29. Jan, 2018

Ich schrei meinen Frust und Schmerz heraus

Alleine gelassen so fühle ich mich.

Vielleicht ist es auch nur die Zerissenheit in mir. Dieses glauben zu wollen, dass Jesus doch noch das Wunder tut und mit dem Finger schnippt und ich gesund werde. An Seele und Körper!

Aber tut er ja nicht, weil es gebraucht wird und weil ich noch vieles zu lernen habe.

Am Donnerstag habe ich noch ein zweites Gespräch in der Klinik, in der ich mich schon vorstellte und ein Gespräch gemacht habe. Das erste Gespräch war schon harter Tabak, aber vor dem Zweiten habe ich jetzt noch mehr Angst. Angst abgelehnt zu werden, wieder zu schwierig oder sonst was zu sein.

Meinen Seelsorger bin ich auch erst mal los. Es geht im Moment einfach nicht mehr. Es ist mehr was ich brauche, als das was er leisten kann. Jetzt wird die neue Rolle definiert. Ich denke, es fühlt sich ein bisschen wie "Schadensbegrenzung" an. Wie soll jemand, der zwölf Jahre mit mir durch dick und dünn gegangen ist, plötzlich keine wichtige Rolle mehr spielen? Gut durch die Egostates mischten sich viele Rollen, in denen ich ihn sah und es wurde schwierig. Für einen Nicht-Therapeuten auch keine einfach Sache. Aber wieder die nächste wichtige Bezugsperson weg. Was das bedeutet, kann keiner wissen, nicht mal er. Die gehen, gehen eben. Versuchen noch bisschen zu besänftigen, lassen mich aber mit allem was ich mit mir rum trage, alleine im Regen stehen. Mit dem Wissen, überlebt sie es oder auch nicht. Sie gehen einfach und leben ihr heiles Leben weiter.

Ich würde am liebsten abhauen, neu anfangen. Manchmal weg laufen vor Menschen, nie wieder reden.

Ich werde so verwirrt. Es gibt Leute, die meinen sie geben einen wunderbaren Rat, wie : Denke nicht mehr so viel nach, fange wieder mit den Lesungen an. Nur, wie soll das gehen, mit so wenig Kraft die ich im Moment habe. Wie soll ich alles alleine stemmen?? Es gibt in meinem Umfeld Niemand der mir helfen will. Es fängt mit kleinen Dingen an, zb. wie man es musikalisch aufziehen kann, bis wie läuft das alles steuerlich korrekt. Und weil da Niemand ist, sondern nur bla bla, merke ich, dass Jesus mich noch gar nicht draußen sieht.

Dann steht ja wie gesagt die Klinik im Raum. Weil ich so heftig Angst davor habe, wird es mir ausgelegt: vonwegen nichts ändern zu wollen. Mensch Leute was gäbe ich dafür, wenn ich ein Leben haben dürfte. Mit jemanden durchs Leben gehen und glücklich sein. Doch ich würde alles dafür tun und werde es auch, wenn  nicht irgendwann aus Affekt mal etwas passiert. Dann werde ich tun, was zu tun ist. Auch in den Schmerz gehen. Nur ich habe einen riesen Respekt vor dieser Therapie und den darf man mir nicht absprechen. Wenn ich analytisch arbeite heißt das...es werden mit Sicherheit die schlimmsten Szenen noch mal angeschaut, obwohl ich das eigentlich gar nicht mehr möchte. Wenn diese Dinge bearbeitet werden, wird der ganze alte Schmerz nach oben kommen und mein damaliger Therapeut sagte mir: "Mach das Elke und du wirst das nicht überleben", das hat sich in mir eingebrannt. Wisst ihr, ich muss da ganz alleine durch. Manche die Therapie angehen, beginnen alles bewusst anzuschauen und nicht wie ein Film runter schreiben..sondern arbeiten, in das Gefühl rein gehen und es noch mal durch leben..., die haben oft Familie, Partner an der Seite. Sie können auch da sich ausweinen, ich habe Niemanden wo ich mich so fallen lassen kann. Ich meine in greifbare Arme. Jeder kickt mich, weil ich zu heavey bin, so kommt es mir vor.

Ich bin das erste Mal, für mich noch harmlos, nach 12 Jahren Seelsorge leicht ausgetickt. Schon ist es ein Drama, was alles in Frage stellt.

Das was da war, bisschen rum schimpfen war nur ein kleiner Teil von dem, was sich vielleicht zeigen wird und kann. Wenn das noch nicht mal ausgehalten wird, von jemanden dem ich vertraut habe, dass er nie geht, dass er mich aushält..wie soll ich das hin bekommen?

Ihr seht Fragen über Fragen. Schmerz über Schmerz. Mein Herz tut so weh, habe echt voll Angst das es bald nicht mehr mitmacht, man kann auch an gebrochenem Herzen sterben, ich habe das Gefühl, es ist gebrochen.

Mein Darm, er tut so weh...alles spielt sich im Körper ab ;-( und niemand der mir hilft. Doch meine beste liebe Freundin Ruth und Doris die holen mich immer mal wieder für paar Stunden raus. Gestern war ich in einem Gottesdienst und Jesus war mir so nah! Leider kann ich es nicht festhalten. Ich will es wieder so sehr. Ich möchte nicht nur in dem Schmerz sein, nicht nur therapeutisch arbeiten. ICH WILL VERDAMMT NOCH MAL ENDLICH WIEDER LACHEN, FREUDE HABEN. MIT meinen  FREUNDEN WAS UNTERNEHMEN. DINGE TUN DIE MIR SPASS MACHEN. MENSCH, wie laut muss ich noch schreien, dass es endlich aufhört.

Blessings