20. Mrz, 2018

Wenn der Schmerz zum Schrei wird- vertraue JESUS wird dich tragen

Es ist kaum zu glauben, sechs Wochen bin ich jetzt schon wieder in der Klinik. Wie überzeugt ich doch war, dass keine Klinik mehr dran ist. Wie alles schon bearbeitet und so heil ist. Aber Jesus hat mir was anderes gezeigt. Wo der Schmerz sich all die Jahre breit gemacht hat und ich meinen Körper damit ruinieren kann. Der Schmerz macht sich überall breit, in unsrem Herzen, im Bauch, im Kopf und wenn er gar kein Ventil mehr hat, kann er sich in Form von aggressivem Krebs zeigen und ausdrücken. NEIN soweit wollte ich es nicht kommen lassen. Ich weiß warum ich mir den ganzen Dreck noch mal anschaue, den ich überlebt habe und der immer wieder nach oben kommen möchte.

Aber ich habe ja versprochen ein bisschen über mich und die letzte Woche zu schreiben, dass möchte ich heute tun.

Seit letzter Woche beginnt die Therapie zu greifen. Ich rede in den Gruppen immer mehr. Naja, vor dem Reden vor Leuten habe ich ja Gott sei Dank, keine Angst. Sonst könnte ich das mit den Lesungen ja auch vergessen. Ich beginne über MICH zu reden. Wie es mir geht, wie ich mich um den Schmerz winde und was ich doch schon für Erfahrungen gemacht habe. Ich merke hier vorallem, die können mir noch was beibringen. Diese Therapieform ist für mich bis jetzt ein riesen Fragezeichen. Was ich merke, ich versuche NICHT zu verstehen, ich vertraue Jesus, dass ER alles in der Hand hat und es SEIN Plan ist. Daher möchte ich weiter gehen, auch wenn ich schon dreimal fast gepackt hätte.

In der letzten Woche hat es mich sehr geschleudert und ich wusste nicht wohin mit meinem Schmerz. Zu dem ganzen mischt sich ja immer noch die Verlustangst und das aktuelle Loslassen von meinem Seelsorger, der mir in den verschiedensten Rollen sehr wichtig geworden ist. Es fühlt sich wie Sterben an, mein Inneres versteht NICHT, dass es keine TRENNUNG von dem Menschen bedeutet, sondern die Trennung von der Illusion die dahinter steckt. Das tut so Sauweh, weil eine große Sehnsucht dabei war, die KEIN Mensch, auch der beste Seelsorger und Therapeut niemals erfüllen kann. Es gilt das radikal zu akzeptieren. Es kommt noch dazu, dass mein Misstrauen gegenüber dem Seelsorger/Freund riesig ist. Das ich ihm immer noch nicht glaube, dass ich wertvoll und auch wichtig bin. Das er mich mag., geschweige denn als "Freund" in seiner Nähe haben möchte. Immer wieder gibt es Gründe, wo ich am liebsten hätte, er wäre weg, weit weg. Es ist schrecklich. Und der ganze Scheiß (sorry für die Aussprache, aber ich bin gerade an einem aggressiven Teil dran, von den Therapeuten gewollt. So drückt es sich nun mal aus) , der ganze Dreck den ich erlebt habe, will mich überrollen. Da ist noch so vieles was NICHT geklärt ist, was nicht angeschaut ist oder jemals in das Gefühl rein gegangen wurde. In der Verhaltenstherapie wurde immer und immer wieder gedeckelt. Mein Ex-Therapeut, meinte immer: "Das wirst du nicht überleben, wenn du das Alles anschaust". Gut das ich Jesus habe und ER mich diesen wichtigen und mutigen Schritt geführt hat.

Letzte Woche wurde mir so klar, dass ich das Alles was ich erlebt habe, nicht wahr haben wollte, zumindest nicht die Gefühle der Ohnmacht und Todesängste. Wie meine Geschwister. Meine Schwester hat das Alles jetzt ins Pflegeheim gebracht. Tja und das Fass wurde letzte Woche aufgemacht. Paar mal musste ich mir sagen: "Elke, du hast das überlebt, es wird nur angeschaut...." . Jesus war mitten drin. Naja, es bleibt ja nicht bei letzter Woche, es geht jetzt richtig zur Sache, kaum hat man das Eine einigermaßen wieder gedeckelt, ploppt das Andere hoch. Wie kann ein Mensch sowas aushalten, wie kann ein Mensch das ohne Jesus überleben??? Wisst ihr was, ich habe noch nie Psychopharmaka genommen. Ich gehe durch alles so durch. Kein Schmerz, kein Anschauen wird irgendwie gedeckelt. Jedes Gefühl durchlebt. Mein Gott, wie du mich trägst, dass ich das überlebe und aushalte. Warum? Wegen dem Dienst, den er für mich hat....aber das kann ich hier nicht ausführen, es würde eh nicht verstanden werden, um was es Jesus da geht. Aber ich bleibe auf dem Weg. Dieser kann noch 2-3 Jahre dauern, bis ich durch bin. Naja, die Traumatisierungen hielten ja auch geschlagene dreisig Jahre an...das ist Nicht einfach weg. Manches hat Jesus weg genommen, in dem ganzen Chaos, sind die Panikattacken verschwunden. Jeder der eine PTBS etc hat, weiß wie schwer diese auszuhalten sind und wie sie das Leben blockieren. 2003 hat ER mir die Anfälle die regelmäßig waren, ewig andauerten und mich lähmten, geheilt. Doch da kann ich von Heilung reden. Klar situationsbedingt habe ich noch Ängste, mal Panik, aber es reicht oft der Kontakt zu Menschen und den Namen Jesus auszusprechen.

Was sie hier wollen, ist wirklich an jedes Gefühl dran. So viel ist bei mir da nicht gelebt, sondern nur erlebt: Verlustangst, Trauer, Lebensangst etc. etc. aber wo sind die Gefühle von Geborgenheit, dazugehören, Lieben (wobei ich das schon gut kann), angenommen sein, Selbstwert etc. ???? Letzte Woche habe ich viel mit Aggression reagiert. Ich hatte früher in den Therapien immer alles Einzel und war null Gruppenfähig und siehe da....auch das schreibe ich Jesus zu, ich bin jetzt in einer Klinik wo alles Gruppendynamisch abläuft..und ich kann es. Letzte Woche reagierte ich in der Gruppe sehr aggressiv auf ein paar Dinge und sprengte sie (gefühlt), es wurde eine Stunde Pause gemacht und dann trafen wir uns wieder. Ich dachte, so wie ich es kenne, ich werde jetzt die Außenseiterin sein und unbeliebt. Doch ich hatte Leute auf meiner Seite, ich wurde trotz meines heftigen Wutausbruches und echt heftigen Worten lieb angenommen und verstanden. Mir wurden viele liebe Worte gesagt. Eine Erfahrung die ich so noch nie gemacht habe, ich wurde, trotzdem ich mal Aggressiv war, aufgefangen und weiter geliebt. Wow. Die Gruppe spiegelt so viel, selbst die Beziehung zur Gemeinde. Die Probleme dort. Wobei es dort KEINE MÖGLICHKEIT gibt, dies so zu klären. Dem bin ich ein bisschen ausgeliefert. Hilflos und Traurig.

Gut bis Ende April soll ich noch da bleiben. "Erst mal". Es soll Gespräche mit dem Seelsorger geben und weiter geplant werden, wie kann es auch mit Gemeinde (für mich kaum machbar)  und sozialem Umfeld weiter gehen. Das ist Alles noch so offen. Und die ganzen Baustellen neben dem Aufarbeiten der Traumata und Gefühlschaos.

Tja, das wars mal wieder von mir an der Front. Nächsten Montag muss ich mich einem Egostate-Test unterziehen, ich bin gespannt was da raus kommt. Ich werde berichten. Habe davor schon etwas Respekt. Morgen ist der 21.3 und meine Mutter hat Geburtstag. Ich sah sie nach dem sie mich Re-traumatisiert hat, das letzte Mal 2009. Es ist sehr traurig, aber ich muss es akzeptieren. Wisst ihr, das löst auch viel aus bei mir. Ich finde es auch so traurig, in der Gemeinde, die ganzen heilen Familien zu sehen...die man von außen betrachten darf, aber nie einen Einblick haben. Geschweige mal kurz ein Teil davon zu sein. Gut, mal demnächst einThema!

Danke ihr Lieben für eure Briefe und lieben Pakete, sie trösten so viel über alles weg. DANKE

Blessings