8. Feb, 2018

Wo geht die Reise hin - Vom Dunkel ins Licht?

Angekommen und noch etwas Orientierungslos. Was ich hier jetzt schon erkenne, die Therapieform ist ganz anders als die Verhaltenstherapie, die ich vorher gemacht habe. Es werden zwar Elemente aus der DBT dabei sein, aber hauptsächlich wird Analytisch und Tiefenpsychologisch gearbeitet. Die letzte Therapie ist oft am Abend um 19 Uhr, das kenne ich so auch nicht. Ein strammer Therapie-Plan wurde mir gestern übergeben.

Wie ihr seht, darf ich auch an den PC, der steht uns zur Verfügung, aber begrenzt. Die Zeit möchte ich nutzen, um Euch ab und zu Hallo zu sagen und wissen lassen, was so an der Front los ist. Die meisten Leute (Patienten) hier sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Das ist richtig gut. Es hat was von Landschulheimflair. Es sind sehr viele Musiker und Schauspieler da. Menschen die viel mit Kunst zu tun haben. Gestern an meinem ersten Tag, musste ich schon bei drei Therapien mitmachen. Davon zwei die mit Musik zu tun haben. Ich merke wie meine Interessen verschüttet sind, ich mich echt für alles aufraffen muss. Hier ist es echt so, dass ich von Null auf Hundert gehen muss. Dass fällt mir voll schwer. Vorhin in der Pause habe ich mich echt ins Bett gelegt und bin fest eingeschlafen. Heute haben wir auch über Dissoziation in der Gruppe gesprochen, war auch anstrengend. Ja kann nur sagen, hier wird es richtig zur Sache gehen. Meine Energie ist noch nicht da, oder habe keinen Antrieb raus zu gehen. Wir sind hier ja mitten im Wald und es hat die ganze Nacht geschneit und es schneit noch immer. Viele waren nach dem Essen draußen und nun stehen eine Menge Schneemänner-und Frauen herum. Sieht lustig aus. Meine Freude etwas zu tun, was Spaß macht, hält sich mehr als in Grenzen im Moment, ich konnte einfach nicht mitmachen. Früher, wäre ich sofort dabei gewesen. Mein inneres Kind hat es mir sehr übel genommen und war zeitweise auch sehr traurig. Es verkroch sich wie gesagt dann ins Bett - mein sicherer Ort. Noch, denn der muss aufgelöst werden. Aktion statt Rückzug.

Hier sind verschieden Gruppen, insgesamt vier. Ich bin in der Pegasus-Gruppe, die Gruppe umfasst zwölf Leute und es ist die Stabilisierungsgruppe. Das ganze soll jetzt erst mal sechs Wochen gehen. Aber es ist nach oben hin offen. Wenn ich mich entschließen würde, weiter machen zu wollen, geht es in eine der Standard-Gruppen, wo die Aufenthaltsdauer zwischen drei und X Monaten beträgt. Ich werde sehen, was Jesus mit mir vor hat und wo ER mich sieht und was ich noch bearbeiten muss. Wo ich aufjedenfall dran muss. Wo geht es hin, bleibe ich in Wolfratshausen oder starte ich in München neu durch? Wenn ich da loslassen könnte, könnte auch da Neues aufbrechen. Das andere kann so nicht weiter gehen. Aber das wird die Therapie bringen. Ich werde hier aufjedenfall weiter schreiben und berichten. Es bleibt spannend.

Blessings