Wieder ein Suizid - So viel Schein statt sein

Die Nachrícht gestern vom Tod durch erhängen des Sängers von Linkin Park, ging mir schon etwas durch Mark und Bein. Ich selbst kenne das Leben von einigen Menschen in der Öffentlichkeit und Ja oft ist es mehr SCHEIN als SEIN. Die Fans sehen nur, was vor Augen ist. Aber sie sehen nicht die alten Konflikte und Kämpfe die dieser Mensch vielleicht noch auszustehen hat. Man sieht die Einsamkeit nicht, wenn die Show vorüber ist und keiner mehr im Hotelzimmer mal die Hand hält oder einfach mal zuhört. Es ist soviel Schein. Ich selbst bin 15 Jahre mit sehr bekannten Musikern durch Europa getourt, kannte sie privat. Daher kann ich auch gut mit reden.

Was geht in einem Menschen vor, der vielleicht alles zu haben scheint und sich dann aus dem Leben verabschiedet, in dem er sich erhängt? Das kann niemand verstehen, der noch nie eine Depression durch gemacht hat. Depression hat nichts mit einer Zeit lang traurig sein zu tun. Es ist der Besuch in der Hölle. Wo es dunkel ist und man das Gefühl hat, (falls man noch ein Gefühl hat) es sitzen mehrere Tonnen Traurigkeit, Mutlosigkeit und Schwachheit auf einem.

Ich erlebte es nach ein paar Jahren auch wieder. Ende Oktober 2016 kam ich durch eine Re-Traumatisierung (ihr die den Blog verfolgen oder mich auf FB, wissen darum) in eine schwere Depression. Ich war auch am Ende, wollte mir auch das Leben nehmen. Es wurde immer dunkler. Und als sich dann noch (etwas früher schon) Robin Williams und dann auch Ami Bleuel (Gründerin des Semicolon Project und Nachfolgerin Jesus) sich das Leben nahmen, war ich auch fast bereit es zu tun. Ich beschäftigte mich nur noch mit diesem Thema und rutschte immer mehr rein. Dann kam ein Sonntag, da hat es mir richtig den Schalter umgelegt. Doch ich bin so nah an Jesus und meinem Seelsorger dran, dass ich noch handeln konnte und wusste, ich brauche jetzt Hilfe und werde sie mir holen. Ich rief meine Freunde an und dann landete ich in der Psychiatrie. Auch weiterhin habe ich Gespräche mit meinem Seelsorger und Freunde (wenn auch nicht viel vor Ort, oder höchstens 1-2 Freunde, die mal Zeit haben) die mich unterstützen. Doch ich musste mir auch andere Hilfen suchen und Ablenkungen. Es war sooo schwer, dass kann ich sagen. Denn in einer tiefen Depression, hast du das Gefühl, es gibt nichts mehr, was dich glücklich machen kann oder ablenken. Geschweige denn, dass man wieder aus allem raus kommt.

Da ist Kämpfen angesagt. Ich merkte das Dunkel um mich so sehr, es erdrückte mich. Morgens wurde ich wach damit, Nachts schlief ich damit ein. Andere mussten für mich beten, weil ich begann, Gott und Jesus anzuklagen. Ich dachte ich hätte was falsch gemacht, oder sie liebten mich nicht. Weil sie mich in die Hölle ließen.

Doch es ist auch Reifung. Ich hatte Mitstreiter an meiner Seite, aber es wurde auch von mir abverlangt, dass ich mir neue Ziele stecke. Versuche mit Enttäuschungen anders umzugehen. Was nicht heißt, dass ein scheinheiliges sofortiges Vergeben geheuchelt wird und dann weiter macht, als sei nichts gewesen. Vollkommen gegen meine Natur, vollkommen falsch gegenüber Jesus. Ich wurde noch mal heftig verletzt vor zirka drei Wochen. Ich habe innerlich es Jesus gegeben. Aber wenn ich den Menschen begegne, merke ich, wie ich ihnen nicht mehr vertrauen kann oder etwas mit ihnen zu tun haben möchte. Ich weiß, die Vergebung muss kommen, aber dann, wenn es für mich soweit ist. Und die Begegnung und "Beziehung-Freundschaft", die man sicher so nicht mehr nennen kann..wird sich verändern. Erwachsener werden und ich werde vorsichtiger und nicht mehr so offen sein können. Aber, das wird auch so in Ordnung sein. Wir müssen einfach reifen.

Ich habe also Ziele gesetzt. Werde aber nur das Tempo gehen, das Jesus mir vorgibt und auch die Schritte, die ER vorgibt. Vielleicht bin ich nächstes Jahr wieder mit Lesungen draußen, ich werde darauf hin arbeiten. Möglichkeiten, wird der Herr mir schicken und schenken.

Ich werde wieder Gesangsunterricht nehmen und meine Gitarrenkenntnisse auffrischen und meine Lesungen musikalisch selbst in die Hand nehmen. Schenkt mir Jesus den Ein-oder anderen Musiker, werde ich es erkennen und gerne bereit sein zu hören!

Was ich aber sagen wollte.., lasst die Zeit auch für euch arbeiten. Aktuell von Oktober bis Mitte Juni (mein Geburtstag), wollte ich nicht mehr leben, habe das Leben gehasst. Es ist immer noch schwer, ich hadere immer noch mit dem was ich gerade habe und wie es bei mir ausschaut. Doch ich habe mich mit Jesus für das Leben entschieden und werde versuchen, es so gut zu leben wie es geht. Vor allem in der Dankbarkeit, für das, was ich habe und nicht nur den Blick darauf, was ich nicht habe.

Und weg davon, von Menschen zu erwarten, dass sie da sein würden und werden. Manche sind es und diese haltet gut fest und sagt ihnen auch, wie gut sie für euch sind! Das ist NICHT selbstverständlich! Wenn ich Andreas und meine beiden Freunde im tiefen Leid nicht gehabt hätte, ich wäre nicht mehr, denn die Anderen vor Ort, auch Gemeinde, haben das Elend zum Teil erkannt..aber keine Hand gereicht. Harter Tabak..wenn was passiert wäre, hätten sicher paar gesagt, "Elke hätte doch was sagen können, wir wären doch da gewesen". Wir wissen bescheid. Menschen ticken halt so. Ganz viele.

Ich habe gerade eine Idee, wie ich eventuell das Autoproblem lösen kann. Ich hoffe, es wird auf offene Ohren stoßen und Menschen werden mir dabei helfen.

Ich gebe es in Gottes Hand die Herzen zu öffnen.

Blessings und bis ganz bald

Lasse gerne mal einen Kommentar oder Fragen da. Antworte gerne!

Auch Chester litt unter PTBS