Achterbahn der Gefühle - Selbstanalyse - Drei States oben

Bodyguard - Kindanteil - Kernich

Heute ist so ein Tag. Naja eigentlich fing es ja Vorgestern in der Nacht schon an, dass ich diesen Körperflashback hatte. Ich weiß auch ungefähr warum. Es war ein Anteil da, der eher im Jugendalter war und Missbrauch erlebt hat. Die Schmerzen waren so stark, dass nicht mal eine Schmerztablette wirkte. Ich krümmte mich vor Schmerz. Am nächsten Morgen, war alles weg. Daher weiß ich, es war ein langer schlimmer Körper-Disso. Dumm ist bei so einer Sache, wenn man ganz alleine ist. Niemand da, der dich jetzt beruhigen oder trösten kann. Somit zeigte sich sofort auch der Kleine misshandelte Anteil, der auch immer mit körperlichen Schmerz reagiert. Beide bekam ich nicht ruhig, habe erst mal abgespalten und wieder weg gedrückt. Am Abend schrieb ich mit meinem Seelsorger. ich erfuhr, dass er vom 21.8 ab drei Wochen in Urlaub sein wird. Ich bin vom 13.8-21.8 ehrenamtlich unterwegs und habe da keine Seelsorge oder Kontakt. Wäre ja nicht schlimm gewesen. Der Kerngostate, der da oben sein wird, die meiste Zeit, hätte das schon gestemmt. Aber wenn ich komme, ist er weg und zwei Wochen in Italien. Jetzt hat es mir den Stöpsel raus gehauen. Der Kindanteil, der sich bis jetzt NUR in der Seelsorge gezeigt hat und gewagt hat nach außen zu kommen, ist in Panik gekommen. Es ist der Anteil, der viel Gewalt an sich und bei anderen erlebt hat. Niemanden vertraut, nur seinem Teddy, der von der eigenen Mutter verbrannt wurde. Und seinem Schutzengel. Der State ist immer in einer Ecke und schaut nur zu und ist voller Angst und ist absolut ungeliebt. Alle anderen States, außer das Kernich - behandeln das Kind, wie es behandelt wurde oder es stört und darf nur raus, wenn alles sicher ist. Das war es kurze Zeit in der Seelsorge.  

Der Kindanteil zeigt sich ständig fordernd und total traurig/depressiv. Aber hat keinen Raum mehr es zu artikulieren. Mein Kernich, dass höchstens 25 ist, aber mit wenig Erfahrung, wie es mit den Kindanteilen umgehen soll, schafft es nicht, es raus zu locken oder es zu trösten. Weil die anderen Anteile (wie mein Bodyguard) dem Anteil keinen Raum geben wollen. Wie es mit zwei Jahren schon erfahren hat, sehr brutal, hat es den Mund zu halten. Ruhig zu sein und darf NICHT weinen. Leider weint es in sich, die ganze Zeit. Ist Todtraurig und genau das ist es, was mich so traurig werden lässt. Diese Regulation von Gefühlen haben wir mit PTBS oder Borderline einfach nicht und müssen es mühsam an Modelen lernen. Ganz schlimm ist es, wenn Traumata, wie bei mir über 30 Jahre dauerten und es immer wieder zu Re-traumatisierungen kommt.

Mein schlauer Ex-Therapeut meinte vor zwei Wochen zu mir, dass ich die Gefühle kommen und gehen lassen soll. Ja, dass weiß ich, aber er sprach davon sie auszuhalten, bis sie vorbei sind. Er hält ja von dieser Egostate-Disorder Therapie überhaupt nichts und hat mich ganz schön ins Schleudern gebracht. Denn mit dem Gefühle aussitzen, wie soll das gehen? Ein Mensch mit Trauma, möchte immer sofort das Gefühl weg haben, es unterbrechen. Das ist der Grund, warum es oft zur Selbstverletzung kommt. Oder zu Beziehungsabrüchen. Denn das Gegenüber weiß auch selten, dass es mit mehr Anteilen zu tun hat. Mein Bodyguard, der oft fast nur Englisch redet, der ist total gegen meinen Seelsorger oder gegen Menschen die mir emotional zu nah kommen könnten. Erschwert wird das Ganze noch, das der Seelsorger jetzt 80% meiner Traumata weiß. Manche kommen jetzt erst nach oben, sind noch in mir. Aber 80% ist eine Menge und der Bodyguard, er versucht den Seelsorger ohne Ende zu testen und hindert die anderen States ständig daran, auf zu machen und hundert Prozent zu vertrauen. Was möglich wäre. Dies weiß das Kernich, aber es wird noch genauso Mundtod gemacht. Was mich wundert der Teenagerstate ist gerade sehr ruhig. Der Provoziert Helfer bis aufs unerträgliche, weil er sie weg haben will.

Klingt kompliziert für den Laien, richtig?

Ist es auch, wenn man selbst damit zu kämpfen hat. Aber alle die das Egostate-Disorder nicht haben, schaut mal genau in euch rein und beobachtet mal eure Egostates. Spannende Sache, denn die hat Jeder, nur eben gesunde Anteile. Aber Jeder wird sich im Umgang mit Kindern anders verhalten, als wenn er im Büro funktionieren muss. Nur bei euch ist es ein Team, was wir wieder lernen müssen...ein Team zu werden.

Daran arbeite ich jetzt hart und warte auch noch auf den Therapieplatz, wo ich lernen kann, wie ich das Team zusammen bekomme. Aber schon jetzt läuft durch die Seelsorge ganz viel in der Richtung und es läuft richtig gut, sonst hätte sich das Kind nicht gezeigt. Was halt doof ist, auch wenn es richtig gemeint ist und wahr ist...es hört eben alles und haut wieder ab, wenn es nur eine Spur von Ablehnung von außen spürt. Was jetzt wichtig ist: Der Bodyguard muss nach hinten und etwas ruhiger werden. Darf immer da sein, denn er bewahrt mich vor Missbrauch und Gewalt durch andere. Nur das Kind, es sollte endlich Raum bekommen, oft raus kommen dürfen. Denn dieses Kind hat gelernt, es muss sterben. Und das ist, was mich immer an das Gefühl bringt, ich bin ungeliebt, ich bin hässlich, nichts wert und will NICHT LEBEN.