7. Okt, 2017

Vergeben - vergebe ich mir dann etwas?

Eigentlich wollte ich über meine letzte Zeit reden, was so alles los war. Aber das ist ganz kurz erzählt. Ich somatisiere heftigst und sämtliche Organe sind in mitleidenschaft gezogen. Jetzt heißt es, emotional etwas runter fahren. Für jemand mit Egostate-Dissorder und PTBS kein leichtes unterfangen, aber mit dem gelernten DBT machbar. Hätte ich nie gedacht, dass ich das mal sage. Mir hilft es auch, ganz viel in Kontakt mit Jesus zu sein. Seine Kraft stärkt mich. Er hat so viel im Moment für mich. Er zeigt sich in verschiedenen Bereichen und beschenkt mich mit SEINER Liebe und jetzt ganz neu mit einem Auto. Was echt lange gedauert hat, es zu finden. Doch ich hörte klar, wenn es das Auto ist, was JESUS für mich hat, dann werde ich es merken. Wie ich es gemerkt habe!!! Mein Seelsorger sagte mir auch, sobald ich aufhöre mit dem Auto vielleicht "flüchten" zu wollen, würde Jesus mir ein Auto schenken. Erst wenn ich den Gedanken los lasse. Vorerst ist er weg!

Das Auto ist vollkommen optisch und technisch in Schuss! TÜV bis 2019. Als ich gestern mit dem Auto heim kam, gab es noch eine voll schöne Begebenheit.

Es regnete in Strömen und ich kam aus dem Auto nicht raus und wartete ab, bis der Regen etwas nach ließ. Ich begann die Fächer, die das Auto hat, alle mal zu öffnen und rein zu schauen. Ein Fach, was echt noch etwas Reinigung brauchte, sah ich genauer an..und entdeckte plötzlich ein echt wunderschönes Kreuz. Die dazugehörige Kette fand ich ein paar Fächer drüber. Das hängt jetzt am Spiegel im Auto. Aber da wusste ich...ja das ist das Richtige. Dank einiger Freunde auf Facebook und Geschwister aus der Gemeinde, wurde es möglich. Mit dem Auto wurden mir auch paar Ängste genommen, die ich ohne Auto ständig habe. Dank sei meinem Herrn.

Jetzt zum Thema, bei dem ich spüre, das es dran ist.

VERGEBUNG:

Ein Thema was mich lange beschäftigt hat und es mir, bei den meisten auch gelungen ist. Vielleicht sogar bei jedem, der mir etwas angetan hat. Natürlich wird man es nicht vergessen. Aber die Vergebung macht frei.

Die letzten Tage las ich viel über Vergebung in Borderline und PTBS Gruppen und hörte mir so einige Meinungen an. Viel dazu schrieb ich nicht, weil ich es wirken lassen wollte und in mir Bewegen. Ich denke, es ist ein Thema, wo Jesus auch möchte, dass wir es anschauen.

Die meisten in den Gruppen sind nicht gläubig und verstehen die Vergebung nicht richtig. Als erstes ist die Vergebung etwas, was für uns gut ist und nicht eine Pflichterfüllung gegenüber irgendjemand. Nicht mal gegenüber Gott. Selbst Gott zwingt uns nicht zu vergeben. Aber Gott weiß, dass die Vergebung uns frei macht von den Tätern. Wie sagt man, wenn es uns beginnt gut zu gehen und unser Leben gelingt, ist das Rache genug gegenüber dem Täter.

Einige der Leute, die sich mit dem Thema beschäftigen, kamen gleich auf den "religiösen" Zusammenhang der Vergebung. Dass Christen sich IMMER dazu zwingen müssen, um ja nicht verloren zu gehen. Schon schlimm, dass so gedacht wird. Jesus würde so nie denken oder das von uns verlangen. Menschen schon!!

Nur was mir klar wurde, als ich begann zu vergeben. Es macht mich frei, es macht mich frei von dem Täter, dem ich damit viel weniger Aufmerksamkeit schenke. Der nicht mehr mein Leben bestimmen darf. Was ich auch denke, nicht zu vergeben hat auch was mit Kontrolle und Macht zu tun. Ja von unsrer Seite aus. Vergebe ich nicht, bindet es mich nicht nur an den Täter, sondern das Nichtvergeben, kann auch als Waffe eingesetzt werden. Die Tat und Kränkung immer wieder hoch zu holen und sie gegen den anderen zu richten. Im Nichtwissen, dass es eigentlich wieder ein Gegen uns selbst richten ist. Ja es ist sehr schwierig zu vergeben. Aber als ich es damals in der Seelsorge oder in der Klinik tat, wurde ein riesen Brocken von mir genommen und ich konnte beginnen mit den Verletzungen und dem was mir angetan wurde, zu arbeiten. Rein in die Heilung, raus aus dem Gefängnis, was Täter gebaut hatten. Das heißt nicht, dass ich weniger Schmerz hatte und habe. Das heißt nicht, das mein Leben jetzt in allen Bereichen gelingt. Nein das heißt es nicht. Aber der Weg da hin ist bereitet. Weil das Feld größer wird. Weil mein Blick nicht mehr auf die Täter gerichtet ist, sondern durch die Vergebung losgelassen wurde. Ich beginne, mich zu wagen, andere Menschen wahr zu nehmen. Liebe anzunehmen und noch mehr Liebe von mir an Menschen zu verschenken. Mit dem Risiko immer wieder verletzt zu werden. Ja ich beginne zu Vertrauen, was mir mal gut und dann wieder schlechter gelingt.

Aber ich habe den Schlüssel Vergebung gefunden und weiß auch, wenn man sich auf Andere einlässt wird man verletzt. Auch egal wie sehr wir die Person lieben, oder die Person uns liebt. Immer wieder passieren unter den Menschen Verletzungen. Wichtig ist das zu lernen. Dass dies dann nicht immer das Aus bedeutet oder eine Beziehung Verletzungen nicht aushalten kann. Aber es geht immer wieder um diese Sache: VERGEBUNG!!!

Lernen wir das, machen wir einen riesen Schritt in die Freiheit!

Ich weiß es ist ein heißes Eisen und saumäßig schwer. Ich bin mehrfach traumatisiert und gequält worden, habe damit auch viele Täter! Aber ich habe mich entschlossen, mit Jesus da rein zu gehen und jedem Einzelnen zu vergeben. Nicht weil JESUS oder Gott es will, die können sehr gut auch mit meiner Unversöhnlichkeit leben, es geht um MICH. Einzig und Alleine um mich und Dich...frei zu werden von diesen alten Geschichten. Ich habe mich auf den Weg gemacht. Diese ganze Scheiße zu überwinden und ein Leben zu führen, nicht als Opfer sondern als freier Mensch. Ich habe mich auf diesen Weg gemacht. Der wird noch sehr weh tun, aber Täter werden immer mehr die Macht verlieren. Weil ich das durch Vergebung gebrochen habe.

Ich bin gerne bereit, mit jedem von Euch darüber zu reden. Fragt mich gerne und schreibt mich an!

Doch die Vergebung macht frei!! Was für ein gutes Gefühl!

Blessings