23. Mrz, 2018

In Teile zerfallen - Jesus, es tut so weh

Die Therapie greift, es tut nur noch weh. Emotionen fahren Achterbahn, nur nicht ganz so wie zu Hause, wo ich ihnen ausgeliefert war. Hier habe ich Ansprechpartner in der nächsten Minute, wenn ich es schaffe da hin zu gehen. Ansonsten ist ja auch Jesus 24 Stunden bei mir, doch ER selbst hat mich ja da hingestellt wo ich jetzt bin. Zuhause hatte ich den Seelsorger, aber das war überstrapaziert am Ende, nicht mehr effektiv. Für Beide nicht.

Jetzt hat es mich auseinander gerissen, ich weiß nicht mehr wer und was ich bin. Eine kleine Unterdiagnose kam jetzt auch noch dazu. Ich lasse Menschen nicht an mich ran, schafft es jemand, dass ich ihm/ihr vertraue, gerade ich schnell in eine Abhängigkeit. Diese Diagnose gehört zur PTBS und Borderline. Sie nennt sich abhängige Persönlichkeitsstörung. Ob das wirklich so ist, wird die Zeit bringen. Tatsache ist, das ich kaum ein soziales Netz habe und die Gemeinde die letzten dreizehn Jahre mein zu Hause war, was ja abgelehnt wurde, dass ich es so sehe und der Seelsorger mein Halt war....bricht jetzt alles wie Glas gerade auseinander. Ziel ist das wieder zusammen zu setzen. Ich habe jetzt eine Verlängerung bis Ende April / Anfang Mai. Es sollen noch viele Gespräche auch mit Andreas stattfinden, um zu sehen, ist es dran die Zelte in Wolfratshausen abzubrechen (Wohnung, Gemeinde, Freunde, eben alles) oder stabilisiere ich mich in dem Umfeld so, dass ich wieder gerne da lebe. Mein Gott, ich weiß es nicht und bin sehr sehr verzweifelt.

Sicher denkt ihr, Therapie ist so ein geschützter Rahmen, wo man immer aufgefangen wird. Das sollte es sein und in gewisser Weise schaffen sie den Raum auch, aber das Chaos in uns ... das müssen wir uns alleine anschauen, aushalten und WOLLEN das es verändert wird. Sonst wird niemals was gehen.

Ich bin sehr rebellisch, habe eine Menge Kraft und ich weiß ,das sie mir von Jesus gegeben ist. Ich würde nicht mehr leben, wenn ich da Alleine oder nur mit Menschen durch müsste. Es würde sich nicht lohnen. Aber ich versuche immer weiter vom Dunkel ins Licht zu gehen. Meine Worte sollen nicht leer bleiben, sie sollen Menschen erreichen. Jetzt weiß ich...wie es ist wenn man auf dem Boden liegt. Um das blanke Überleben zu kämpfen.

Jesus ist mit auf dem Weg. Mein Schmerz ist SEIN Schmerz..und es tut so weh. Noch kann ich immer noch nicht WEINEN, das große Thema. Hätte ich die Tränen nicht mit zwei Jahren aus dem Gesicht geschlagen bekommen, könnte ich meiner Trauer Ausdruck geben. Aber ich bin nah dran. Ich werde die Tränen noch weinen, die so überfällig sind. Jesus wird sie auch hier schon immer wieder mal trocknen und mein Körper wird irgendwann Entlastung spüren. Ich habe so Angst davor. Wie hartnäckig doch ein Mensch an seinen alten Gewohnheiten festhalten kann. Den Dornenbusch zu durchqueren ist leichter als die Angst vor dem Neuen zu überwinden.

Es sind ja nicht nur die noch unbearbeiteten Traumata, sondern auch noch die Trennung vom Seelsorger. Immer wieder werde ich von Menschen verlassen und es sind tausend Gefühle mit im Spiel, sehr viele Ansichten, die der Realität wohl nicht so entsprechen. Für mich ist aber Trennung von einem Menschen (nach dreizehn Jahren intensivster Begleitung) wie sterben. Gefühle, als ob ich es nicht überlebe. Da muss ich gerade dran, da hinschauen, wie es gerade in ein einigermaßen Gleichgewicht kommen kann. Normalerweise muss man das Handy und alles abgeben, was den Kontakt aufrecht erhalten könnte. Doch bei mir ist die Verlustangst so heftig ausgeprägt, dass ich alles freiwillig bestimmen darf. Denn ein falscher Schritt in die falsche Richtung und es kann der Psyche den Stöpsel heraus schießen. Andreas sagt mir immer wieder, er wird NICHT weggehen. Das stimmt auch, doch meine Panik ist viel größer, als ihm da zu vertrauen und zu glauben Traurig. Ich provoziere ihn, damit er endlich aufgibt. Nicht weil ich wirklich will das er weg ist, sondern der Schmerz wenn er geht ist (Der Dornenbusch) das was ich kenne. Menschen gehen und verlassen mich. Lassen mich im Stich. Eher aushaltbar als wenn er an mir festhält und ich ihn sehen muss und der Kontakt auf ein Minimum beschränkt ist. Kennt das hier jemand? Gerne kannst du mir was dazu schreiben.

Ich kann den Schmerz nicht in Worte fassen, den ich durch mache....aber vielleicht könnt ihr es ein bisschen erahnen. Jeden Tag ist man konfrontiert mit den Gedanken, Ängsten und allem möglichen. Gerade kommt auch eine Wut hoch, wo ich mich echt frage: Mensch, was habe ich nur für eine scheiß Familie und warum muss ich so lange darunter leiden? Aber ich möchte da nicht zu lange verweilen! Ich will erkennen ,dass eine Familie, die Jesus mir zur Seite stellt, auch gut sein kann. Nur gefunden habe ich sie noch nicht, oder doch? Es fühlt sich nicht so an. Ob da Heilung passiert????

Blessings