24. Nov, 2017

Die Richtigen bleiben bei dir - die Falschen gehen - kann ein Segen sein

Jetzt war es eine ganze Weile still hier auf meinem Blog, bei mir selbst nicht so. Es ist der Wahnsinn, was sich die letzten Wochen getan hat und recht schnell. Ich kann nur staunen, wie Jesus wartet, dass man SELBST Türen schließt, die man nicht schließen möchte, weil man immer wieder Hoffnung hat es ändert sich etwas. Bei mir ist es so, dass ich echt geschlagene zwölf Jahre gehofft habe, dass die Gemeinschaft mit Geschwistern mir Halt geben würde, dass ich doch noch ankommen darf. Als ich damals durch einen Alphakurs in die Gemeinde kam, löste ich mich gerade von der Hare-Krishna-Sekte. Keine meiner Freunde von dort ist mir geblieben, ich musste mir ein komplett neues Leben aufbauen.  Ich hielt so fest daran, weil ich dachte, da finde ich Menschen, die mich begleiten, die mit mir unterwegs sind und mich auch mal auffangen könnten. Blöd, manchmal lässt man Dinge einfach nicht los, nur weil man denkt es wird sich doch ändern. NEIN tut es nicht, wir ändern keine Menschen, wir ändern keine festgefahrene Strukturen! Hab ich Dickschädel jetzt auch begriffen. Zwölf Jahre habe ich versucht Freundschaften in der Gemeinschaft zu finden. Ich habe sehr gute Bekannte, die ich echt lieb gewonnen habe. Aber Freundschaft ist das nicht wirklich. Dafür sieht man sich zu wenig, dafür weiß man viel zu wenig voneinander. Wer für mich ein guter Freund geworden ist, ist mein Seelsorger und Pastor und eine Frau, die wirklich eine meiner besten Freunde geworden ist. Ich finde es so traurig, dass man so lange mit Menschen unterwegs ist und man kennt sie nicht, man hat NICHTS gemeinsam und immer das Gefühl, nicht gewollt zu sein. Unterstützung fand ich in der langen Zeit nicht (Nur bei Andreas und Ruth, ich meine emotionale Unterstützung. Materiell bekam ich öfter etwas) eher Anfeindungen und Empörung, dass ich mal wieder versucht habe den Mund aufzumachen. Nein sie können es nicht verstehen, ihr Leben ist zu "geordnet" und "eingebettet" warum sich dann stören lassen? Versteht mich nicht falsch. Die Menschen selbst, bis auf wenige Ausnahmen, mag ich sehr sehr gerne. Doch ihr Verhalten, ihre Gleichgültigkeit entsetzt mich nur noch. Egal ob sie von mir Details erfahren haben oder "gehört", sie taten als ob sie nix wissen. Ich lag Wochenlang im Bett (außer Seelsorgetermine nahm ich wahr) und versuchte zu überleben. Essen habe ich mir schon lange nicht mehr gekocht. In meinem Haus leben zwei Christen, ein davon aus meiner Gemeinde, die andere kennt mich auch gut. Aber NICHTS keine Reaktion. Außer jetzt empört sich meine Schwester aus der Gemeinde, das ich nicht mehr kommen möchte. Es tut einfach nur noch weh, zu wissen...wenn ich mir das Leben genommen hätte, sie hätten sich nur das Maul zerissen, aber ihr eigenes Wegsehen nicht erkannt. Doch ich brauche noch etwas, um mich vielleicht noch mal in die Gemeinde zu wagen. Hätte ich nie gedacht.

Ich denke sogar, das Jesus selbst schon lange versucht hat mir klar zu machen, "Elke, lass dich nicht länger verletzen".

Jesus bereitete den Weg schon vor, dass spüre ich so, denn es ist was Gutes aufgegangen. Ich tue Dinge die ich vorher nie getan habe.

Durch die Caritas wird mir Wertschätzung von einigen gezeigt. Die sogar echt ist,  vorher dachte ich immer, dass ist so eine künstliche Blase die man sich schafft. Aber diese Menschen meinen es ernst. Andreas gibt mir punktuell Wertschätzung, solange ich nicht singe oder ich versuche ihm aufzuzeigen, wie unglücklich ich in der Gemeinde binZwinkern. Er hat mir so viel beigebracht die ganzen Jahre und mir geholfen, immer weiter zu gehen. Jesus hatte mich damals ganz klar zu ihm geschickt. Im Buch schreibe ich davon. Sehr spannend.

Es fing ja damit an, dass ich mich auf die Caritas vor paar Monaten eingelassen habe, um dort Mittagessen zuzubereiten und mit zu essen. Der Psychologe von der Caritas hatte das arrangiert, dass ich wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag aß. Es wurde aber immer mehr an Angeboten. Ich wurde zum Musical eingeladen oder zur Musiktherapie. Mittlerweile bin ich jeden Tag da und meine Stimmung wird immer besser. Aber hauptsächlich deshalb, weil ich mich keinen Meter mehr verstellen muss oder so tun, als ob ich jemand anderes wäre. Gute zehn Jahre habe ich das gemacht. Nur nicht auffallen, voll in eine Schablone und Schublade stecken lassen. Jetzt sage ich klar NEIN dazu. Denn ich muss auch zeigen was in mir ist, ich kann mich nicht zum Spießer verstellen, damit ich in der Gemeinde anerkannt bin. JESUS liebt mich so wie ich wirklich bin. Oft ein Kindskopf (dank paar Egostates), mal lustig, mal traurig, mal angespannt und schreckhaft...

ICH!

In der Gemeinde gab es nur noch ein Gesicht und einen Wunsch, "Bitte lasst mich dazugehören". Doch mit jedem Jahr wurde mir immer mehr genommen. Kein Platz dort. Die meisten Nerven habe ich echt da gelassen. Weihnachten saß ich alleine zu Hause. Nicht nur einmal in den Jahren, nein mehrere Jahre, seit eine Familie die mal in der Gemeinde war, nicht mehr da ist. Es ist den anderen sowas von egal. Kein Platz für "Fremde" an ihrem Familientisch. Jesus wird sie sicher mal fragen, was sie sich dabei gedacht haben. Für mich selbst ist es keine Frage jemanden aufzunehmen, wenn ich stabil bin einzuladen. Es ist was Jesus uns sagt.

Bei der Caritas ist eine Sozialpädagogin, die am 24.Dezember für uns ab 9-14 Uhr in die Tagesstätte kommt, damit wir Leute, die einsam sind - wenigstens ein paar Stunden "Weihnachten" haben.

Ich werde an so viel ran geführt. Basteln, was ich mir eigentlich nie zugetraut habe und es entstehen schöne Dinge. Ungezwungen Singen und auch Spiele spielen...es ist ein total super Miteinander. Mittlerweile schreibe ich auch die Zeitung mit, die jedes Jahr heraus gegeben wird. Ja ich darf sein und JESUS hat es mir geschenkt.

Was ER noch möchte und das habe ich gestern begonnen, mit viel Bauchschmerzen. Ich mache eine Köper-und Sozioemotionaleverhaltens Therapie.  Ich weiß aber, dass es von IHM ist. Das sind so offene Türen, wo alle zu waren und jetzt aufgehen, weil es an der Zeit ist weiter an mir und meiner Geschichte zu arbeiten. Immer mehr den Schmerz zulassen, um dann mal frei loszulassen und mit Jesus raus zu gehen, den Menschen mein Zeugnis erzählen. Menschen denen schwere Dinge das Leben noch schwer machen.

Ab dem vierten Dezember geht die pferdgestützte Therapie los. Erst mal in Kleingruppe. Ebenfalls, schickt mir die Caritas ab Januar zweimal die Woche jemanden vorbei, der mit mir Unternehmungen macht und schaut, dass ich nicht wieder so tief in eine Depression falle. Es war sehr an der Grenze und es tat so sehr weh. Es tut immer noch weh, aber nicht mehr so schlimm wie damals. Ihr müsst euch mal vorstellen wie das ist, wenn man im Bett liegt oder nicht mehr vom Bett in die Küche kommt. Alles wird schwer, nichts geht mehr. Ein Zentner Blei liegt auf einem und KEINER kommt und holt dich da raus oder versucht dir zu helfen (wie gesagt in die Seelsorge kam ich meistens noch), aber manchmal konnte ich nur Schweigen, weil ich keine Worte mehr hatte. Alles in mir schrie und keiner hörte es wirklich. Daher Leute ich kann euch nur sagen, habt den Mut es ALLE Wissen zu lassen. Die Falschen gehen, die Richtigen bleiben. Damit hat man auch gleich klar, wer zu einem gehört!

Auch holt euch Hilfen von Außen - wartet nicht auf die GUNST der Anderen, denen ihr nicht wichtig seid. Die sich vielleicht wie bei mir, eher das Maul zerreissen und dumm reden, statt die Hand zu reichen. Ich habe zu lange ausgehalten und gewartet. Aber alles hat SEINE Zeit. Schau, ob es bei euch sowas wie der SPDI bei der Caritas gibt. Das kann der Schlüssel für weitere Hilfen sein. Seid nicht zu Stolz!!!!

Also ihr seht, es geht in die Stabilität, so langsam. Klar wird mich die Therapie noch mal zerlegen, aber ich möchte mich dem Stellen. Mit Jesus an der Hand, bin ich dabei. Ich weiß, es wird viel Heilung passieren. Ich werde SEIN Wort verkünden und NICHT sterben.

Blessings

Also