28. Nov, 2017

Wenn es die Hölle auf Erden gibt - ich scheine sie gerade zu erleben

Letztes Jahr war ich so sehr davon überzeugt, weil es auch Menschen mit für mich taten, dass ALLES vorbei ist. Das nichts mehr schmerzt. Das ich in ALLEM geheilt bin und machte mir selbst damit Druck. Auch in dem ich spürte, irgendwas stimmt nicht, aber ich kann doch Gott nicht verraten, wenn ER mich geheilt hat, dann ist das doch so. Wieviel "Geheilte" sind da draußen, die das auch erleben. Die sich nicht mal mehr erlauben, schwach zu sein, weil sie ja von ALLEM geheilt sind. Sie vergessen, dass sicher Heilung passiert ist, aber Gott immer weiter an uns arbeitet. Da gehören unsre Macken und Defizite dazu! Immer, auch unsre Launen oder Depressionen. Selbst wenn es keine Depressionen mehr sind, gibt es BEI JEDEM MENSCHEN Stimmungsschwankungen, vor der diese Menschen auch Angst haben, weil das könnte ja wieder und wenn ich in der Öffentlichkeit so posaune...dann muss ich das ja auch LEBEN, wenn auch aus eigener Kraf. Ich  bin auch fast in die Falle getappt. Ich kann auch jetzt nach draußen gehen (letztes Jahr begann ich das auch, bis Jesus mich zurück pfiff, weil ich die Zeit gewählt hatte, nicht ER) ich kann jetzt den Leuten erzählen in welchen Punkten ich Heilung erfahren habe. Das könnte schon wieder Bücher füllen.

Als ich letztes Jahr erlebte wie schnell man mich Re-traumatisieren kann, wurde mir so einiges klar. Vorallem sagte mir Jesus: "Wir müssen jetzt an die Wurzel, um das du frei wirst. Dein Weg wird mit mir in den Schmerz sein, der noch da ist und Dein Weg wird mit mir sein, die Menschen, die auch leiden mit rein zu nehmen und ihnen da die Hoffnung zu schenken, dass sie niemals alleine sein werden, wenn ICH dabei bin!".

Ich habe lange Zeit Therapie gemacht, daher dachte ich auch, ne nie wieder Therapeuten oder Hilfen von außen, nur noch der Seelsorger. Aber das es so tief runter gehen sollte, hätte ich nie und nimmer gedacht.

Ich wusste, auch wo ich das erste Buch geschrieben habe, über viel Schmerz - das viel bearbeitet ist und was so alles passiert ist. Ich bin eine der traumatisierten Menschen, die leider ab dem dritten Lebensjahr alles auf dem Bildschirm hat, was passiert ist. Kann Segen oder Fluch sein.

Doch das alles war nichts gegen das was ich jetzt gerade erlebe. Jesus lässt mich viele Dinge sehen, er lässt zu das ich sogar mit Familie konfrontiert werde. Ich habe Kontaksperre seit 2009, als es in Amerika zur Retraumatisierung durch die Familie kam. Doch jetzt wurde ich mit meiner Schwester konfrontiert, mit der mich früher am meisten verband. Sie war Opfer und ich war Opfer. Uns passierte ähnliches, nur sie verdrängte alles und führte ein Leben, was all ihren Schmerz deckelte. Drogen, Alkohol, Männer und und und. Das Gegenteil von mir. Ich suchte das nie, ich wollte immer diese Dinge bearbeiten und anschauen. Sie hatte jetzt ihren sechsten Schlaganfall. Das muss man sich mal rein ziehen, den Sechsten. Was ist sie eigentlich für ein Wunder, all diese überlebt zu haben. Doch jetzt ist sie ein Pflegefall und wird nicht mehr die ALTE sein. Nie wieder. Vorallem was mich total erschreckt, sie sieht mich in der Krankenschwester die zu ihr kommt und sieht mich (und Geister) und spricht darüber. Sie und ich haben uns das letzte Mal an Weihnachten 2004 gesehen, da war ich noch ein Hare Krishna, ich flog damals bei ihr raus, weil ich die Zustände erkannte und meinte sie sollte endlich eine Therapie machen und sich helfen lassen. Jetzt kann sie es nicht mehr raus lassen, jetzt ist sie wahrscheinlich in dem Scheiß gefangen. Ich hätte ihr so viel zu sagen und kann es nicht mehr. Ich weiß nicht, was ich tun soll, ob ich hin fahren soll. Überlebe ich den Kontakt überhaupt? Was ganz schlimm ist und das ist die Hölle für mich. Ich gehe gerade durch diese Hölle alleine durch. Keiner da, der mich einfach nur festhält und diesen schlimmen Schmerz mit aushält. Ich muss viel deckeln, aber in der Nacht holt es mich mit Bildern ein. Die meisten Bilder sind auch nicht gut. Denn auch sie, war nicht gerade zimperlich zu mir, als ich Kind war und  doch war sie für mich da. Auch eine richtig kaputte Beziehung, aber komischerweise für uns bis 2004 sehr wichtig. Ich bin im totalen Gefühlschaos. Hätte ich Jesus nicht, ich wäre schon in der Klappse. Aber irgendwas trägt mich trotzdem. Aber was geht da bei meiner Schwester im Kopf und Gefühlen ab. Sie ist nicht ansprechbar, lebt in ihrer eigenen Welt. Doch sieht sie mich....Oh ich hoffe ich bekomme die Antwort. Bevor es mich zerreisst. Es tut soooo höllisch weh. Es tut so weh, dass ich selbst solche Sehnsüchte habe. Ich suche sie nicht im Alkohol, in Sex, Drogen...wie ich es in der Familie gesehen habe. Ich suche es aber trotzdem bei Menschen, wo ich denke, gebt mir wenigstens ein bisschen von eurer Liebe. Aber das scheint ganz schön unverschämt zu sein. Ich möchte keine Beziehung mehr eingehen, weil ich bei der letzten auch ein heftiges Trauma erlebt habe und dachte der Typ bringt mich um. Ich gerade eh nur an Verrückte. Also lieber alleine bleiben in der Beziehung, bis Jesus da grünes Licht gibt. Aber was ist mit den Menschen in meiner Umgebung, warum hört da keiner die Schreie, sieht die Sehnsucht und wenn, warum ist das so unverschämt das zu äußern? Das ist in mir, das ist auch von Jesus, diese Kraft, dieses nicht aufgeben und auch klar (mittlerweile, dass habe ich hart erarbeitet) sagen können, was ich brauche, egal wie peinlich es ist. Weit komme ich damit nicht, ich laufe an Wände. Menschen wissen nicht wie mit mir umgehen. Das es manchmal reicht, einfach mal kurz Zeit zu widmen, checken sie nicht. Ich hatte heute mit meinem Seelsorger und einem Psychologen ein dreistunden Gespräch. Fazit...in der tiefen Krise in der ich mich befinde, muss ich mich von meinem Seelsorger "abnabeln". Wie krass und brutal ist das? Was heißt das überhaupt im Klartext? Werden mir die Brotkrumen die ich bekam auch noch weg genommen? Ich bin echt harmloser als ich früher war, als die Borderline-Persönlichkeit im Vordergrund war. Mein armer Therapeut hatte viel auszuhalten, heute bin ich fast ein Lamm. Aber mit neuen Gefühlen, die schreien: Sehe mich, liebe mich, verbringe Zeit mit mir, ich bin kein Alien, gib mir Aufmerksamkeit, lade mich auch ein........gggrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr. Gedanken-Gefühlsterror. Und dabei wäre es so einfach. Aber ich bekomme das Gefühl ein Monster zu sein, was ein Blutsauger ist. Ich habe es mir nicht ausgesucht, ich will das selbst nicht und kämpfe jeden Tag, dass es besser wird und ich nicht mehr so viel brauche. Vorallem, wenn man wie ich auch für andere gerne Spiegel ist und draußen in der Öffentlichkeit, dann kommen auch die unfairen Kommentare. Meist von Menschen, die es nicht annähernd kapieren können, in welchen Krieg wir uns mit PTBS oder BPD befinden. Die Egostates tun ihr übriges. Einmal Hölle und zurück. Ich bin so froh, dass Jesus mich zur Caritas geschickt hat und ich auch viel Gutes erleben darf. Morgen backen wir Plätzchen, da freue ich mich drauf. Ich mache mit denen viele Sachen, die wir auch in der Gemeinde machen könnten, nur da werde ich nicht mit rein genommen. Deshalb habe ich auch ein Thema mit Gemeinde im Moment. Einsam unter vielen. Anderes Thema, heute nicht....;-) .

Das gemeine an PTBS ist, oder bei mir im Moment, ich atme einen oder mal zwei Tage auf, um den nächsten Horror zu erleben. Alles was privat zu erledigen ist, wie Autoreifen reklamieren wird für mich ein Marathon und Horrortrip. Es ist nur noch schrecklich. Wenn ich nicht mit Jesus unterwegs wäre, hätte ich jetzt noch größere Panik auch schwer krank zu werden oder nur noch in der Psychiatrie zu sein....oder gesetzlichen Betreuer. Aber ER arbeitet hart mit und an mir. Heute auch im Gespräch, ich spürte ihn so oft. Paar mal legte er mir die Hand auf die Schulter und sprach mir Mut zu. Best Friend.

Ich weiß nicht wie es weiter geht, ich bin mal gespannt, was am Ende steht.

Es bleibt spannend

Blessings