27. Jan, 2018

Nicht Depressiv - Verzweifelt

Ich weiß nicht wirklich, wie ich heute beginnen soll. Ich wollte ja ein Kliniktagebuch starten, aber es kam jetzt irgendwie alles anders. Der Boden unter meinen Füßen ist weg gerissen. Ich versuche HALT zu finden, Ich schreie nach der Hand von Jesus. Die ist da, ich weiß es. ...Aber vertraue ich wirklich noch? Ich habe viele Krisen durch und ich weiß, dass ER es ist der mich hält, wenn ich das mal so nennen möchte: mich irgendwie mystisch am Leben erhält und trotzdem mit mir durch den ganzen weltlichen Schmerz geht. Glaubt mir, ich habe plötzlich wieder Emotionsausbrüche, die es nicht einfacher machen. Jeder der Angst vor Gott hat, der gehört da der Katz. Aber Leute, habt die Angst nicht, die Angst habe ich eher vor den Menschen, die noch drauf schlagen - statt es mitzutragen oder einfach nur Trost zu geben.

"Psychotante, im Selbstmitleid vergehen und baden, Du hast ein Knall" etc etc. sind die liebevollen Worte die ich zu hören bekomme. Wenn jemand nachfragt, wie kann ich helfen, hört er/sie es sich an was ich sage, um dann wieder vom Bildschirm zu verschwinden.

Ich habe Freunde, auf die kann ich mich verlassen. Ich weiß, wenn ich wirklich sehr in Not komme und mich noch melden könnte, sie wären irgendwie auch da. Aber das ist die Schwierigkeit bei uns Menschen. Den Schritt auf den Anderen zu gehen. Ein Psychologe sagte Dienstag zu mir: "Werden Sie nervig, fordern Sie ein, nerven Sie andere und zeigen uns was Sie brauchen". Klingt gut oder? In der Realität ist es ganz anders.

Jeden den ich kenne, der NICHT selbst betroffen ist, der die Not nicht kennt in die man kommen kann, Wo der Gedanke an Suizid immer lauter in einem wird, kann NICHT helfen. Manchmal weil sie Ohnmächtig sind, oder eben nur nicht mit so viel Negativität belastet werden wollen. Ja das ist es auch. Selbst Helfer meinen, das was fast 40 Jahre falsch gelaufen ist, muss in wenigen Monaten "geheilt" sein.

Ich bin seit langem in dieser immer wieder kehrenden Krise. Nicht weil ich darin bade, sondern weil ich nicht da abgeholt werde, wo es nötig wäre und dazu wäre es so einfach gewesen. Jetzt wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, finden die Leute dann Beschimpfungen für mich oder sie nennen als Grund, dass ich mir nicht helfen lassen will oder eben nicht Einsichtig bin. Nein ihr lieben Leute, ich bin sehr einsichtig, ich habe in meiner Gemeinde 12 Jahre gekämpft gesehen zu werden, meine Gaben leben zu dürfen und ein Teil davon zu werden. Immer und immer wieder und es führt immer wieder dazu, bei jedem der Schwach ist: Man hört sein Schreien irgendwann nicht mehr und fühlt sich nur noch im Rechtund von diesem Menschen genervt. Der Schwache wird dann vollends gekickt. "Weil ja sich alle angeblich um ihn bemüht haben". Ich liebe meine Gemeinde immer noch. Das ist Jesus Geheimnis. Das ist menschlich nicht erklärbar. Ohne Jesus würde ich diese Menschen hassen und weglaufen. Aber er hat mir Liebe ins Herz gelegt. Für Alle, auch für die, die sich das Maul über mich zerreissen und für die, die mich nicht sehen. Seit 12 Jahren nicht. Nicht zu Weihnachten oder Geburtstag einladen, mit mir nichts unternehmen, keinen Platz an ihrem Tisch haben, nicht mit mir Lachen...nicht einfach mal praktische Hilfen anbieten, die ich so dringend brauche. Die nicht gesehen haben, wie ich monatelang fast nur in der Wohnung oder sogar im Bett war, nicht mal eine warme Mahlzeit hatte. Menschen die nicht Hände reichten, wenn es bei mir auf einen guten Weg ging, ich aber durch meine Egostates, vieles nicht weiß ..wie ich hätte weiter gehen müssen. Es wurde eher drauf geschlagen und mir erzählt, was ich alles nicht kann. Ich bin fertig, ich bin wirklich fertig weiter um meinen Platz zu kämpfen. Gestern ist mir im Seelsorgegespräch auch der Kragen geplatzt, ich war zornig und richtig wütend wie lange nicht mehr. Weil ich immer die Schuldige bin, weil ich mich schlecht verhalte. Ja das können sie jetzt haben. Ich hätte gestern echt alles zusammen schlagen können, so wütend war ich.

Was hätte es gebraucht.....wieder das, mir zu helfen da zu bleiben, den Lobpreisabend mit zu machen, beten lassen und Gemeinschaft haben. Aber...ich vertraue nicht mehr. Ich konnte nur noch flüchten. Denn der Mensch dem ich vertraute, wurde auch EINER von ihnen.

Jesus ist ja sehr erfinderisch, wenn ER mich auf den Boden zurück holen will. Meine Wut auf Andreas ist riesig, auf die Menschen in der Gemeinde, die nicht einmal in der KRISE da waren oder als ich vor Schmerzen im Krankenhaus weinte. Wie gesagt damit meine ich nicht die zwei Freundinnen, die irgendwie da sind, soweit sie es können. (Abgeschweift), Jesus-Erfinderisch...

Heute morgen Gedankekreisen wie jeden Tag, ohne Ausnahme. Die Arme lassen kaum Platz mehr für neue Wunden...aber es hält mich immer noch ab, nicht irgendwo weiter unten die Klinge durch zu ziehen. Ich rede auch darüber mit Jesus, nicht mit Menschen. Ich oute mich jetzt hier, weil ich weiß, so viele da draußen, leiden auch so und haben niemanden. Schreit, LEUTE SCHREIT, geht den anderen auf den Sack, irgendwo ist ein Mensch, der helfen will. Der nicht draufschlägt. VERTRAUT! Ich versuche es auch noch. Ihr seht, die States machen es mir gerade schwer dran zu bleiben. Ich bin mit Spike eine Runde gegangen am Morgen. Da spreche ich viel mit Jesus und habe viele Gedanken im Kopf. Meine Gedanken waren bei den gesprochenen Worten gestern in der Seelsorge. Das ich so schlecht zu den Leuten bin und deshalb gemieden werde. Die Wahrheit ist, ich gehe aus dem Kontakt, weil ich nicht mehr damit umgehen kann. Aufjedenfall maulte ich mit Jesus rum, dachte darüber nach, dass ich sogar im Moment Andreas hasse. Plötzlich stand ein Mann aus der Gemeinde vor mir. Das warJesus Plan, denn der Mann fährt oft mit dem Rad, wenn ich ihn sehe oder ist immer schnell an mir vorbei. Doch er blieb stehen und fragte mich: "Geht es dir wieder besser?" ich kurz inne gehalten und sah ihn an:"Nein, mir geht es sehr schlecht, ich kämpfe jeden Tag, keinen Suizid zu begehen." Ich erschrak sehr über meine Offenheit. Jesus, er redet ja oft zwischenrein ;-), sagte mir: "Du weißt, das ist DEIN geistlicher Vater?" Der Mann stand vor mir und ringte mit Worten, dabei hatte er Tränen in den Augen. Ich konnte erkennen, dass er meine Not erkannte und mit leidete. Merkt ihr was? Klar konnte er mich jetzt nicht trösten. Es erreichte mich nicht. Aber bei dem weiß ich, wenn er jetzt für mich betet, dann..weil er es von Herzen tut. Ja Jesus hat recht, es ist mein geistlicher Vater. Er war der..der mich zu Jesus geführt hat, der im Alphakurs mich von den Harekrishna-Gedanken wegbrachte und ich die Worte die er damals sprach niemals vergessen werde. Mein geistlicher Papa! Wow Jesus, du krasser Buddy! Damit meine ich Jesus ich liebe dich so für das was du für mich tust! Ich wollte nur mal wieder paar überfromme schocken. Sorry. Der State ist echt frech. Aber...JESUS lächelt ;-) .

Dann lag eine Zeitschrift "WIR" ein Magazin vom Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes in meinem Briefkasten, wo über mich und meine Geschichte eine ganze Seite geschrieben wurde. Auch da JESUS wirken. Weil es NICHT umsonst ist, wenn ich den Mist überlebe. Es geht in diesem Magazin hauptsächlich um Heilung - Heil sein.

HEIL SEIN IST WICHTIGER ALS GEHEILT SEIN

dies schrieb Jürgen Mette, der auch mit seiner Krankheit leben muss...

Das mal für heute. Ich werde weiter kämpfen, ich kämpfe nicht alleine. Ich weiß da draußen, die über 18000 Leute die meine Seite lesen, kämpfen mit mir und für sich. Seit gewiss, die Spur die wir eines Tages sehen werden..die eine Spur, das ist JESUS der uns getragen hat. Ich schreibe das mit Tränen, mit sehr viel Schmerz und menschlich alleine gelassen. Aber ich will weiter weiter weiter glauben, dass auch für mich mehr als die Brotkrumen abfallen, eines TAGES!