7. Nov, 2017

Wenn du dich hart zeigst - behandeln sie dich hart

Ihr kennt ja mein Bild mit der Maske, wie gerne wir sie tragen. Aus sehr verschiedenen Motiven heraus. Ich trage sie meistens, um keine Schwäche zu zeigen. (so habe ich es mir angeeignet, seit ich ca. 2 Jahre alt war) Ich trage sie um nicht zur Last zu fallen. Ich trage sie, für mich selbst, um nicht immer wieder an diese brutalen Gefühle zu müssen. Doch...sie ist gebröckelt. Die Maske funktioniert seit ein paar Monaten nicht mehr und dieses nach außen immer stark wirken und die Harte zu spielen, error! Nix mehr.

Ist es das, wo man hin muss, um wirklich Hilfen anzunehmen? Ich hatte viele Jahre, obwohl ich lange Therapien gemacht habe, null "Krankheitseinsicht", war davon überzeugt, dass ich alles alleine kann. Ich überschätzte mich in vielem und scheiterte. Es war mühsam es in den Therapien zu lernen, einzusehen, dass ich in vielem Hilfen brauche. Alleine schon wegen der verschiedenen Egostates. Geknackt wurde das Ganze jetzt auch damit, dass Gott selbst zugelassen hat, dass ich sogar im christlichen Bereich schlechte Erfahrungen gemacht habe und dadurch am Boden lag. Die Nachwirkungen sind noch immer da und Narben, die noch nicht verheilt waren, wurden aufgebrochen. Es dient der Demut, es dient dem Nachdenken, wie gehe ich mit mir selbst um und wie mit anderen. Es ist Zeit zu reflektieren. Zeit, sich an die Verwundungen zu wagen, dass sie geheilt werden können. Zumindest so verschlossen werden, dass sie zu eitern aufhören!

Im Moment läuft meine Psyche Amok. Zum Beispiel heute, ein Tag, wie er die letzte Zeit häufiger vorkommt. Ich wache auf, meist aus einem komischen Traum oder einer schlechten Nacht. Normalität im Moment. Dann versuche ich schon mich aus dem Bett zu quälen. Ich habe mir ja zur Unterstützung jetzt die Hilfe von der Caritas geholt, um Morgens ein Anker zu haben. Ein wichtiger Halt im Moment. Dort wird sich intensiv um uns gekümmert. Mit einem guten Mittagessen (seit Monaten koche ich nichts mehr für mich) und einigen Angeboten. Caritas ist einfach genial. Der andere Anker für mich ist, Andreas morgens schon zu kontaktieren. Auch eine Sicherheit, da ist jemand. Aber heute ist wieder so ein Tag, wo in mir alles in Aufruhr ist. Wach geworden, raus gequält. Um 10 Uhr spätestens wollte ich zu einem Kurs in der Caritas sein. Ich bekam wieder heftigste Unterleibsschmerzen, die sich ins unermessliche steigerten. Es gibt viele Arten der Somatisierungen bei mir. Mittlerweile werde ich nicht mehr so panisch was es sein könnte. Es kann sein, dass (den Schmerz habe ich seit drei Wochen wieder ununterbrochen) es von einem Egostage ist, der sehr verletzt ist. Der Somatisiert oft so schlimm, dass es auch ein Körperdisso sein kann. Ich weinte und krümmte mich vor Schmerzen. Bin dann aber Richtung Caritas gefahren. Doch kam nicht an. Weil ich nur noch planlos mit den Schmerzen herum gefahren bin. Dann wollte ich notfallmäßig zur Ärztin um schauen zu lassen, ob es wieder eine Zyste ist oder ob auch wieder Verwachsungsschmerzen sein könnten. Sie war nicht da. Dann lief ich innerlich Amok. Der Schmerz war kaum mehr auszuhalten. Gegen 11 Uhr meldete sich Andy, warum kein Morgengruß kam. Ab da kam ich langsam wieder in normalere Gedanken zurück und teilte ihm mit, was los ist. Ich war immer noch unterwegs. Nach unsrem Kontakt fuhr ich nach Hause. Wir haben 16 Uhr Dienstags Termin. Wir treffen uns heute bei mir, weil ich einfach etwas hohl drehe im Moment und es ist besser heute daheim zu sein. Geschützter Rahmen. Zuhause nahm ich dann tatsächlich Novalgin und auch die volle Dosis, was ich nie gemacht habe vorher, weil ich Panik vor dem Zeug hatte. Aber mir war mittlerweile echt alles egal, nur der Schmerz sollte weg. Ich halte diese Schmerzen echt bald nicht mehr aus, psychisch wie physisch nicht. Ich weiß nicht wie lange ich dem noch trotzen kann. Ich meine ich selbst. Gott ist in mir mächtig, dass spüre ich auch. Aber heute morgen sagte ich echt dem Seelsorger: "ich glaube Gott hasst mich und ich nehme gleich die ganze Flasche von dem Novalgin, dann ist Ruhe". Aber das ist eine Lüge. In so heftigen Schmerzen, egal ob in der Psyche oder dem Körper, dass fast täglich, da kommen irgendwann diese Fragen und dummen Gedanken. Verstehen kann ich es nicht, ich kann es nur durch stehen.

Heftig finde ich angebliche Freunde (die es einfach nicht kapieren, egal wie klar ich ihnen sage, dass sie für mich keine Freunde sind), die mich noch runter ziehen. Ich bin am Ende,  sie lesen es und bekommen es mit. Statt zu fragen, wie sie mir mal unter die Arme greifen könnten, bekomme ich anfragen, wo ich ihnen nicht überall helfen könnte. Das ist auch in einer leichten Krise gut, sich mit helfen für andere abzulenken. Mache ich auch, wenn die Kräfte es noch zu lassen. Aber wenn ich am Boden liege, ich echt nicht mal mehr den Haushalt gebacken bekomme, mich zu fragen, ob ich Asylantenkinder von A nach B fahre oder am Sonntag entertaine...nee geht gar nicht. Egal wie ich Kids liebe, dafür bin ich gerade zu schwach. Das nennt man Depression, was eine schwerwiegenden Erkrankung ist. Natürlich bei mir eine Nebendiagnose zur PTBS. Das geilste was ich mir anhören musste: "Damit kommst auf andere Gedanken, hörst auf Trübsal zu blasen". Mensch solche Leute sollten sich einfach nur noch ...... ich sags nicht! Aber da fehlen einem echt die Worte. Es ist tatsächlich so. Gestern auch, Elke kannst du event. da und da helfen und da sein, weil ich ...ICH ICH ICH. Ja, ich werde es tun, wenn die Kraft es zu lässt. Aber warum sind die Menschen so blind und egoistisch?

Mein Pastor ist the best! Er sieht die Not und ist da, seit Jahren wie der Fels in der Brandung. Bekommt so viel von mir ab. Das tut mir auch echt total leid und will das gar nicht.  ER UND JESUS, einfach Top die Zwei. Gutes Team! Er würde sogar beim aufräumen helfen ;-) . Meint der echt ernst. Das möchte ich natürlich nicht. Aber das er das anbietet ist schon der Hammer. Da merkt man einfach, er ist nicht Einer der abgehobenen Pastoren, er ist einfach am Menschen. Da kenn ich noch einen, der so ist - Michael Diener ist auch so ein Pastor.

Meine Freundin Ruth ist auch einfach da, ohne großes Blabla zu machen, sie liebe ich echt auch. Ein Geschenk. Auch Doris, die schon seit meinem allerersten Klinikaufenthalt an meiner Seite ist. Aber selbst sehr beladen, daher auch oft am Ende ihrer eigenen Kräfte. Aber wir stützen uns seit Jahren immer wieder.

auch wurden über FB Menschen zu guten Freunden und Geschwister die so sind wie ich mir Geschwister wünsche. Stefanie und Georg melden sich jeden Tag bei mir. 

Was ich euch aber eigentlich heute mitgeben möchte:

in den Schwachen ist der Herr mächtig. Er möchte, dass wir uns auch schwach zeigen. Das wir den anderen auch auf die Nerven gehen dürfen. Damit sie genauso für Leid sensibilisiert werden und über ihren Tellerrand schauen. Es gibt auch die, die einfach Blind sind und es auch bleiben, egal ob wir uns stark oder schwach zeigen. Aber die müssen wir nicht weiter in unsrem Leben haben.

Zeige dich nicht hart (das sage ich mir jetzt auch selbst) wenn du am Boden liegst, denn niemand wird erkennen (von sich aus) dass du Hilfe brauchst und nicht mehr kannst. Sei mutig (es ist MUTIG, sich schwach zu zeigen), zeige dein Not und fordere Hilfe ein. Denn nur so geht es in die Richtung Heil zu werden. Nenne das Leid beim Namen, erzähle der Welt und Jesus das es dir Sauschlecht geht, so schlecht, dass du jeden Tag um dein Überleben kämpfen musst. Das ist so schlimm, wie eine tödliche Krankheit, nein es ist eine tödliche Krankheit. Aber glaube mir, wenn wir durch dieses Leid sind, wissen wir, wer echte Freunde sind. Dann haben wir hoffentlich alle aus dem Leben eliminiert, die uns nur "Gesund" ertragen und haben wollen. Das ist notwendig!

Ich weiß, dass tut auch Gott, ER entfernt alles, was stört - gesund zu werden und es zu bleiben.

blessing