Dunkle Vergangenheit

Gerade habe ich meinen neuen Poetry-Slam "Dunkle Vergangenheit" geschrieben. Habe ich auch schon veröffentlicht, weil ich nichts feilen möchte daran.

Ich staune wirklich, wie Jesus mir nach dieser sehr harten und brutalen Durststrecke seit Ende Oktober, meine Kreativität zurück gegeben hat. Es sprudelt gerade zu. An meine zweite Biografie kann ich noch nicht, aber sicher bis Ende des Jahres.

Andreas habe ich sie gerade zum Lesen gegeben. Die absolute hardcore Rohfassung. Mit ihm werde ich dann noch mal überlegen, was geht - was nicht. Ich schreibe im zweiten Buch über traumatische Erlebnisse, die ich schon einigermaßen bearbeitet hatte und habe. Auch über die Therapien und Erlebnisse in den Kliniken. Ich denke, es wird für Betroffene ein wichtiges Buch werden. Dieses "ich bin ja nicht alleine"...sehr wichtig!

Die letzten 5 Tage geht es mir erstaunlich gut. Bis auf die ständigen Bauchschmerzen. Entweder sie sind psychisch und noch Reaktion auf die letzten Wochen, wo ich nicht mehr unter 50-70% Spannung kam. Also Dauerhochspannung. Oder es ist wieder der Dickdarm entzündet. Sind die Schmerzen Montag noch, mache ich mit meinem Facharzt (Darm) einen Termin aus und muss eben mutig zur Spiegelung. Wir werden sehen.

Mich beschäftig gerade etwas. Ab und zu schreiben mich Betroffene oder Angehörige von PTBS etc. an. Wir reden lange und oft klingt durch "Ich brauche Hilfe". Mit der Zeit des Gespräches kristallisiert sich dann heraus: "Ich will Hilfe, aber bitte nix verändern". Leute, leider geht das so NICHT! Wie soll das gehen? Meist ist doch mein Umfeld, meine Gedanken, mein Tun etc. das was mich hindert einen neuen Weg zu beschreiten. Da gehört Mut dazu, ja klar. Sehr viel davon. Aber brauchen wir nicht auch eine Menge Mut und Kraft, in der alten Suppe zu schwimmen?

Es gibt jede Menge Hilfen, die wir uns holen dürfen. Doch manchmal sehen wir vor lauter Leid nicht, wer uns gerade die Hand reicht. Was es für Stellen gibt, die genau da eingreifen und ansetzen, wo wir nicht mehr können, weil wir in der Depression stecken. Also, wer was verändern möchte, muss in die Angst (die oft unbegründet ist) und den Mut fassen, für sich selbst was zu tun und los gehen. Das nur dazu. Sonst kann uns niemand helfen. Auch komisches Verhalten (ich selbst kenne es zu gut von mir), ich will Hilfe..aber gewisse Dinge gar nicht verändern. Falscher Weg, der funktioniert NIEMALS!

Das war kurz ein Gedanklicher Ausflug..aber wollte das irgendwie mal gesagt haben.

So viel gibt es heute gar nicht zu schreiben, nur das es mir erstaunlich gut geht und meine Laune sehr ausgeglichen ist. Ich genieße das in vollen Zügen und hoffe es bleibt eine Weile so.

Da ich meine dunkle Vergangenheit immer noch mit mir trage, gibt es noch viel zu tun und ich weiß, ich muss ab und zu noch mal hinschauen und weinen. Aber ich gebe es in der Seelsorge dann am Kreuz, an Jesus ab. Ist es bei ihm, soll es da auch bleiben, denn da ist es noch besser als es nur im Safe zu verschließen. Eine Form der DBT und EMDR, right?

Ne, weg mit dem ganzen Dreck (wie ich es immer nenne) und NEU durchstarten.

Ich glaube dran und wenn du es noch nicht kannst, dann glaube ich für dich mit daran!

Blessings