! Die ihr Leben lang geschwiegen haben und schlimm leiden!!

Werdet mit mir laut, den Schrei zu schreien!!!

Blessings