25. Feb, 2018

Das Leben hier - endloses lernen wie es geht...

Mittwoch bin ich schon drei Wochen hier. Komplettes Ja habe ich zur Therapie gesagt und doch schleudert es mich noch immer ziemlich. Ich mache ja jetzt das erste Mal eine Analytisch-tiefenpsychologische Therapie, die Schwerpunktmäßig die dynamische Gruppentherapie beinhaltet. Es wird mir immer klarer, was damit gemeint ist. Nicht nur Gruppen aushalten, sondern Erfahrungen machen, dass Gruppen dich aushalten..mit allem was du mitbringst. Die Gruppe, wo die Therapeuten den größten Teil auch verbringen, dich tragen soll und eine Nachreifung stattfinden, die in deiner Familie nicht möglich war. Komplex, aber auch logisch. Denn in allen Gruppen, in denen ich mich so befinde, wird es irgendwann schwierig. Siehe Gemeinde, eine Gruppe der ich fast dreizehn Jahre angehöre und meinen Platz nie gefunden habe. Eigentlich traurig. Wir sollen hier in der Klinik lernen, dass Menschen andere Menschen NICHT VERLASSSEN (Hää?) ....war und ist großes Thema bei mir und meinem Ex-Seelsorger gerade. Der erste Mensch, der immer wieder sagt: "Ich geh nicht" , wenn ich mal wieder versuche die Beziehung zu zerstören. Jetzt hat es klick gemacht. Er geht echt nicht....! (Hoffe ich...das schwingt natürlich noch mit, dass es doch passieren kann...weil noch nicht gesfestigt). Heute Morgen in der Gruppe sagte der Therapeut: "Wichtig ist es auch zu lernen, dass Gruppen einem das Gefühl geben, dass man so sein darf wie man ist. Das man Unterstützt und bestätigt wird". Nun, habe ich das so erlebt, in der Primärgruppe (Familie nicht)? In der Gemeinde? Sage ich jetzt mal nix dazu. Sollen sie selbst reflektieren. Ich frage mich nur, werde ich das echt so erleben an mir selbst, dass ich es eines Tages selbst regulieren kann? Es ist ein ganz schön langer Prozess. Aber ich merke..Jesus hat mich überall da hin gebracht, wo es immer wieder ein Stück weiter geht. Ich vertraue ihm, dass es alles ein Puzzle ist mit ganz vielen Teilen.

Sollte ich die Langzeittherapie diesmal nicht angehen, es ist immer noch offen...dann habe ich noch fünfeinhalb Wochen.

An den Egostates sind wir noch nicht, obwohl sie beginnen sich zu zeigen. Aber mit 25 Minuten Einzel zweimal die Woche, wird die gute Frau es nicht schaffen, dass sie sich ihr öffnen. Zeigen ja, öffnen Nein. Aber hier wollen sie es auch, dass es auch in der Gruppe passiert...ach ich weiß nicht. Aber auch hier muss ich vertrauen. Sollte es in dem Aufenthalt nicht gehen, werde ich im September noch mal durchstarten.

Mein Ziel: Nächstes Jahr wieder raus gehen und meine Erfahrungen öffentlich machen. Ich hoffe Jesus weiß jetzt schon, welche Menschen mich fördern, begleiten und unterstützen werden. Bin gespannt.

Gestern war ich wieder zu Hause, holte Spike und merkte.....ich falle immer noch in das Loch, was vorher auch da war. Es hat nicht lange gedauert. Was ist jetzt dran? Werde ich mich so stabilisieren, dass Alleine sein wieder geht, oder schaue ich nach einer WG?? Fragen über Fragen. Ich hoffe ich kann die Antworten finden!

Blessings