27. Apr, 2018

Lasse dir an meiner Gnade genügen - echt jetzt?

Heute habe ich einen sehr nachdenklichen, aber positiven Tag. Ich habe am Nachmittag erfahren, dass ich am Mittwoch gehe. Man fängt an zu reflektieren: Was hat das Alles gebracht, hat es überhaupt etwas gebracht. Geht es draußen weiter wie bisher? Was muss/soll/darf ich ändern? Braucht mich Jesus, soll ich Alles hinwerfen, Blog weiter schreiben, weiter Therapie machen...uff!??? Tausend Fragen.

Es war eine sehr harte Zeit, ich bin über meine Grenzen gegangen. Ich habe sehr viel geweint und bin heftig an meine Wut und Aggression gekommen. Ich glaube so ekelhaft war ich noch nie in meinem Leben. Aber ich war bei mir, nicht wie bei anderen Aufenthalten, wo ich die Co-Therapeutin für andere gespielt habe und die Welt retten wollte. Nein ganz bei mir. In tiefem Schmerz und Verlustängsten, Depressionen und suizidalen Gedanken.

Ich hatte noch vor wenigen Tagen richtig Streit mit Jesus. Währendessen ich mit Andreas (Pastor) telefonierte, bin ich echt geistlich explodiert. Ich begann Alles in Frage zu stellen, bis hin, ob Jesus mich hasst. Oder Gott selbst, der mich Verdammt haben könnte. Jesus und Papa hielten es wie so oft aus. Ich denke auch, dass sie sogar Stolz auf mich waren, dass ich es raus gelassen habe.

Ich bin hier her gekommen mit den größten Ängsten, am meisten vor den Menschen und den Gruppen. Vor dem was auf mich zukommen sollte. Es begann sehr heftig. In dem ersten Einzel hatte ich so viel raus gelassen, ich bin fast übergelaufen vor Gedanken und den Erinnerungen, die ich los werden wollte. Ein Fehler der Einzeltherapeutin, sie deckelte es nicht mehr. Nach wenigen Stunden konnte ich mit der Frau nicht mehr arbeiten. Als Mensch ist sie echt okay, aber leider ....ist sie mit mir an ihre Grenzen gekommen. Es ging irgendwann mit ihr nichts mehr. Das Thema mit "Symbiose" die ich mit Menschen eingehe und warum es dazu führt, wäre das Thema gewesen, was unbedingt angeschaut werden hätte müssen. Vorallem auch die Egostates. Es kam NICHT dazu. Das Gespräch mit Andreas, wegen den Verlustängsten von meiner Seite aus., was wir mit Therapeuten hätten führen müssen..es kam nicht dazu, weil sie sich nicht daran trauten. Sie meinten ich würde es psychisch nicht schaffen. Ich signalisierte: "Es ist die Zeit dazu", sie signalisierten:  "Nein". Es gab dann irgendwann eine Front, wo die Einzelthera nicht mehr an mich ran kam. Irgendwann gab es eine Kontaktsperre nach außen , wo ich auch erst mal FB und den Blog kurze Zeit aufs Eis legte. Doch dies brachte mich in ein totales Gefühlschaos. Ich war gefühlt von der ganzen Welt verlassen. In der Zeit, nach dem ich auch noch mal verletzt wurde, von Leuten mit denen ich seit 12 Jahren in der Gemeinde unterwegs war, entschloss ich mich die Gemeinde zu verlassen. Ich tat es auch. Also bin ich erst mal ohne Gemeinde, die trotz allem, auch ein Anker für mich war, mit festen Terminen. Fällt jetzt erst mal weg, ob es gut ist oder nicht, wird die Zeit bringen. Ich habe mit der Aktion für mich entschlossen, ich werde mich von NIEMANDEN mehr in eine Schublade stecken oder über mich reden oder bestimmen lassen. Mit dem Pastor bleibt der engere Kontakt so oder so. Der Rest wird mir Jesus zeigen, wie es mit Gemeinde weiter geht irgendwann. Hier in Wolfratshausen oder wo anders. Ich muss mein Leben jetzt umgestalten. Muss mir zugestehen, dass ich Defizite habe und mir immer Hilfen holen darf, wenn ich nicht klar komme. Das ist auch was, was Jesus von mir möchte und was ER auch möchte, dass sich das JEDER zugesteht. ES IST KEINE SCHANDE. Und Leute die das nicht kennen oder begreifen und ihr Maul negativ aufreisen..raus aus unsrem Leben. Segnen, aber lasst sie gehen. Sie machen uns das Leben nur schwer.

In der Großgruppe vor 80 Leuten habe ich heute gesagt: " Das ich einiges gelernt habe. Über Gruppendynamik und das ich jetzt Menschen besser verstehe und besser an mich ran lassen bzw. abgrenzen kann. Ein großer Schritt in die richtige Richtung. Dann sagte ich: Ich habe die Tür "Selbstmord" geschlossen. Und ich "hole mir mein Leben zurück". Obwohl es so verkorkst die letzten zwei Wochen gelaufen ist...ist therapeutisch viel passiert. Auch geistlich. Die Streitigkeiten mit Jesus haben mich auch wieder näher zu ihm gebracht. Kann man nicht glauben. Und ich soll mir an SEINER Gnade genügen lassen - gar nicht so einfach - wenn alles auswegslos erscheint und man vor Schmerz fast stirbt.

Ich wurde am Montag an der Gebärmutter operiert. Typische Somatisierung, wenn die Seele nicht mehr kann. Die Ergebnisse von der Gewebsprobe stehen noch aus. Da heißt es noch ein bisschen Luft anhalten und Zittern. Aber ich denke...es wird alles gut!

Bei der OP, wieder auf den Weg dort hin, war mir Jesus wieder ganz nah. Ich konnte ihn mit meinen "geistlichen Augen" wieder wahr nehmen. Er hatte wie die Leute im OP auch die grünen Sachen an. Ich fragte ihn: "Warum trägst du den Kittel?" Jesus meinte: "Weil es jeder hier trägt". Wild Er war mir so nah, obwohl ich so mit ihm geschimpft hatte, die Wochen. Boah was ich für Emotionen gezeigt hatte die letzten Wochen...aber er liebt mich so unendlich, dass ER immer bei mir bleibt. ER kennt mich halt auch.

In der Großgruppe spürte ich ihn wieder sehr NAHE. Ich redete und habe mich bei den Mitpatienten und Therapeuten verabschiedet. Jesus strich mir über die Haare und meinte: "Du hast das GUT gemacht, es ist alles gut, so wie es gelaufen ist. Jetzt holen wir uns DEIN Leben zurück".

Ich bin gespannt. Wichtig ist, dass ich mir für zu Hause eine Struktur schaffe. Ich habe mir schon sehr viel Gedanken gemacht und aufgeschrieben. Es wird gehen. Die Zeit der Depression ist überwunden. ICH WILL LEBEN, damit ich seine Taten erzählen kann. Auch wenn mein Umfeld keine Stütze sein wird und mich wieder alleine lassen...ER weiß den Weg, ER hat es in der Hand!

Blessings