6. Jan, 2018

Raus aus Abhängigkeiten - doch es tut sehr weh

Heute Nacht lag ich mal wieder wach, weil ich einfach gedanklich nicht abschalten kann. Mein Körper schmerzte fast überall. Im Gesicht fiese Nervenschmerzen, mein Bauch krampfte und mein Herz tat so weh. Doch ich weiß das sind alles Körperdissoziationen oder Somatisierungen. Weil es einfach zu viel los ist, was ich bearbeiten und aushalten muss. Am schlimmsten, dass meine Bezugsperson sich recht arschig verhält. Nicht aus Boshaftigkeit raus, sondern weil einfach eine Abgrenzung passieren muss. Aber gerade jetzt, wo ich in der Ergo mit zwei Therapeuten arbeite und es ziemlich zur Sache geht bei der Einen. Da kommt sogar ein Therapiehund bald mit zum Einsatz, falls ich dissoziiere. Da reagiere ich eher auf Tiere als auf Menschen. Menschen nur wenn ich sehr vertraue. Aber durch den Bruch der gerade passiert mit meiner Bezugsperson, ist alles in mir auf "Nie wieder vertrauen"! Es tut so heftig weh, dass ich nicht mehr zur Ruhe komme oder klar denken kann. Ich kann nicht verstehen, wie jemand da sein will, aber es gar nicht kann. Weil ich zu heftig werden kann, oder weil ich einfach ein Job bin und ich nun mal die Krisen nicht auf Arbeitszeiten legen kann. Ich habe doch schon alles in die Gänge gebracht, was ging...in der kurzen Zeit. Besser gesagt, Jesus hat es geführt, dass der Seelsorger etwas entlastet ist. Aber der scheint Wunder zu erwarten, dabei fangen die Probleme erst in der Therapie an, wenn sie beginnt zu greifen. Ich habe keine Ahnung wie das jetzt mit uns weiter geht. Vielleicht gar nicht, vielleicht ganz neu. Die Kinderegostates haben sich erst mal verabschiedet von ihm, wird wohl gut so sein. Aber das sie Angst vor ihm haben ist doof. Warum Angst, weil..sie ihm vertraut haben, dass er da ist. Doch als es jetzt Sonntag echt gebrannt hat und es um mein Leben ging, konnte er nur knapp eine Stunde da sein und in Vergangenheit leider auch nicht sehr oft. Die Kinderstates denken er würde sie vor Gefahr bewahren oder in der Angst da sein. Doch ist er nicht. Ja wir sind Beide überfordert mit dem wie es läuft. Um so mehr ich schreie, um so ekelhafter kommt mir die Abgrenzung vor. Nach 12 Jahren sind wir an einem Punkt, wo gerade nix mehr geht. Er ist genervt und ich kämpfe gegen alle möglichen Dinge, die mich halb verrückt machen. Vorallem Verlustangst. Böse Sache.

Doch ich will trotzdem Gottes Wirken nicht aus den Augen verlieren, denn genau das ist es ja, warum ich das hier mache und selbst staune wie sowas geht. Wie gesagt in der Nacht war echt wieder Todessehnsucht da, nach provokativen Whatsapps von mir an den Seelsorger, war die Stimmung nur noch im Eimer. Kennt ihr sicher auch, wenn man sich einfach nicht mehr versteht oder am Limit ist, dann hilft es nichts mehr mit Reden.

Aber ich bekomme da tierisch Angst. Facebook ist gerade mein Ventil und ich staune wie geduldig die Menschen da sind. Doch zum Teil schon echte Freunde! Ich fragte in die Runde, ob ich aus der Gnade Gottes gefallen sei, aber das fragte ich etwas verschlüsselt, mehr allgemein. Es waren super Postings dabei und plötzlich hörte ich Jesus Stimme wieder klar in meinem Herzen. Er forderte mich auf mit ihm Spazieren zu gehen, dass tat ich auch sofort. Das Wetter war herrlich und wir fuhren raus. Da konnten wir gut reden und er zeigte mir die Schönheit von Papas Schöpfung und er erklärte mir einige Dinge und das sie auch noch weiter sehr weh tun werden. Denn ich bin am Kern meiner Geschichte. Ich wurde immer alleine gelassen und jetzt bin ich genau an dem Thema dran. Ich bin richtig panisch wenn ich denke jemand geht weg oder ich bin ganz alleine auf der Welt. Es raubt so viel Kraft. Ich weiß, das ich auf Grund der PTBS und Borderline richtig abgehen kann. Richtig nerven. Die Egostates tun ihr übriges und werden auch echt sehr scharf im Argumentieren, nach dem Motto bevor du mich verletzt verletze ich dich. Meist trifft es die Menschen, die man am meisten liebt. Ja Jesus bleibt mit mir an dem Thema dran, er wird mit mir den Weg gehen und selbst in diesem tiefen Loch, wird er groß gemacht werden. Weil er Halt gibt und mich ans Ziel bringen wird. Auch ohne Seelsorger, Freund oder Papa (weltlich), wenn dieser es eben nicht anders möchte. Jesus wird dafür sorgen, dass ich es überlebe, er wird dafür sorgen, dass viele es mitbekommen werden, die es hören sollen.

Ich selbst...muss einfach ruhig werden und lenken lassen. Oder nein, beginnen meinem besten Freund Jesus noch mehr zu vertrauen. Neu zu vertrauen. Denn ich kann es. Er dreht sich nie von mir angewidert und genervt weg. Er sagt etwas zu mir und hält was ER sagt. Ja Leute es ist sein Geheimnis. Heute Nacht schrie ich, er soll mir seine Ruhe schenken, eine Pause bevor es weiter geht. ER hat es getan..gleich heute.

Jetzt tanke ich Kraft für die nächste Runde, wo ich lernen muss "mehr Erwachsen" zu werden, dass mich Abgrenzungen nicht mehr fertig machen und an den Suizid bringen können. Ich bin für ihn wertvoll, auch mit allen schlimmen Gefühlen und Gedanken die da sind. Ich sage oft...ich hasse A. , dann sagt Jesus.."NEIN du hasst ihn nicht, du hasst was er gerade tut". Stimmt ;-)! Ist ein Unterschied. So ist es auch bei euch. Mensch Leuts, lasst euch echt auf ihn ein..denn ER ist der Fels. NICHT MENSCHEN, die können es gar nicht. Was auch verständlich ist, das verstehe ich aber nur solange es mir gut geht ;-).

Blessings