9. Nov, 2017

Jesus stellt Seine Weichen - ich im Schleudergang

Warum Jesus die Weichen stellt? Frage ich mich auch. Doch weiß ich, alles was jetzt in die Gänge kommt, ist ein Plan von ihm und ER hat es in der Hand.

Jahrelang wurde mir von Kliniken und Ärzten erzählt, dass ich ambulant keine Trauma-Körpertherapie machen kann, weil es nur private Körpertherapeuten anbieten und dies von keiner Kasse gezahlt wird. Also hatte ich die Hoffnung darauf aufgegeben. Mich nicht mehr gekümmert. Bin einigermaßen mit den Schmerz-Dissos und überhaupt schlechtem Körperbild, irgendwie klar gekommen. Gut verdrängt, oder einfach nur akzeptiert. Der Mensch hält viel aus.

Jetzt wurde der Druck heftig, die Dissos und Somatisierungen wieder schlimmer. Neben der Tagesstätte der Caritas gibt es eine Ergotherapeutin und immer wieder wenn ich nach oben ging und auf die Tür blickte, kam in meinem Inneren die Aufforderung doch mal ein Gespräch mit der Praxis zu suchen. Traute mich lange nicht. In meinem Inneren geht es seid Wochen so richtig ab. Albträume, Anspannung nur noch über 50% was der Körper nicht mehr lange mit machen wird. Die Blutdruckentgleisung war schon ein harter Schlag vor den Bug. Doch ich komm einfach nicht runter. Hat mir ja auch der Herzmuskel übel genommen. Viele Jahre ging es gut, jetzt hat er einen Schaden bekommen, beim letzten Anfall. Gestern war ich dann sehr mutig und hörte dem, was ich im Inneren fühlte und hörte. Das Beste an der Sache, es hängt ein Schild an der Tür, dass sie nur telefonisch zu erreichen sind und den ganzen Monat. Ich habe trotzdem geklingelt. Die Therapeutin öffnete mir tatsächlich die Tür und hatte Zeit für mich. Ich erzählte ihr alles und sie teilte mir mit, dass sie aufjedenfall Traumatherapeutisch arbeiten. Bei den Sitzungen, die Schwierig würden, wären sogar ein Assistenzhund dabei (dieser kann mich vielleicht eher aus einem Disso holen und eine Psychologin ist anwesend). Bis dahin war auch alles okay. Nur es fehlte das okay meines Neurologen/Psychologen. Ob ich es schaffen kann, die Therapie zu machen und die genaue Diagnosestellung. Die Hürde musste noch genommen werden. Ich ließ alle möglichen Freunde und Leute für mich beten. Heute morgen um 9 Uhr gab der Arzt sein grünes Licht! YES!!

Bis dahin okay. Jetzt kommt natürlich die Angst. Genehmigt werden bis zu 40 Stunden und sogar darüber hinaus, wenn nötig. Ich hatte 6 Jahre lang in der Klinik Einzeltherapie in Körperwahrnehmung. Weit kamen wir nicht. Verankern, das ist mir gelungen und auf sehr wenige Übungen konnte ich mich einlassen. Zusammengekauert, saß ich meistens den Rest der Stunde in einer Ecke....will gar nicht mehr dran denken.

Ich denke, Jesus bereitet gerade etwas für mich. Vermutlich bin ich soweit es zu überstehen, wo mein Ex-Thera meinte.. ich überlebe es nicht. Nun, er kennt Jesus nicht, der mich immer begleitet. Natürlich habe ich ein heiden Respekt, weil mein kleiner Egostate, oder noch paar der Kleinen missbrauchten und verängstigten nur sehen..wir sind alleine. Was wir sollen in diese Gefühle? Wir sollen lernen gehalten zu werden, ohne Missbrauch? Was wenn die Flashbacks schlimmer werden (oft ist das am Anfang der Fall), dann alleine daheim. Wach werden keiner ist da. Blöde Sprüche, die eigentlich beruhigen sollen, die mich aber eher hoch puschen. Mein Selbsthass, der mir sagt...du bist es doch gar nicht wert. Wow, wenn das mal alles aufhören würde. Ich kann nur vertrauen, dass es tatsächlich Hoffnung gibt.

Ja es ist viel am Anlaufen. Angefangen hat es ja damit, dass ich zum Essen in die Tagesstätte der Caritas ging. Da ich echt nix mehr geregelt bekomme. Haushalt und so. Außer meinem Pastor und Ruth hat ja noch keiner so Bock mir im Haushalt zu helfen oder mich mal zum Mittagessen einzuladen. Falsche Zeit, Falscher Ort. Eigentlich beschäment - Fremdschäm. Aber es ist wie es ist. Mir würde das niemals einfallen einfach weg zu sehen. Kann ich gar nicht, mein Umfeld kanns ganz gut. Sie haben sich daran gewöhnt, dass ich Probleme habe. Das ich ein Alien bin. Bin halt die, bei der nix besser wird. Was wirklich alles schon an Heilung passiert ist, sehen sie nicht. Aber sie stehen am Ende nicht vor mir. Mir tut es halt nur weh. Wow abgeschweift....

Jetzt kam so einiges dazu. Nicht nur mehr das Essen. Ich bekomme Hilfen an die Hand, zweimal die Woche, um zu schauen, wie stabil bin ich wirklich...das nichts passiert. Denn ich habe schon Fantasien aus dem Leben zu gehen, wenn es ganz schlimm in der Seele weh tut. Jesus schickt mir da jetzt auch Unterstützung. Es wird viel mit mir unternommen. Theaterbesuche, Schwimmen gehen, spazieren gehen etc. um meinen Kopf wieder auf positives zu programmieren. Denn NICHTS kommt an, alles ist traurig..auch wenn ich lustiges anschaue. Mein Lachen ist wieder weg. Das macht mich auch fertig, dass es so ist. Früher konnte mich so wenig schon begeistern. Heute bin ich total Tod für diese Dinge. Bitte Jesus gib es mir zurück. Musik es war mein Leben. Es tut nur noch weh. Das habe ich aber dem Musikteam....nein ich erzähle es nicht. Das ist ein sehr eitriger Stachel in mir.

Ja dann die Pferdegestützte Therapie die anläuft, gesponsert vom Rothery-Club oder wie die heißen, so ähnlich auf jedenfall. Wow , Gott ist so groß. In der ganzen Hölle die ich durch laufe, tut ER diese Dinge. Dafür darf ich den Blick nicht verlieren. Ich bin sicher, ER tut alles, dass es mir hier noch irgendwann gut geht und ich ein fettes Licht sein darf, für Menschen die unter diesen Dingen leiden. Ich war heute in der Kreativwerkstatt, konnte mich gut eine Stunde einlassen. Danach war ich aber so fertig, dass ich es heute Abend nicht in den Gitarrenunterricht geschafft habe. Aber mit Gitarre und Gesang verbinde ich so viel Schmerz, dass ist ganz komisch, was da abgeht. Andreas bekommt das heftigst ab. Es muss aus meinem Kopf und den Gefühlen.

Ja, die nächsten zwei Jahre werden hart werden, aber wenn ich das durchstehe, ich weiß noch nicht wie....da wird das Licht sein. So wie ich es sehe. Ein weites Tor und das Licht durch das ich gehe. Ihr seht...Panik und Hoffnung so nah zusammen. Ich hoffe es wird eine Hand neben Jesus geben, die mit mir durch geht, die es verstehen kann und mich hält. Ich wünschte es bleibt Andreas, aber ....manchmal weiß ich es eben nicht, ob er wirklich erfassen kann, was ich durch mache...ob er Nerv hat, mit dran zu bleiben. Die Vernünftige meint: Er ist jetzt 12 Jahre da, den Rest schaffen wir auch. Mal sehen.

Eins wünsche ich mir so sehr. Dieser Schmerz, dieser unendliche Schmerz in mir, Tag für Tag...er soll bitte enden! Ich halte es nicht mehr aus!!

So viele Hände, die ich gereicht bekomme und bin zu doof sie als Freunde zu erkennen, ich meine nicht Freunde in dem Sinn. Aber gutgesinnte Menschen, die helfen wollen. So schwer und Normalos begreifen es niemals, was da passiert. Diese Ambivalenz die uns Betroffene schleudert, sie ist grausam.

Ich hoffe, dass ich das alles ----bis Heilung passiert, wo es passieren soll, mich Menschen mit durch tragen und nicht nur mit BLA BLA....!

Blessings