11. Jul, 2018

Erlaube dir alle Gefühle in der Krise - Jesus hat damit kein Problem

Seit gut fünf Wochen bin ich wieder bei meinem Therapeuten, der mich schon seit der Klinikzeit 1993 kennt. Wir werden zusammen alt, habe ich heute festgestellt Cool, ich war damals total Jung und er auch, heute...mein Körper ist alt, er ist alt und sehr weise geworden. Hat ein riesen Institut und ist neben seinem Doktor den er gemacht hat, auch Chef! Doch er ist treu an meiner Seite (normalerweise dauert es bis zu einem Jahr, bis man einen Termin bei ihm bekommt, doch er hat sein Wort gehalten, als er mir damals sagte: Er ist da, wenn ich ihn brauche...anders als so paar Andere die, die gleichen Worte sprachen und weg sind).

Heute hatte ich meine fünfte Stunde und wir machen auf jedenfall weiter. Denn die Wunde, die geschlagen ist, ist sehr tief und mit einem "Vergib und dann ist es vorbei", wird es nicht ausgestanden sein. Der Therapeut ist echt genau der Richtige für mich, ich weiß ganz genau, dass er an meine Seite gestellt wurde, von Jesus. Denn ich hatte bis jetzt nur ihn als Therapeuten und ein einzigen Seelsorger mit denen ich gearbeitet habe. Denn ich bin kein Therapeuten/Seelsorger-Hopper, genauso wenig wie ein Gemeindehopper. Wenn ich wo hin gehöre, da bleibe ich auch erst mal, auch wenn viele Schmerzen sein können. Gut jetzt ist eben erst mal Gemeindestopp, ich kann nur warten, stellt mich Jesus wieder wo rein, oder niemals mehr (was mir passen würde, aber ich tue was er sagt). Was NIE wieder sein wird, Seelsorge...nope, nie wieder. Aus sehr vielen Gründen, die mir auch mein jetziger Therapeut klar macht. Wow ich kenne ihn 25 Jahre, er ist noch da...Geistliche nach dreizehn Jahre, trotz versprechen: nie zu gehen, sind weg. "Nachdenk".

Heute fragte mich der Therapeut, ob ich in Wolfratshausen bleiben möchte. Er fragte es, weil ich immer wieder Menschen aus der Gemeinde begegnen kann, auch dem Seelsorger. Ich bin mir nicht sicher, warum er das fragte, ob er abchecken will, ob ich wieder auf Fluchtmodus bin, oder will er echt, das ich weg ziehe. Mhmmm, er gibt mir wieder Rätsel auf. Er fragte mich heute, ob ich ein Alien bleiben möchte und ob ich den Menschen aus der Gemeinde, die Lüge glauben möchte, dass ich NICHTS kann und nur Krank bin. Wie gesagt, er kennt mich. Er weiß, was ich mir vor der Gemeinde geschaffen hatte. Er weiß, wie ich auf der Bühne stand und Musik machte. Was mir Gemeinde genommen und geraubt hat.

Vorallem an mich zu glauben und im letzten Ältestengespräch haben sie es ja einstimmig bestätigt, so zu denken. Was ist passiert?.... Zu mir wurden keine frommen Worte zur Auferbauung gesprochen und mir die Hand gereicht...ich wurde klein gemacht und zur gleichen Zeit, durfte der Seelsorger emotional wachsen. Darauf will ich nicht eingehen, was es bedeutet. Aber nix Gutes.

Ich bin heilfroh, dass ich den Therapeuten habe, der mich sehr sehr fordert. Nicht zimperlich ist und mich echt provoziert. Aber auch selbst viel aushält! Danke für ihn Jesus und dass es ein Mensch ist, dem ich vertrauen darf und sein Wort gehalten hat. Er spricht sogar von Vergeben. Aber ich kann es noch nicht, es tut so weh. Das sieht er auch, es ist auch sehr sehr dumm von dem Seelsorger gewesen, wie er die Abnabelung vollzogen hat. Wie gesagt die Ältesten haben gar keinen Peil, was sie da angerichtet haben...mich nicht zu hören und nicht zu wissen, um was es geht und etwas zu bestimmen, was sich für "Gesunde" gut anfühlt. Für mich ging es in eine Katastrophe, wo man nur noch Schadensbegrenzung tun kann. Es ging am Ende nicht mehr um mich als Mensch oder meine Geschichte, sondern nur, wie kommt der Helfer gut aus der Rolle raus. Verbockt habe ich es nicht.

Heute haben wir uns es angeschaut. Man darf keine Egostates wecken, um sie dann wie heiße Kartoffeln fallen zu lassen. Das ist passiert, Lebensgefährlich. Das hat ein Mensch (abgesehen von der Sache 2016) dem ich blind vertraute, getan! Böses, böses Faul. Das bekommt man nur wieder therapeutisch aufgearbeitet und somit komme ich auch gleich auf ein Thema, was mir vorhin jemand nahe gebracht hat.

Eine Frau die wie ich gerade sehr leidet, auch Christin, versteht NICHT, warum Jesus die vielen Schmerzen zulässt. Er keine bis wenig Gebete erhört, oder reagiert. Facebook ist ja so ein Tummelfeld von selbsternannten Geistlichen, wahre und gute Pastoren oder auch selbsternannte Pastoren. Das Gleiche mit Seelsorgern und Propheten, sogar viele Pharisäern, die Gott als den keulenschwingenden Herrn hinstellen. Alles dort vertreten. Aber auch Christen, die es kapiert haben und andere auferbauen. Gut das ich viele davon auch kennen darf, sogar mittlerweile persönlich.

Heute las sie folgendes und ich vestehe sie so gut:

Da schrieb jemand, der keine seelischen Probleme hatte, sondern ganz andere, der nicht mal den Vergleich anstellen kann,... wie seelisches Leid sich von anderem unterscheidet. Es ging darum, dass der Mensch aus seinen Dingen heraus geholt wurde und so bisschen der Vorwurf, dass manche das Problem Selbstmitleid haben. Das ist was, da reagiere ich sehr sauer darauf. Erstens ist Selbstmitleid nichts schlimmes, denn habe ich es mit mir nicht, kann ich es auch für den Anderen nicht haben. Ich kenne KEIN Mensch, der für immer im Selbstmitleid blieb. Das Selbstmitleid ist ein Teil der Trauer und sehr wichtig. Aber genau von Menschen, die davon keine Ahnung haben, sich aber anmaßen seelsorglich fit zu sein, wird Selbstmitleid als Vorwurf angemahnt.

Der Satz der mich nervte war: Nimm dir ein Beispiel an ANDEREN und hör auf mit dem Selbstmitleid, ..... .

Ein Beispiel kann ich mir nur an ganz wenigen Menschen nehmen. Meistens sind diese schon Alt und sehr weise. Wissen, das Jesus ihr Anker ist. Aber ich behaupte, dass es so viele gibt, die es proglamieren, aber wenn es hart auf hart kommt, dann brechen sie zusammen und es wird mit Jesus gehadert. Sie sind vor sich nicht ehrlich. Manche haben gerade einen geistlichen Höhenflug und denken, in einer schlimmen Krise...werden sie nicht geschleudert, weil sie ja die Glaubensriesen sind. Wir sind Menschen, die meisten werden geschleudert. Ich kenne einige Pastoren und Geistliche, die sich in der Psychiatrie wieder fanden, sogar letztens ein Mönsch den ich kennen gelernt habe. Auch darunter Leute, die anderen erzählten...dass man doch nur an Jesus festhalten muss (w ie so eine Zauberformel) und nicht in Selbstmitleid vergehen. ..Wir SIND MENSCHEN und wir werden immer fallen und NICHT immer Jesus vertrauen können, weil wir dazu zu schwach sein können. Mein großes Beispiel ist Arne Kopfermann, der sehr ehrlich mit seiner Trauer umgeht und erst mal gar nicht mehr an Jesus festhalten konnte oder Gott vertrauen, dass er seine Tochter sterben hat lassen. Was ist das für eine Grausamkeit, einem Menschen im Schmerz zu sagen, "höre mit dem Selbstmitleid auf". Ich bin es so leid, diesen Schwachsinn zu hören oder anzunehmen. Jesus selbst schwitzte Blut aus Angst..kein Engel kam und sagte ihm: "Vertrau deinem Vater und höre mit dem Selbstmitleid auf". Der Herr selbst schrie: Papa warum hast du mich verlassen!?

ES ist so einfach über "alles nur an Gott abegeben" zu schreiben, wenn sich alles gut anfühlt und das Leben, auch das geistliche gerade im Lot ist.

Ich kenne das doch auch, auf diesem falschen Pfad war ich auch. Ich wollte der ganzen Welt erzählen, wie es geht. Das man nur genug glauben muss, damit man geheilt wird. Das man nur immer wieder auf Jesus schauen muss und anscheinend einen Knopf drücken (den ich bis heute nicht gefunden habe), damit das Gefühl aufhört. Nur immer auf Jesus geht nicht immer, wenn es schmerzt und weh tut, dann müssen es eben andere für einen tun.

Und nochmal, ich habe noch keinen  Menschen gesehen, der für immer in seinem Selbstmitleid blieb. Jetzt kommt sicher so ein Gedanke, aber es gibt Menschen die nur in der Psychiatrie sind, nicht gesund werden wollen. Ja die gibt es auch, aber es ist oft eine Entscheidung, so leben zu wollen und manche haben keine Chance durch ihre Krankheit eine andere Lebensform zu wählen.

Gar nicht im Selbstmitleid zu baden......Wenn man sich damit beschäftigt, um was es geht bei einem Menschen, woran er so leidet, dann kann ich auch diese Heilungssachen nicht über einen Kamm scheren und es jedem überstülpen.

Mir hat Jesus mal gesagt: "Elke, was willst du? Gesund werden und dich für andere stark machen oder krank bleiben und im Kleinen wirken? Beide Wege werde ich mit dir gehen! Du entscheidest!"

Meine Antwort war, dass ich gesund werden will und gehen, für ihn, als Zeugnis. Dennoch habe ich meine Defizite, fall auf emotionalen Missbrauch rein und handel noch so, wie es viele nicht verstehen können. Aber genau das wird auch gebraucht, sonst könnte ich nicht tun, was ich tue. Selbstmitleid, wow ich könnte darin baden und nie wieder raus gehen, aber mal habe ich es und dann lasse ich es wieder, um weiter Kraft zu tanken und weiter zu gehen.

Wenn so mancher, der solche Sachen, die anderen noch mehr Wunden schlägt von sich lässt..das durchstehen müsste, durch das ich gerade gehe"...nie wieder würden sie diese Worte sprechen..weil sie spüren müssten, es baut NICHT auf, auch wenn es so gemeint ist. Ein Mensch der draußen ist und z.B Lesungen oder Predigten hält, wenn der alleine schon um den Führerschein bangen müsste, um von A nach Z zu kommen...glaubt mir, der wäre sofort in der Falle und würde nie wieder dem anderen Dinge unterstellen oder schlau da hin reden.

Jesus kann heilen und will es. Jesus hört Gebet und hört es eben nicht. Der Schlüssel ist...ruhig werden im Sturm. Dieser hat viele Facetten und Gesichter. Jesus WILL, dass ihr ALLE diese Gefühle, die in euch sind zu lasst. Er braucht sie von Euch. Hört auf ihn. Nehmt seine Hand. Auch wenn es ausschaut, als ob er weg ist, nix hört oder null reagiert, uns verhungern lässt..tut ER nicht.

Ich habe es erlebt. Ich hänge oft psychisch im Loch. Ich habe Angst meinen Führerschein zu verlieren, nur weil ich eine Krise hatte. Werde dafür noch bestraft, aber es muss weiter gehen. Ich bin brutal verlassen worden, von Jemanden, der mir Jahre immer wieder bestätigte, niemals zu gehen oder mich zu "verlassen", dessen Lieblingswort an mich war, wenn ich Angst hatte: "Ich bin da"...ich habe zu Jesus geschrieen, mein Selbstmitleid gebraucht und ihm sogar gesagt, dass ich ihn blöd finde, weil er genauso gemein wie Menschen ist. Was tat Jesus????? Er sagte mir: Ich werde dir meine Liebe zeigen! Das tat ER. Postwendend!  Zu dem was schreckliches los ist, psychisch ich richtig am Arsch bin...schenkt er mir eine Reise nach Israel und noch eine im September nach Irland. Ich habe kein Geld, kommt noch zu dem psychischen Stress dazu...aber Jesus hat damit kein Problem...ich mache diese Reisen! Darum geht es.

Es geht darum, Jesus als Freund zu sehen und vorallem, was in seinem Sinne ist...keinen Druck im Glauben aufzubauen. Denn Jeder der sich zu Jesus bekannt hat, der kann getrost auch mal vor Selbstmitleid vergehen (ich meine das schon fast ironisch, weil es eben das Lieblingswort von Menschen ist, die sich eigentlich scheuen und genervt sind, eine Hand zu reichen...und sie können es meist auch gar nicht), Jeder kann mal toben und auch mal einige Zeit in einer Krise stecken und hoch verzweifelt sein! Warum, weil der Mensch so oder so mit Jesus im Herzen ist.

Wenn wir uns entscheiden an uns zu arbeiten, um weiter zu gehen, auch in der Not, wird Jesus fest an unsrer Seite sein. Ist der Mensch durch, wird er erkennen, hey.. Jesus war da, er hat mich getragen! ..Das heißt NICHT, dass keine Krise mehr kommt, wo es von vorne los gehen kann.  Bei manchen, wie bei mir ist es wie eine Popcorn-Tüte..eins vorbei, das andere kommt und immer wieder, sind die Krisen ähnlich...und für Jesus voll okay., für viele Mitmenschen nervig und sie wenden sich sogar ab. Kapieren NICHT, dass es sogar was sein kann, was Jesus geitlich gebraucht. Mensch ist oft so sein Egoist in seiner kleinen heilen Welt. Statt mit zu gehen, zu begleiten..wird sich abgewandt. Sie lernen auch nichts daraus.

Ein Leben in Abhängigkeit mit Jesus lohnt sich und er ist echt ein richtig cooler Freund...so ganz anders als Menschen ! Noch viel mehr anders, als die, die meinen wie Jesus tickt und wie falsch es sei......mal verzweifelt zu sein. Wahrheit, sie selbst verstehen nichts und tun sich mit ihrer eigenen Härte, selbst einiges an.

Doch lebt Emotionen die da sind und lasst euch da durch helfen!!!! Denn nur wenn ihr den Schmerz spürt, die Verzweiflung etc. auch Selbstmitleid, dann kann Jesus rein..traut euch!

Ohren auf Durchzug, wenn euch so ein frommes Gesülze entgegenschlägt: "wie es zu gehen hat"....völliger Blödsinn, denn JEDER Mensch ist individuell, in dem was er braucht und wie er mit Leid umgeht und das weiß Gott sehr gut, er ist der Schöpfer von uns.

Blessings