Nähe und Distanz - Vertrauen - echte Freunde

Wie ihr seht, ist die Bezeichung für mein Leben "Popcorntüte" so treffend!

Ich merke, dass ich mich noch immer nicht beruhigt habe, trotz einem sehr intensiven Seelsorge-Gespräch. Vieles verstehe ich nicht. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, dass man Freundschaft so missbrauchen kann. Wenn ich jemanden Freund nenne, ist das für mich eine echte Zusage. Für einen Freund würde ich alles tun, wenn ihm jemand schaden würde oder IMMER zu ihm stehen. Daher, weil ich so anders ticke, lässt mich der ganze Mist so ausrasten. Ich versuche dagegen zu gehen, zu skillen. Aber nicht mal die Tagesstätte und das dort kochen halfen heute. Ich konnte einfach nicht abschalten.

Wenn ich diesen Stress mit Geschwistern in der Gemeinde oder mit Freunden habe, dann stelle ich alles in Frage und alles in mir will abhauen, naja fast alles. Ab und zu will die Vernunft reden, aber dann kommen die ganzen Bilder und Aktionen, die schon gelaufen sind und ich immer wieder vergeben und weiter gemacht habe. Aber irgendwann ist gut.

Ich weiß Jesus sagte, dass wir 7 x 77 mal vergeben sollten, tue ich auch. Aber das heißt noch lange nicht, sich Situationen auszusetzen, die mich triggern und runter ziehen. Ich will das einfach nicht mehr. Auch der dümmste Mensch muss mal ein Stoppschild hochhalten. Das tue ich jetzt! Und es tut trotzdem Sauweh.

Warum, weil ich mich für die Gemeinde entschieden habe und ich weiß, das war der Platz wo Jesus mich hingestellt hat, alleine schon wegen der Seelsorge. Unter anderem wird es mich wieder destabilisieren, was sich sehr bemerkbar macht, wenn ich in die Isolation gehe.

Eigentlich wünsche ich mir echt mehr in einer Gemeinde eingebunden zu sein, mehr zu Hause dort zu sein und dazu zu gehören. Immer noch, nach 12 Jahren funktioniert es nicht. Nicht weil die Leute böse sind. Nein, da stehe ich auf der einen Seite mit meiner Geschichte und meinen Dingen an denen ich noch hart arbeite und auf der anderen Seite, die Menschen, bei denen alles so in Ordnung zu sein scheint. Die sich weniger Gedanken über manche Sachen machen, wo ich schon halb Ammok laufe im Inneren. Seit ganz vielen Jahren gibt es das Musikthema. Dass ich, wenn es mir nicht gut geht und eines der hilflosen oder kleinen States übernimmt, Probleme mit Druck habe und sogar so blockiert bin, dass ich nicht mal mehr singen kann. Was ich mir wünsche ist, dass würde ich selbst IMMER so machen, ich würde die Person an die Hand nehmen und versuchen, die Unsicherheit raus zu nehmen. Bestärken und Helfen. Doch das bleibt aus, sie tun es NICHT, sie ignorieren mich lieber stillschweigend. Damit hört dieser Teufelskreis nicht auf. Ständig nur reden, aber nicht handeln. Damit wird es nicht besser. Ich muss ins Tun rein kommen. Mein Kopf weiß alles, ich könnte Seelsorge geben oder sogar therapeutisch arbeiten mit meinem Wissen.

Nur für mich, ist es sehr schwer umzusetzen. Aber das kennt jeder Betroffene sicher von sich selbst zum Teil auch, das man manchmal bei sich selbst total begriffstutzig ist.

Dann kommt dieses Nähe-und Distanzproblem dazu. Vertrauen, was mühsam aufgebaut wurde, kommt ins Wanken. Bei mir ist es noch ein bisschen doofer gerade, denn die Leute, mit denen ich diesen heftigen emotionalen Stress habe, sind bei mir in der Gemeinde. Alles in mir sagt: "Nie wieder da hin, GEFAHR!" Ein anderer Anteil sagt mir, dass ich total ausgeliefert bin und sowieso nur geduldet bin und nicht dazu gehöre. Das gemeinste ist, der mich isolierende Anteil, der den Seelsorger zum Täter macht, weil er mit dem Mann mit dem ich die Probleme habe auch noch befreundet ist. Eine Konstellation, die gar nicht auflösbar ist. Vielleicht für Menschen ohne Geschichte, die können vielleicht über sowas stehen und die Dinge anders sehen. Ich sehe sie, wie ich sie sehe und so kommt die Wand, an die Einer von uns ständig dagegen knallt.

Weil ich denke, die sind eh auf einer Ebene und ich stehe alleine da mit dem ganzen Chaos und Elend. Doch ist sehr real. Beide machen auch zusammen Musik, wo ich nichts dabei zu suchen habe..merkt ihr was? Wie soll ich aus diesem Dilemma raus? Ich habe die Strategien dazu noch nicht. Vor allem auch nicht die Coolness. Denn es haut wieder ins Empfinden emotionalen Missbrauch bei mir, was die Beiden da getan haben. Es ist ihnen nicht bewusst und denken sich sicher, was ich wohl habe und das ich total spinne. Kann ich alles irgendwo erfassen und doch nicht loslassen, weil es so weh tut. Vorallem den Mensch, den sie jetzt Freund nennen, war mit mir befreundet. Aber eine andere Geschichte. Ich möchte auch gar nicht so ins Detail gehen. Ich muss nur schauen, dass ich irgendwie da wieder heraus komme.  Was total doof ist.., ich hatte die Untersuchung vom Darm und Magen hinter mir und dachte jetzt wird alles besser, bestimmt ist es jetzt vorbei und ich kann durch starten...nope, wenige Tage dieser Hammer.

Wo Jesus da ist fragt sicher der Ein oder Andere. Well, ER ist da. Mittendrin. ER ist traurig über die Sache. Egal wer jetzt mehr oder weniger im Recht zu sein scheint. Es geht ihm gar nicht ums Recht haben. Ihm geht es darum, wie wir alle, die beteiligt sind damit umgehen. Andy denkt und da bin ich auch sicher, dass es nur geistlich aufgelöst werden kann. Jesus kann warten, warten bis ich oder die anderen Beiden soweit sind, aufeinander zu zu gehen. Ich muss auch gestehen, ich kann es noch nicht, es ist so schmerzhaft und die Gedanken sind so wild durcheinander, dass es noch Zeit braucht. Doch Jesus wird warten und helfen, wenn ich bereit bin. Da ist wieder die Hoffnung in dem Ganzen. Doch jetzt ist es wie es ist und ich muss die Gefühle zulassen, die verursacht wurden.

Ich muss eben immer wieder zu Jesus und ihn bitten, dass ER mir hilft die Gedanken zu verändern und das Gefühl dazu. Ja das ist mein Gebet. Und das ich Andy weiter vertraue und ihn nicht zu einem Täter mache, der er nicht ist.

Blessings