14. Mrz, 2018

Jesus gib mir KRAFT - Ich fühle mich schwach

Geschlagene fünf Wochen sind es nun, die ich in der Klinik bin. Normalerweise wäre der Entlasstermin in drei Wochen angepeilt gewesen. Nur ich stehe da, mit den gleichen Fragezeichen wie vorher. Wie geht es weiter, wer und was ist mein soziales Netz. Wie lebe ich weiter ohne Familie und Gemeinde. Wie beginne ich Menschen zu vertrauen und kann es festhalten. Was mache ich mit meiner Verlustangst. Was mit meinem Selbsthass, der kommen kann und meine Selbstzweifel. Wo sind meine Talente? Wer ist an meiner Seite, meint der Mensch oder die Menschen es wirklich ernst. Ich könnte noch weiter aufzählen. Fünf Wochen, Leute welche die Materie nicht kennen, die denken sich: "Wie, das ist doch eine Menge Zeit, in der man was schaffen kann!" Ernsthaft? Jemand der 30 Jahre traumatisiert wurde, soll in kurzer Zeit "geheilt" sein...da könnte ich schon wieder in unser frommes Getue einsteigen, was ich nicht tue und was Jesus auch gar nicht möchte. Soll jeder für sich selbst entscheiden. Aber in den fünf Wochen ist viel und doch sehr wenig passiert. Sicher ist vieles am Arbeiten, was ich erst am Ende erkennen werde. Ich bin gerade mal wieder an sehr aggressiven Gefühlen dran, die das Traurige nach wie vor nicht zulassen. Manchmal habe ich das Gefühl, die Leute um mich herum, weinen die Tränen für mich. Ich bin echt immer noch sehr am abchecken, wie die hier arbeiten, ob sie es echt gut mit mir meinen und wie sie mich vielleicht manipulieren. Alte Ängste über die ich beginnen muss zu reden. Es ist so schwer. Mein Körper drückt sich an allen Ecken und Enden aus. Gestern lag ich krank im Bett, mit einer heftigen Übelkeit. Nervenschmerzen im Gesicht, Muskelschmerzen am ganzen Körper und und und.... weil ich noch kein Ventil anbiete. Das ist ein langer Prozess. Die Therapieform ist so viel anders, als das was ich 13 Jahre vorher gemacht habe (DBT) , manchmal sitze ich in einer Sitzung und rede über 4 verschiedene Traumata, wo DBT Therapeuten zu viel bekommen würden. Das geht echt nur mit JESUS und es geht echt nur, wenn man das Werkzeug hat, die Dinge einigermaßen wieder zu verpacken. Daher merke ich, dass es die richtige Zeit ist, dass alles anzugehen. Aber es ist ein Höllentripp. Jeden Tag sage ich mir, wenn Angst und Schrecken zu viel werden wollen, dass "ICH ALLES ÜBERLEBT HABE" , dass es nur noch ein Hinschauen ist und in die Gefühle müssen, die ich damals abgespalten habe. Das ist der Höllentripp, zulassen, was der State gerade fühlt..denn die States müssen zusammen gefügt werden. Ich reagiere auch immer noch wie damals, dass zu durchbrechen ist die eigentliche Arbeit. Ich lege mich ins Bett und friere ein, statt nach Hilfe zu rufen. Sowas dauert Jahre es zu durchbrechen. Ist wahnsinnig anstrengend, für einen selbst und für Menschen, die mit einem zu tun haben!

Ich habe am Sonntag echt die Gemeinde geschmissen. Nach dreizehn Jahren! Aber ich habe das Gefühl es ist endlich dran. Ich weiß, dass es viel mit meiner PTBS zu tun hat, aber ich halte es nicht mehr aus. Dieses mit zweierlei Maß zu messen. Das nicht gesehen werden. Nicht mal ein aufmunterndes Wort als "Gemeinschaft". Dann gehe ich lieber alleine mit Jesus durch die Welt. Meine Freundschaft und Verbundenheit bleibt so oder so zu Andreas, dem Pastor bestehen. Ich finde es sehr traurig und es ist hier auch Thema, warum ich es gerade jetzt mache. Aber wie lange habe ich jetzt um meinen Platz und das DAZUGEHÖREN gekämpft, ich bin müde. Müde mit Menschen unterwegs zu sein, die so ganz anders als ich ticken. Die keinen Blick oder wenig über den Tellerrand haben. Es ist so, erst mal mein Blick darauf. Die darin stecken und das System mittragen und mitleben, sehen es anders. Darf auch so sein. Ich muss jetzt den Schmerz zulassen und leben, dass ich eben da kein funktionierenes Netz habe. Wer weiß, vielleicht hat Jesus einen Plan. Heute ist Mittwoch, Sonntag schrieb ich die Mail an die Ältesten, nicht EINER von ihnen hat was nachgefragt oder geantwortet. ( DER Pastor sagte sie beten darüber und melden sich bald) .Da soll man Vertrauen haben, die Ältesten zum Gebet in Krankheit rufen. Nun ja, ich kanns nicht. Wenn ich das so falsch sehe, dann bitte ich echt Gott um Korrektur. Ansonsten stehe ich fest dazu, wie ich es empfinde und erlebt habe.

Hier soll es nun weiter gehen bis Ende April, erst mal. Keine Ahnung ob sie dann noch mal verlängern oder ich dann erst 3-6 Monate nach Hause gehe. Ich weiß gar nichts, nur das ich kämpfen muss und auch weiß, ihr kämpft im Hintergrund mit mir, ihr begleitet mich im Gebet. Ich werde die Seite aufjedenfall, egal wie tief es noch geht, weiter führen, denn ich weiß....auch die Menschen die hier lesen, Jesus nicht kennen, können mein Zeugnis verfolgen...wie es vom Dunkel ins Licht gehen wird. Ich glaube fest dran.

In nächster Zeit werde ich versuchen mal wieder ein paar Poetrys zu schreiben....mal schauen was so kommt.

Wer möchte, darf sich gerne melden und schreiben:

Klinik Menterschwaige

Elke Blessing

Geiselgasteigstraße 203

81545 München

bis hoffentlich bald! Die auch gerade den Fight kämpfen, bleibt stark, es wird sich lohnen auch wenn gerade alles ganz furchtbar ist....

Blessings