30. Mrz, 2018

Sterben um aufzuerstehen

Wie passend der Karfreitag gerade auch zu meiner Situation passt. Jesus ist für uns ans Kreuz gegangen, damit wir das ewige Leben haben und Zugang zu unsrem Vater. Was für eine Liebe zu uns.

Ich fühle mich gerade als ob ich sterben würde. Sterben um wieder auf zu stehen. Es ist die Hoffnung die immer noch in mir keimt. Jesus der mir immer wieder sagt: "Es ist keine Zeit zum aufgeben". Aber es ist ein sehr schwerer Kampf und niemand der in diesen Schuhen nicht gelaufen ist oder diesen Schmerz erlitten hat, ums überleben zu kämpfen, weiß nicht wie es ist und spricht schnell von Überforderung von der leidenden Person.

Das ist mir passiert in den letzten Tagen. Ich habe meinen Geschwistern aus meiner Exgemeinde einen Link von einem Blogeintrag geschickt. In dem ich auch ganz kurz über mein Gefühl über Gemeinde geschrieben habe. Die ich jetzt ganz verlassen habe. Es schmerzt, aber ich denke, ich muss endlich begreifen, da ist NICHT mehr mein Platz. War es, ich bin da gewachsen und bei Jesus angekommen. Habe fast dreizehn Jahre seelsorglich mit dem Pastor gearbeitet und sehr viel gelernt, was mir jetzt hier zu Gute kommt. Doch meinen richtigen Platz, dort angenommen und ein Teil zu sein, dass ist nicht gelungen. Aber ich war die ganzen Jahre treu. Jetzt stellt Jesus mich sicher irgendwo neu an den Platz.

Der letzte Blog hat wohl wieder das Ego mancher gekränkt, mag sein, aber ich nenne Unrecht beim Namen und werde es niemals anders tun, nur um "dabei" zu sein. Daher wurde mir gesagt, dass ich zu viel erwarten würde und die Leute in der Gemeinde mit mir überfordert wären. Die Überforderung liegt darin, dass ich gerne Gemeinschaft gelebt hätte und ab und zu jemanden eingeladen oder besucht hätte. Dinge mal zusammen unternommen und viel mehr gemeinsam gebetet. Zuviel gefordert??? Egal, das ist jetzt Thema hier, die Abnabelung von jahrelangem Suchen nach Geborgenheit und Heimat in einer Gemeinde. Vorerst möchte ich auch keine Neue besuchen oder mir Gedanken darüber machen.

Ich schaue mir gerade 15 Jahre Missbrauchserfahrung an in der Jugend und Erwachsenenalter. Das habe ich die ganzen Jahre vermieden. Jetzt ist es dran. Ich wundere mich sehr, was Jesus da tut. Wie er mich herstellen lässt um dann noch mehr nach draußen zu gehen und den Menschen die so sehr leiden, ein Licht zu sein. Gerade kann ich es mir noch nicht vorstellen und nach den etwas ungeschickten Kommentaren und Reaktionen von Menschen im Umfeld (Gemeinde) wollte ich sogar den Blog beenden, weil es ihnen auf den Keks geht, dass ich so offen schreibe. Nun wenn sie ein Teil meines Lebens sind, schreibe ich auch davon, ist doch klar.

Nachdem ich aber eben gesehen habe, dass in 5 Tagen 820 Menschen auf dem Blog waren, warum sollte ich den wegen ein paar Hansel, die in ihrer kleinen sauberen, ach so heilen Welt nicht klar kommen, wenn jemand kritisiert...das wäre echt dumm! Daher, ich schreibe weiter!

Letzte Woche war sehr hart. Ich habe mich mit der Therapeutin getritten, weil sie sehr konservativ ist und für mich echt kaum greifbar war. Sie arbeitet so ganz anders als Andy oder mein Ex-Therapeut. Ich wollte echt hinschmeißen, gerade auch weil sie mich "sieht", meine Defizite und worunter ich sehr leide. Das muss bearbeitet werden und ich habe so Angst vor diesen Gefühlen. Noch bin ich bei der Wut, dem Ärger über alles. Aber auch viel Erkenntnis, zb, dass ich die letzen Jahre echt fast vergeutet habe, meine Freunde aufgegeben und auch ein bisschen von meinem Leben. Obwohl Jesus das so nie gewollt hat. Jetzt lässt er mich erkennen und ich sollte neu durchstarten. Ich lasse alles los, so der Plan. Klar ist nicht, ob ich es schaffe. Ich habe mit dem Seelsorger Kontaktsperre, aber weil es so eng ist, darf ich ihn einmal am Tag kontaktieren, damit der Stöpsel der Verlustangst nicht knallt. Es ist so tief und kommt alles aus der Kindheit und muss auch bearbeitet werden. Fünfzehn Jahre Verhaltenstherapie hat alles nur gedeckelt, jetzt geht es an eingemachte. Ich verstehe jetzt, warum Jesus meinte, es ist noch nicht so weit nach draußen zu gehen.

Ich habe keine Ahnung, wie lange ich hier bleiben muss. Ich weiß nicht wie es draußen weiter geht. Ich habe eigentlich keine Lust mehr in meine alte Wohnung zurück zu gehen. Vielleicht ziehe ich ganz weit weg..ich weiß es nicht. Aber es sollte jetzt erst mal darum gehen, zu überleben. Das klingt jetzt sehr dramatisch. Ja tut es, ja ist es. Ich kann es im Moment nicht in Worte fassen, selbst nicht beim Schreiben. Aber die letzte Woche war hier alles auf Alarm, weil ich so verzweifelt war und die Therapie, die jetzt noch laufen wird....ich habe sehr Angst davor. Aber Jesus hat mir versprochen, er wird mich festhalten. Darauf möchte ich bauen.

Und wenn ich gestorben bin, die alte Elke..wird es Zeit aufzustehen. Nicht nur für mich, sondern für die, für die Jesus aufgestanden (auferstanden) ist. Die Kranken brauchen den Arzt, nicht die satten, welche die Kranken als Belastung und Überforderung empfinden. Ich denke, Jesus wird es ihnen zeigen...ich hoffe sie werden sehen.

Ostern bin ich in der Klinik. Die Therapeuten haben sich echt so Mühe gemacht sich ein Programm die vier Tage auszudenken. Da sind sie echt klasse darin! Es wird auch ein großes Osterfeuer geben. Heute scheint die Sonne und hier ist es manchmal wie in einer großen WG und wir sind draußen auf einem großen Grundstück im Wald. Es wird getrommelt, gesungen und viel gelacht. Das gibts hier auch. Ein wenig seine böse Welt vergessen und SEIN.

Leider geht der wahre Grund von Ostern unter. In der Gruppe heute morgen wurde auch nur oder fast, über die heidnischen Bräuche geredet und irgendwelche blöden Götter. Egal...das sollte unser Auftrag sein: LICHT und SALZ, das jeder erkennen kann, was Karfreitag und Ostern bedeutet.

Blessings ihr lieben