6. Mai, 2018

Neuorientierung - Ankommen - Ins Licht

Ihr Lieben, erst einmal Danke an Alle die mich echt die harte Zeit begleitet haben, im Hintergrund gebetet, mir geschrieben oder mich mit Päckchen überrascht. Ich blicke jetzt zurück, auf das was ich da geleistet habe und was so alles gelaufen ist. Gut und Schlecht. Ich möchte euch ein bisschen mit rein nehmen.

Die Klinik arbeitet ja wie erwähnt, tiefenpsychologisch und analytisch. Ich dachte, es würde passen...war wohl nicht so. Aber wird abgehakt. Was dort richtig gut ist, sind die Gruppen. Schlecht...der ständige Wechsel in diesen. Man lernte sich kennen, öffnen und dann wurde die Sicherheit wieder genommen. Aber es gab auch sehr gute Erfahrungen. Ich habe eigentlich schwer Probleme mich auf Gruppen, auf Menschen einzulassen. Spannungen und Unsicherheiten auszuhalten. Doch da gelang es mir. Ich machte das erste Mal die Erfahrung, wie es ist, wenn eine Gruppe zusammen hält. Wie gestritten wird und doch der Mensch, der vielleicht das Ganze provoziert hat (meist war ich es) nicht zum Außenseiter wird oder raus gemoppt. Ich erlebte es die letzten Jahre im christlichem Umfeld. Das wurde mir bewusst. Die Einzelthera lenkte auch alles darauf. Aber es war nicht ganz verkehrt. Das ganze macht mich nur sehr unruhig und brachte mich fast wieder in die Opferrolle. Naja, 12 Jahre ist ein Wort. Ich kann nur vergeben, da wo es schief lief (leider mehr als gut), aber ich muss den Fokus auf das legen, was gut lief! Und da gab es auch einiges. Alleine, die Seelsorge und die Treue des Pastors in der Begleitung. Auch wenn es mit mir sehr hart geworden ist. Mehr als uns lieb war. Es gibt Menschen in der Gemeinde, die mir auch sehr ans Herz gewachsen sind. Nur es gibt eben kaum Verbindungen oder etwas gemeinsames. Das tut immer weh, um das es anders wird, darum kämpfte ich die ganzen Jahre. Mehr als verbale Ohrfeigen und Brotkrumen sind aber nie raus gesprungen. Somit ist es jetzt gut. Ich muss es durch ziehen. Es tut sehr weh, denn es ist Abschied. Aber es gibt einfach nur noch Stress. Eine Einladung zu einem Musikworkshop, wurde nicht mit einem "würden uns freuen wenn du dabei bist" begonnen, sondern: "Wie schaut es eigentlich mit dir und der Gemeinde aus? Du hast dich ja eigentlich verabschiedet - sehr deutlich und radikal". Darauf hin hatte ich fast ein Blackout. Denn ich wollte ja gar nicht zu dem Workshop gehen, hätte mich aber über die Ablenkung und Einladung sehr gefreut.  Eigentlich sollte die Einladung eine Hand sein, die mir gereicht wird. Aber es wurde nicht verstanden, dass eine andere Formulierung mich sicher, hätte den Schritt hin  machen lassen, um es noch mal zu versuchen. Doch das radikal etc....da wurde mir klar, wenn ich den Schritt mache, werde ich nicht mehr ernst genommen. Weil es ist mein vierter Austritt aus der Gemeinde, irgendwann muss man auch mal zu seinem Wort stehen. Vorallem war der Zeitpunkt so ein doofer, ich war gerade mal ein paar Stunden zu Hause...nach mehr als drei Monate. Ich musste in eine einsame Wohnung, klar kommen mit dem Paket was ich trage.

Die letzten Monate sahen so aus: Ich war in einer Megakrise seit ca. Oktober 17. Es spitzte sich immer mehr zu und ich wurde Suizidal. Ich war schwer depressiv und ging kaum mehr nach draußen. Der Weg von Bett ins Bad oder was zum Essen machen wurde immer schwerer. Ich ging auf anraten, als es dann wieder etwas ging, zur Caritas zum Mittagessen und versuchte etwas in Struktur zu kommen. Doch die Spannungen wurden immer schlimmer. Die Einsamkeit drohte mich umzubringen. Ich schrie ständig zum Seelsorger (der als Mensch greifbar war, neben Jesus), er solle mir helfen. Ich nervte und es war die Hölle. Für ihn und mich. Der Plan mich umzubringen wurde immer aktueller und Mitte Januar ging es in die Psychosomatik nach Agatharied. Dort wurde besprochen, dass ich es mit der analytischen Klinik versuchen wollte. Ich bekam am 7. Februar den Aufnahemtermin. Es lief am Anfang sehr gut. Ich war begeistert, wie die Therapeuten dort arbeiteten. Eigentlich ist die Klinik eine große Familie. Ja sogar mit sehr vielen Fehlern. Aber das sah ich erst mal nicht. Schon in der ersten Woche sprach ich es an, dass wir unbedingt mit dem Seelsorger ein gemeinsames Gespräch machen müssten, denn es konnte so eng nicht mehr weiter gehen oder das meine Verlustangst das Ganze in eine suizidale Krise bringen konnte. Es war bis zu sechs Wochen Thema dieses Gespräch unbedingt machen zu müssen. Es wurde sogar geplant und mir dann gesagt: "es wird ein Gespräch nicht reichen." Aber es kam NIE zu einem Gespräch, weil ich mit meiner Einzeltherapeutin einfach nicht arbeiten konnte. Sie auch der Meinung ist, dass Gespräch würde nach hinten los gehen.  Die Frau riss Traumata auf, ohne sie wieder zu deckeln. Eines meiner schlimmsten Missbrauchserfahrungen, die 15 Jahre anhielt, riss sie an und ich drehte fast durch. Mittlerweile hatte ich auch Kontaktsperre zu einigen Leuten, am schlimmsten war es für mich, die Kontaktsperre zu Andy. Sie wollten, dass ich ihnen zu vertrauen beginne. Irgendwann merkte sie, dass es nicht gelang und ich wieder meinen Stiefel machte. Außer in der Gruppe, in der ich weiterhin viel lernte. Aber traumatherapeutisch musste ich beginnen mich zu schützen. Durch das Anschauen des Missbrauchs und der Symbiose, die ich mit Menschen eingehe, wenn ich zu vertrauen beginne...machte meinem Körper zu schaffen. Ich schrie innerlich, ich wurde aufsässig und aggressiv, als ob ich komplett in meine Jugend zurück gebeamt wurde. Es war etwas außer Kontrolle. Ich begann über sechs Wochen zu bluten, mein Unterleib weinte und schrie. Es wurde nicht gehört, es wurde nicht gehandelt. Bis es nicht mehr ging. Ich wurde zur OP geschickt. Wieder eine Re-traumatisierung, aber in der ich eine gute Erfahrung gemacht habe. Zwei Frauen aus der Gruppe gingen mit mir ins Krankenhaus und warteten, bis ich aus dem OP wieder heraus kam. Diese Erfahrung machte ich noch nie. Danke Jesus! Aber mein soziales Netz zu Hause...ich sag jetzt nix. Ich war danach sehr destabilisiert. Weiter diskutierte ich mit Andy...wegen Verlustangst, dass er nicht da ist...und es geht so schon seit Monaten, nee fast Jahre. Drei Tage ging es in der Klinik gut, als ich wieder zurück bin. Es war im Raum, dass ich noch paar Wochen verlängern sollte. Doch ich glaube, Jesus war da voll dagegen. Es fühlte sich auch nicht richtig an. Widererwarten, kam es wie es kommen musste. In all dem Stress und Leid (ich war wirklich fertig. Und doch irgendwie kam immer mehr Kraft in mich, dass ich begann die Suizidtür zu schließen), bekam ich schlimmste Schmerzen. Es war genau wie ich es kannte. Es wurde abgetan, ich lag gekrümmt in meinem Bett, jammerte nach Schmerzmittel...und KEINER hörte mich von diesen Menschen. Bis Montag, ganze fünf Tage hielt ich es noch aus, dann verließ ich die Klinik und ging direkt nach Starnberg ins Krankenhaus. Dort bekam ich sofort Schmerzmittel über die Vene (es war eine Erlösung) . Es wurde eine Gebärmutterentzündung festgestellt und der Darm war auch in Mitleidenschaft gezogen. Also gab es ein paar Tage auch Antibiotikum über die Vene. Nur....Wo war meine Gruppe? Weinen

Keiner da, wie immer, wenn ich in mein Umfeld komme. Den Unmut bekam Andy wieder ab und das Resultat davon ist dann immer, dass er nicht kommt, weil ich so unaustehlich bin und ihn angreife. Ein Teufelskreis. Ich begreife das vom Kopf, doch die Egostates, die Kleinen, begreifen gar nix. Aber manchmal denke ich...mein Ex-Seelsorger müsste das doch raffen. Ich denke wir Beide gehen oft dem Feind seinen Spielchen auf den Leim. Denn das destabilisiert mich immer am Meisten.

Doch Gott hat Humor, naja eigentlich ist es der verkehrte Ausdruck. Ich hatte mit einer Schwester, die ich eigentlich sehr mag, aber wir uns auch ständig missverstehen - ein großes Problem und wollte mit ihr nix mehr zu tun haben. Gerade sie überraschte mich mit einem Besuch im Krankenhaus. Obwohl sie fast nie Zeit für mich hat und Zeit für mich zu haben, oft als Opfer bringen, sieht Traurig .

Ich hatte Tage vorher mit Jesus und Papa geredet. Ich wollte diesen Blog schließen und untertauchen. Mein Plan war, ich setze mich ins Auto und fahre die Küste entlang bis nach Spanien und da bleibe ich, so lange ich will. Ich würde nie wieder etwas in der Öffentlichkeit machen, denn es bringt doch eh nix. Gedanken über Gedanken. Es freute sich dabei nur Einer. Ja ich wollte alles hinschmeißen, weil ich es einfach nicht aushielt. Doch I. kam ins Krankenhaus und erzählte mir ihren Eindruck, den sie vor Monaten mir schon einmal sagte. Doch ich wollte damals nix mehr davon hören. Lesungen geben, in Gemeinden gehen. Den Menschen, die Leiden Mut zu machen..... Der Feind sagt mir öfter: "es hat daran eh keiner Interesse. Die Christen wollen die fertige Heilung". Aber Jesus sagt mir immer: "Elke, Deine Botschaft ist der Weg in die Heilung. Menschen dürfen dich begleiten und erleben, wie es möglich ist...immer wieder mit MIR aufzustehen." Ja gut, aber...es fühlt sich so an...als ob es von den fertigen Christen kaum jemand interessiert und ich spüre die Hilfe nicht von Menschen. Seit ich in der Klinik von dem hörte, was mir meine Schwester sagte, sie mich auch um Vergebung bat...seit dem, bekomme ich jeden Tag die gleiche Botschaft... !zu gehen!  Auch wenn Menschen mich im Stich lassen, es liegt nicht an diesen. Materiell nix habe, um irgendwie einen Schritt zu machen. Ob sie mir helfen....Denke nicht, taten sie in Vergangenheit auch nicht, da sie in mir die Versagerin sehen. Jemand die etwas vorzuweisen hat...wird unterstützt, ob notwendig oder nicht. Jesus macht die Türen auf. Ich habe nur wieder NEU JA zu sagen und mich nicht beirren zu lassen. Das ist was ich möchte. So sehr. Doch...diese Ambivalenz, auch gefühlt, in der Sache... macht mir schwer zu schaffen. Es kostet Kraft, die ich nur von ihm bekommen kann.

Was denkt ihr darüber??? Ich würde echt gerne mal die Meinung der Leser dazu hören. Wenn der Platz hier nicht reicht zu antworten, dann bitte im Gästebuch!

So sieht es gerade aus. Umso mehr ich mich entfernen möchte, um so mehr zieht der Herr mich zurück. Gerade als ich das Schreibe, werde ich zum Gottesdienst nach Weilheim eingeladen und am 10. Mai zu einer Konferenz. Die kostet 30,- Euro, ich lebe davon fast eine Woche. Doch ich höre, da hingehen zu "müssen". ´Gut, ich bin gehorsam und was ist schon materielles...gegen das was Gott mir sagen und schenken möchte? Auch eine Wohnung wurde mir angeboten. Zwar ca. 350 km weg, aber ich möchte es anschauen, reinschnuppern, event. Probewohnen. Wenn Jesus die Tür aufmacht, werde ich mutig nach vorne gehen. Es bleibt spannend und ich staune nur so, wie nah Leid und Hoffnung beisammen liegen.

Blessings