Gefühlschaos und tiefe Traurigkeit. Und doch...Jesus...

Sonntag!

Mal wieder einer dieser Sonntage, die ich so gar nicht mag. Ich hatte ja den Plan vier Wochen nicht in die Gemeinde zu gehen, um mich zu schützen. Zu schauen, ob es mir mit oder ohne Gemeinde besser geht. Nun, ich versuchte die Vernunft reden zu lassen und das was ich schon so alles gelernt habe. Das hieß, nicht dem Gefühl nachgeben, sondern überprüfen, wie ist es--ist es wahr was ich empfinde oder sind es wieder die alten Gespenster.

Also bin ich heute früh in die Gemeinde. Ein Bruder nahm mich mit, so musste ich mich nicht noch aufraffen, alleine hin zu gehen. Es war auch okay. Stimmung war ganz gut. Bis...die Frau, von der ich vorher schon geschrieben habe, die für mich da sein wollte, wie ich es für sie war, entgegen kam. Sie drückte mir eine Karte in die Hand und 20 Euro. Für meinen runden (50) Geburtstag morgen. Brrrrr kalt wurde mir. Ich hätte es gerne nicht genommen. Aber ich wollte sie nicht verletzen. Sie redete 3 Worte mit mir und wande sich dann jemand anderen zu.

Die Gemeinde war am Samstag auf einem Ausflug, muss ganz gut gewesen sein. Gut mich schreckte die Uhrzeit am Morgen ab. Aber wenn ich hätte mit gehen wollen, wäre es gar nicht gegangen. Weil ich das Geld dafür nicht gehabt hätte. In Vergangenheit, wurde ich gefragt, ob ich mitkomme. Nicht mal das, war diesmal der Fall. Komisch. Naja, ist halt wie es ist. Tut weh, aber ist eben nicht zu ändern.

Die Predigt war super, wurde zwar zweimal richtig getriggert, vor der Predigt schon, aber das habe ich langsam gut im Griff.

Nach der Predigt stand ich noch mit einigen zusammen, mit einem lieben Ehepaar unterhielt ich mich auch ein bisschen. Ich sagte ihnen, dass ich morgen Geburtstag habe und wir unterhielten uns ein bisschen darüber, wie man so den 50ten feiert. Naja..sie, ich nicht. Und ab da ist es wieder gekippt. Bilder kamen aus der Vergangenheit, mir wurde bewusst, dass sich keiner von der Familie (man warum sind die nur so bekloppt) melden wird. Aus der Gemeinde, weiß niemand außer mit denen ich Kontakt habe und das sind sehr wenige, dass ich morgen den 50ten Geburtstag feiere. Ich könnte jetzt was erzählen, geht aber nicht, da es jemanden betrifft, der noch nichts wissen darf. Aber die Tatsache, wie wieder der Eine so und der Andere so behandelt wird. Autsch, tut weh.

Ich wurde dann von meinem Bruder aus der Gemeinde, der ähnliche Probleme wie ich mit der Gemeinschaft hat, zum Essen eingeladen. Wir unterhielten uns auch eine Weile und ich wurde immer kleiner. Er erzählte mir von seinem Geld was er nur so raus schmeisst und wie egal es ihm ist. Von seiner Reise nach Neusseland Ende des Jahres und und und .Danach die Frage, ob es nicht möglich ist für mich, zu arbeiten, ließ den Stöpsel leicht knallen.

Ich habe aber mit Jesus eine total schöne Erfahrung heute im Godi gemacht. Das erlebe ich eigentlich seit ich denken kann, diese Dinge.

Jesus hat Humor und ER hat mich mal wieder zum Lachen gebracht. Wir sangen ein Lied und ich konnte ihn mit meinen geistlichen Augen (so nenne ich es immer) wahrnehmen. Es ist echt so. Das klingt so abgespaced, aber es ist echt so!! Er sang mit und stand neben mir. Jesus hatte so viel Spaß bei dem Lied und animierte mich, mit zu singen. So wie ER abging, konnte ich wegen meiner Traurigkeit, nicht. Normal ist es auch nicht, dass man so tanzt oder Freude an der Musik hat bei uns. Aber ER hatte es. War so lustig! Er nahm mich in den Arm. Das liebe ich, wenn ER das macht. Beim Glaubensbekenntnis, hatte ER seine Hand auf meinem Kopf. Ich erlebe dieses nicht oft, aber wenn, dann ganz real. Coole Sache, was ER mir da schenkt.

Zuhause...kam dann diese unterschwellige Traurigkeit wieder. Gedanken an früher, dass auch niemand mich gesehen hat am Geburtstag..oder mir gesagt wurde: "Na und, wirst ein Jahr älter". Von Menschen, die mich lieben sollten.

Da ich wenig Selbstwert habe, tut es besonders weh. Es schlägt genau in die Kerbe. Das man nur von den Anderen ertragen wird. Ich weiß, heute bin ich wieder besonders schlecht drauf. Aber soll ich euch belügen?

Ich mache mir auch Gedanken, was ist anders als vor 12 Jahren, bevor ich bewusst Christ wurde. Sogar noch vor paar Jahren. Ich war NICHT alleine, habe immer Menschen um mich herum gehabt. Ich war an Wochenenden bei Leuten eingeladen oder sie bei mir. Die meisten waren keine Christen. Aber sie wussten eher was Gemeinschaft bedeutet. Ich denke, ich habe den Fehler gemacht, das ich alles aufgegeben habe und dachte, es ist nur die Gemeinde wichtig. Keine Ahnung. Es gab auch Menschen in der Gemeinde mit denen ich guten Kontakt hatte und am Wochenende was machte. Aber all diese Leute sind weg, oder haben sich verändert. Lange kann ich das nicht mehr machen. Ich kann nicht noch mal Jahre investieren und hoffen, dass es besser wird. Warum sollte es besser werden. Man wird nicht mal verstanden, wenn man mehr Gemeinschaft einfordert. Wird sogar noch dumm angemacht. Also heißt es für mich Radikalschlag oder aushalten. Das gilt es jetzt zu entscheiden. Abfinden, will ich mich nicht. Das wird mich umbringen, meinen Körper krank werden lassen. Denn ich bin jeden Tag mindestens acht Stunden in Hochspannung, dass hält niemand aus!

Jemand mit PTBS fühlt, denkt und handelt intensiver als Menschen ohne Geschichte. Das wird für mich jeden Tag deutlicher, wenn die Welt mir so kalt und voller Masken vorkommt.

Mal sehen, wann diese Lähmung sich heute wieder ein bisschen löst. Würde gerne mit Spike noch eine größere Runde machen.

Seid fest gesegnet ihr Lieben, bis morgen!

Blessings